Archiv für den Monat Dezember 2011

Das Mädchen mit dem Stahlkorsett von Kady Cross [Rezension]

Der Inhalt:

London:

Finley Jayne ist nicht gerne Dienstmädchen, doch nachdem sie ihre letzten Anstellungen wegen unvermeidbarer Vorfälle verloren hat, ist ihre hiesige Arbeitsstelle nun eine ihrer letzten Chancen. Auch der Sohn ihres Hausherren hat sie bisher nicht belästigt, obwohl ihm ein gewalttätiger Ruf anhaftet. Doch dann bedrängt er sie eines Abends und Finley möchte es wirklich nicht tun, doch sie muss sich wehren und dann erwacht eine dunkle Seite in ihr. Eine Seite, die sie nicht mehr kontrollieren kann, die sie gleichzeitig aber auch vor Situationen wie diesen schützt.

Voller Angst flieht sie in die Nacht hinaus, nichts ahnend, was das Schicksal von nun an für sie bereithalten wird…

Unvollkommen, aber perfekt zum Lesen

Dieses Buch hat sicherlich einige Makel und insgesamt würde ich es vordergründig auch für eine jüngere Leserschaft ansiedeln, aber es besaß Feuer und das hat mir gefallen.

Ganz am Anfang war ich skeptisch. So skeptisch, dass ich es zunächst zur Seite legte, weil noch so viele andere schöne Bücher auf mich warteten. Als ich es unterbrochen hatte, geschah das nicht, weil es so schlimm und quälend gewesen wäre.

Ich bin froh, dass ich „Das Mädchen mit dem Stahlkorsett“ gelesen habe, denn es hat auf beeindruckend leichte Art und Weise eine sehr ernste Thematik angesprochen. Und zwar die Maschinen. Was bedeutet es für intelligente Maschinen zwischen Menschen zu existieren?- Glauben sie irgendwann, sie seien menschlich, sind sie das am Ende nicht sogar?
Es gab bestimmt schon einige Bücher und Filme darüber und auch schon Descartes hat eine Trennlinie zwischen Maschinen und Menschen gezogen, doch zu Descartes Lebzeiten war die Technik lange nicht so weit fortgeschritten wie heute.

Eine prall gefüllte Palette an Themengebieten zum Wählen

Kady Cross beweist in ihrem Buch wirkliches Fingerspitzengefühl, wenn es darum geht ihren LeserInnen verschiedene Standpunkte anzubieten und aus einem Topf von Konflikttypen zu wählen.

Wen das alles nicht interessierte, konnte diese Thematik getrost ignorieren und stattdessen den romantischen Gefühlen in „Das Mädchen mit dem Stahlkorsett“ lauschen.

Manchmal war mir zwar nicht sonderlich klar, warum Kady Cross eine lichte und eine dunkle Seite in Sachen Liebesbeziehungen einbrachte, aber die Ausarbeitung gefiel mir so gut, dass ich inzwischen darauf pfeife. Genauso wie auf die Kontraste zwischen Naivität, Leichtigkeit, Scharfsinn und kleinen Holprigkeiten.

Die Protagonistin Finley hat mit ihren ganz eigenem inneren Dämon zu kämpfen und auch diese innerliche Zerrissenheit brachte einerseits Spannung in mein Lesevergnügen und andererseits viel Abwechslung. Stichwort: Multiple Persönlichkeiten.

Mein endgültiges Urteil:

Einiges mag nicht komplett wasserdicht sein, was mich in dieser Geschichte gar nicht störte, denn das Lesen war mir die reinste Freude und ich habe mich mit den Figuren und Entwicklungen identifizieren können.

Schön zu beobachten waren einfach die verschiedenen Blickwinkel, die Kady Cross anreißt und in einer möglichen Fortsetzung vielleicht noch näher erläutert. Mich interessiert die Thematik zwischen Forschung und wie weit ein Mensch gehen darf oder überhaupt sollte, sehr.

