Buchrezensionen, Rezensionen

Irgendwann passiert alles von allein von Philipp Mattheis [Rezension]

Der Inhalt:

Johannes und seine Freunde genießen ihr Leben in vollen Zügen. Sie trinken, sie feiern, sie kiffen und freuen sich auf die Zukunft, die vor ihnen liegt, doch hauptsächlich leben sie für den Moment. Und der hat es in sich: Als sie in einem verlassenen Haus eine Menge Geld finden und sich nun als „Die Könige der Welt“ fühlen, beginnen plötzlich Probleme, die vorher nie Thema gewesen sind.
Wofür sollen sie das ganze Geld ausgeben, ohne dass es jedem auffällt? Was, wenn das verschwenderische Leben ein Ende hat und die Geldquelle versiegt ist?
Außerdem sind da noch die Briefe, die Johannes gefunden hat und die mit einem Tod in Verbindung stehen. Klebt an diesem Geld womöglich Blut?

Bildet der Titel eine hauchdünne Fassade mit nichts dahinter?

Ich habe mich vom Titel des Buches verführen lassen, der im Inhalt einen sich widerspiegelnden Anklang findet. Aber leider konnte ich mit dieser Lektüre so gar nichts anfangen.
Das aber ist richtig merkwürdig, denn inhaltlich und stilistisch hat Philipp Mattheis alles richtig gemacht, sofern es dieses eine `Richtig´ denn gibt.

Hohle Figuren bringen das gesamte Werk zum Stürzen

Doch mir ist der Zugang zu den Figuren gänzlich verwehrt geblieben. Sicherlich liegt es an der Gedankenwelt des Protagonisten Johannes, der aus der Ich-Perspektive dieses „Abenteuers“ berichtet. Seine Erzählungen erschienen mir genauso flach und „typisch“ wie die anderen handlungstragenden Figuren. Da hätten wie den Schönling, der vordergründig an Sex und seine Ausstrahlung oder besser gesagt Wirkung bei Frauen nachdenkt, den Möchtegern Gangster, der gelegentlich dealt und endgültig ins ganze große, geldabwerfende Geschäft einsteigen will und das schwächere Glied in der Gruppe, den stotternden Sam. Nicht zu vergessen Johannes, der schweigsamere, stille Typ im Hintergrund, der einen nachdenklichen Eindruck erweckt.

Eine Geschichte ohne interessante Inhaltspunkte

Das alles muss mich nicht stören, wenn es irgendeinen lesenswerten, interessanten Punkt gibt, aber außer saufen und unreife, nervige Gedankengänge von Teenagern habe ich nichts entdecken können. Auch der Versuch des Autors eine Verwicklung zwischen dem Geld, den Briefen und dem verlassenen Haus in Einklang mit dem Gewissen von Johannes zu bringen, fruchtete bei mir nicht.
Gelegentlich zeigte Johannes Ansätze von verantwortungsbewusstem Denken und Verhalten, doch schnell hat ihn immer der Gruppenzwang, so möchte ich meinen, eingeholt und sein Gehirn wurde einfach mal wiederkomplett ausgeknipst.
Dennoch muss ich „Irgendwann passiert alles von allein“ das Zugeständnis lassen, dass es vielen besser gefallen könnte als mir, denn mir persönlich gefiel es nicht, was nicht unbedingt an einer schlechten Ausarbeitung (bis auf die Charaktere) liegt, sondern an dem bei mir aufkommenden Desinteresse. Mich hat es überhaupt nicht berühren können, allerdings auch nicht genervt, abgesehen von gelegentlichen Augenverdrehern und tiefen Seufzern.

Mein endgültiges Urteil:

Obwohl „Irgendwann passiert alles von allein“ kein schlechtes Buch ist, kann ich ihm nicht mehr als 2 Sterne geben und diese auch nur, weil der Titel eine gute Verbindung zum Inhalt herstellt. Ob diese `Dinge´ wirklich von `allein´ passieren, wage ich aber dennoch zu bezweifeln, denn sie sind eher Ursache von unreifen Jugendlichen, die glauben, sie seien irgendwie unantastbar und damit unbesiegbar, so dass sie nie die Notbremse ziehen, obwohl sie die albtraumhaften Konsequenzen schon beinahe anspringen, bzw. diese im Unterbewusstsein verankert sein sollten.
Letztlich für mich kein `Albtraum´-Werk, aber auch nicht empfehlenswert, obwohl, ich glaube, dass andere dort eine Weisheit finden könnten, die mir vollkommen verborgen blieb.

Bewertung

Thematik:

Fund

Geld

Jugendliche

Liebe

Selbstfindung

Sexualität

Vergangenheit

Gewissen


Allgemeine Buchinformationen:

Euro 12,90 [D] 13,30 [A]
SFR 18,90
dtv premium
Originalausgabe
220 Seiten
ISBN 978-3-423-24887-7
1. Auflage, November 2011

Zum Buch: Klick!

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1 thought on “Irgendwann passiert alles von allein von Philipp Mattheis [Rezension]”

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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