Vielleicht hätte sich die Autorin die Anspielung auf Frida Kahlo im Titel vermeiden sollen, denn das mag überhaupt nicht mit dem Inhalt zusammenpassen und auch das Cover spricht mich nicht besonders an, ansonsten aber ein skurriles und wahnwitziges Abenteuer, das viele verschlungene Pfade fährt und wärmstens weiterzuempfehlen ist!

Bewertung

Thematik:

London

Maschinen

Äther

Königin von England

Liebes

Steampunk

Hell und Dunkel

Allgemeine Buchinformationen:

Kady Cross

Das Mädchen mit dem Stahlkorsett

Roman

Originaltitel: The Girl in the Steel Corset – Steampunk Chronicles Book 1

Originalverlag: Harlequin

Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski

Deutsche Erstausgabe

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag,

368 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-453-26740-4

14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 21,90

Verlag: Heyne

Zu „Das Mädchen mit dem Stahlkorsett“ beim Heyne-Verlag

Danke an Bücherkinder für die Unterstützung!

Dark Love von Lia Habel [Rezension]

In jedem Schatten lauerte die Gefahr, in Stücke gerissen zu werden. Das Komische daran war, dass ich mich allmählich daran gewöhnte. Alles nichts Besonderes mehr.

 S 404

Der Inhalt:

Im Jahr 2195:

Nora lebt mit ihrer Tante Gene in den Elysischen Gefilden unter der Erde und besucht eine vornehme Mädchenschule. Ihre Mutter starb vor einigen Jahren und ihr Vater vor genau einem Jahr. Endlich kann sie also ihre schwarze Trauerbekleidung abnehmen, wie ihre Freundin Pamela bemerkt. Doch im Grunde genommen würde Nora diese gerne behalten, denn sie ist noch nicht bereit, den Gedanken an ihren Vater loszulassen.

Eines Abends wird sie auf dem nach Hause weg von einem Fremden angesprochen, der sie bittet mit ihm zu kommen, da sie nicht mehr sicher ist.

Sie ignoriert seinen Rat.

Das bereut sie bitter, als schon kurz darauf wandelnde Leichen ihr Haus überfallen und sie mitnehmen wollen.

Mit einer Schrotflinte bewaffnet flüchtet sie aufs Dach und versucht diese Monster in Schach zu halten, doch wenn sie schießt und trifft, kommen sie einfach weiter auf sie zu, unbeeindruckt von den Kugeln.

Was sind das für Wesen?

– Nora soll es bald herausfinden, als der Fremde von einst ihr mit seinem Trupp zu Hilfe kommt und rettet.

 Ich wusste nicht, dass so viel Grauen in nur ein einziges Buch passt

Ich hegte große Erwartungen für „Dark Love“, weil es sehr angepriesen wurde und sich die Geschichte gut anhörte.

Doch was ich dann las, verschlug mir den Atem. Ich kam aus dem Grauen wirklich nicht mehr heraus.

Lia Habel erzählt ihre Zombie-Untoten-Geschichte aus den Sichtweisen verschiedener Figuren. Normalerweise gefällt mir das sehr gut, da es Abwechslung bietet und man die Ereignisse aus breit gefächerten Perspektiven wahr nimmt. In diesem Fall waren es mir zu viele Perspektiven, die meinen Lesefluss jedes Mal störten.

Der Fokus liegt auf den Mängeln von Zombies, die mich an Lepra-Kranke erinnerten und zu einer wachsenden Übelkeit beitrugen

 Der Inhalt befasst sich detaillierter mit dem Aufbau, der Verwesung und dem Verrotten von Zombies. Könnte spannend oder auch interessant sein, dann aber bitte in einem Sachbuch o.ä. und nicht in einem Versuch das Romantische mit dem Toten zu verknüpfen.

Manche werden zu recht sagen, dass Vampire doch auch nur Tote seien. Das kommt zum einen auf die Darstellung jener Vampire an und zum anderen wird bei diesen nicht beschrieben, wie sie sich abnutzen, verwesen und wie es sich anfühlt Hunger auf Menschenfleisch zu verspüren.

Sicherlich hat die Autorin das sehr authentisch aufgezogen und ihre LeserInnen mit einer erschütternden Wahrheit konfrontiert, aber ich war noch nie der Zombie-Typ.

Mir ist bewusst, dass meine negative Meinung über diese Geschichte hauptsächlich subjektiv eingefärbt ist, aber was soll ich anderes schreiben, wenn ich in meinem Hinterkopf ununterbrochen Bilder von wandelnden Lepra-Kranken vor Augen hatte und mir regelmäßig übel wurde?

Ich gebe zu, dass ich die Geschichte am Liebsten abgebrochen hätte.

Denn neben dieser leidigen Untoten-Affäre gab es noch einige andere Mängel. Die Zukunft wird unsere Vergangenheit sein.

 Das viktorianische Zeitalter als Vorbild für die Zukunft

 Sicherlich jeder kennt die Sittsamkeit und vornehmen Gebaren aus bspw. Jane Austen’s Romanen oder hat schon einmal den einen oder anderen Film über Schicklichkeit, Tugend und dergleichen Wertevorstellungen aus den feinen englischen Gesellschaften so im 19. Jhr. gesehen?

-Genau das wird uns laut Lia Habel erwarten, lediglich mit den praktischen Extras unserer Zeit ausgestattet. Auf die wollte die Autorin wohl nicht verzichten! (?) – Wieso auch?- Handys, Computer, Fernseher, Internet und elektrischer Strom sind ja auch viel komfortabler. Auf mich wirkten diese Elemente wie zwei gleich gepolte Magnete, die sich immer voneinander abstoßen werden.

 Zwei Hauptpersonen, die für damalige/Zukünftige Verhältnisse viel zu selbstbewusst und eigenständig auftreten

 Dann gibt es da noch die zwei Figuren Nora und Pamela. Beste Freundinnen und in einer Epoche gefangen, in der Mädchen nur dazu gut sind, in der Ecke zu sitzen, ihren Mund zu halten und gut auszusehen. (Welch Rückschritt). Wenn man jedoch in solch einer Zeit aufwächst, ist es äußerst selten gerade die zwei Exemplare jener Gattung anzutreffen, die rebellische Gedanken hegen, bzw. überhaupt denken und sich nicht in ihr Schicksal fügen. Wie praktisch, dass Pamela und Nora auch noch miteinander befreundet sind und unabhängig voneinander ihren Freigeist entwickeln. Entschuldigung, aber ich habe das den beiden Charakteren nicht abgenommen.

 Zu wenig Tiefe und Ausarbeitung bei dem Hintergrund der Entstehung von Zombies

 Der nächste Aspekt ist das „Zombie-Gen“. Da ich mich privat für Viren, Gene und Molekulargenetik interessiere, habe ich genau verstanden, welchen Prozess Lia Habel dort für Tote, die wieder auferstehen und umherwandeln ausgewählt hat. Leider habe ich so auch die ganzen Lücken bemerkt, die sie bestimmt für sich verstanden und im Hintergrund notiert hat, aber in der Geschichte kamen sie nicht zum Tragen. Mein Vorschlag: Wenn man es anreißt, dann richtig oder man lässt es bitte komplett.

Klar, sie könnte die Gewichtung auf diesem Aspekt als irrelevanter angesehen haben und ich bin mir sicher, dass alle verstanden haben, was sie ausdrücken möchte, aber wenn dieser Aspekt nun einmal die Ursache und Grundlage ihrer ganzen Geschichte ist, wirkt das auf mich viel zu schwach und unausgereift! Da fehlt die Tiefe und das „Gen“, was „Dark Love“ die Substanz verleiht!

Mein endgültiges Urteil:

Wären es nur die Zombies gewesen, die mich so anekelten, hätte ich „Dark Love“ noch drei Sternchen geben können, weil Lia Habel meinen Geschmack nicht getroffen hätte und alles andere „richtig“ gestaltet gewesen wäre.

Da sie aus meiner Sicht nur Logikfehler leistete, unglaubwürdige Charaktere und Szenen inszenierte und eine Handlung präsentierte, die lediglich mein Desinteresse zum Vorschein brachte, bekommt „Dark Love“ 1 Stern und wenn es weniger gäbe, lieber weniger.

Das Cover beispielsweise ist sehr schön, um nicht zu sagen atemberaubend, wenn man „Dark Love“ in der Hand hält, aber weder Titel, noch Covergestaltung haben auch nur irgendeine Funktion oder einen Bezug zum Inhalt. Da wäre man vielleicht lieber den Amerikanern gefolgt und hätte es beim Titel „Dearly, Departed“ belassen sollen oder direkt das ganze Werk dem deutschen Buchmarkt erspart.

Die Autorin fragte sich, warum bisher niemand eine Liebesgeschichte zwischen einem Untoten und einem Menschen schrieb?- Weil dabei schwerlich etwas gutes herauskommen kann und für mich ist das ein perverser Tabu-Bruch, den ich nicht empfehle und ganz tief aus meinen Gedanken verbanne. Eigentlich würde ich euch in diesem Fall raten, euch eure eigene Meinung zu bilden und uneigentlich sage ich: „Finger weg“, ich war noch nie so froh die letzte Seite eines Buches erreicht zu haben!

Thematik:

Zombies

Zukunft/Vergangenheit

Digitales Zeitalter V.S. Viktorianisches Zeitalter

Krieg

Konflikte

Allgemeine Buchinformationen:

Lia Habel

Dark Love

Roman

Erschienen: November 2011

Aus dem Englischen von Diana Bürgel

Originaltitel: Dearly, Departed

512 Seiten

Klappenbroschur

15,99 [D], € 16,50 [A], sFr 22,90

ISBN: 9783492702195

Zu „Dark Love“ beim Piper-Verlag

Team Zero 01 – Heißkaltes Spiel von Eva Isabella Leitold [Rezension]

Der Inhalt:

Detective Josephine Silvers Welt wird erschüttert als ihr Vorgesetzter Dan sie auf einen anderen Posten versetzt. Niemand weiß, dass sie eine übernatürliche Gabe besitzt, mit der sie in die Köpfe anderer Menschen gucken kann, um ihre Gedanken aufzufangen. Aus diesem Grunde gelingt es ihr auch Mörder und Verbrecher zur Strecke zu bringen, die außer ihr niemand schnappen kann.

Aber als Dan sie versetzt, bedeutet das für sie das Ende ihrer Karriere. Doch als sie in Fort Collins eintrifft und in der hiesigen Bar erst einmal ordentlich Alkohol tankt, begegnet sie einem umwerfend gut aussehendem Mann. Sie verbringen den Abend miteinander und lassen auch in der Nacht gemeinsam nichts anbrennen. Als Josephine am nächsten Morgen auf ihrem neuen Arbeitsplatz erscheint, staunt sie nicht schlecht, wer da vor ihr steht. Aber diese Peinlichkeit rückt in den Hintergrund, als ein Mörder, den sie als Ausnahme schon an ihrer alten Arbeitsstelle nicht überführen konnte, auch an diesen Ort gefolgt ist und diese Morde scheinbar nur inszeniert, um am Ende zu ihr durchzudringen.

Übernatürliches verbunden mit kriminalistischen Elementen

Team Zero – Heißkaltes Spiel“ ist ein toller Roman, um in eine neue Welt einzutauchen, die mit unserer eng verknüpft und verbunden ist.

Die Hauptperson Josephine Silver ist eine sehr starke Protagonistin, die aufgrund ihrer übernatürlichen Fähigkeiten eine schwere Last zu tragen hat, die sie niemandem anvertrauen kann. Das spannende an dieser Figur war, dass erst mit einer gewissen Zeit ihre starke Fassade bröckelt und man mehr und mehr von den Gefühlen unter der Oberfläche erfährt. Dabei wirken so einige Verdrängungsmechanismen und wem das Freud’sche Psychenmodell der drei Instanzen bekannt ist, und wer gerne ein wenig auf dieser Grundlage „herum analysiert“ dürfte hier viel Freude und Spaß haben.

Aber auch ohne das o.g. Modell bleibt ordentlich Spiel für Leidenschaft, für Spannung, für Abenteuer, für Schießgefechte mit Waffen, mit Worten (;))und allerlei Übernatürlichem.

Ein paar Schwachpunkte, dennoch prickelnde Momente

Einen großen Schwachpunkt hat Eva Isabella Leitold allerdings fabriziert, der sicherlich – wie so vieles – lediglich von der subjektiven Wahrnehmung beeinflusst ist und deswegen eher als unterschwelliger Kritikpunkt durchgeht.

Team Zero – Heißkaltes Spiel“ reitet eindeutig auf einer fantastischen Thriller/Krimi -Welle und gute AutorInnen in diesem Genre zeichnen sich wohl dadurch aus, dass sie den großen, (perversen) und grausamen Mörder bis zum Schluss verbergen können, jedoch so, dass man am Ende zu glauben meint, gewisse Hinweise gesehen zu haben und diese entweder vollkommen ignoriert, oder zum eigenen Glück immerhin registriert zu haben.

Eva Isabella Leitold krönte dann eine Person zum Mörder, die es rein aus logischen Aspekten gut sein konnte, allerdings hätten es auch viele andere ebenso gut sein können und ich bekam das Gefühl, dass die Autorin auf den letzten Drücker diese und keine andere Person auswählte, weil es ganz gut in den Rest der Handlung passte.

Ein wenig ekelig waren einige, aber was erwartet man anderes von offensichtlich psychisch labilen Frauenkillern?- Und das spricht nur für die guten Beschreibungen der Autorin.

Kleine SWAT-Verbesserung

Vielleicht hätte irgendwo eine kleine Fußnote für die Definition von „SWAT-Team“ (Spezialeinsatzkommando) eingebaut werden können, wenn eine Erklärung nicht in das Geschehen integriert werden sollte, denn ich mag da eine Bildungslücke haben, aber sicherlich bin ich nicht die Einzige, die das erst einmal nachgucken musste.

Die Beziehung zwischen Josy und William Turner (eine kleine Anspielung auf „Fluch der Karibik“?) ist ein wenig wie ein „Katz-und-Maus-Spiel“, was manchmal amüsant und manchmal ein wenig zu viel des Guten war. Besonders da doch von Anfang an feststand, wie die Liebe am Ende ausgeht und dann hätte sich die Autorin den einen oder anderen Umweg sparen können und lieber besagte oder zumindest irreführende Fährten für den Mörder legen können.

Ansonsten stimmte die Chemie in diesem Roman zu 100 % und ich freue mich auf die Fortsetzung, denn es bleibt für die Figuren noch einiges zu überstehen.

Und wenn ich ehrlich bin, manchmal braucht man eine Lektüre, die auf den ersten Blick seichter erscheint und sich dann als spannungsgeladene Kanone entpuppt, unter anderem hervorgerufen durch die aufkommende knisternde Atmosphäre zwischen einigen Figuren!

Mein endgültiges Urteil:

Team Zero – Heißkaltes Spiel“ ist keine leichte Kost und weiß durchaus zu fesseln, denn ich hing beinahe ununterbrochen an diesem Buch.

Bis auf wenige Schönheitsmakel hatte ich Spaß beim Lesen, litt mit den sympathischen Charakteren und freute mich über den Handlungsaufbau, der eine stetige Spannung erfuhr.

Der übernatürliche Faktor in dieser Geschichte hebt dieses Buch von anderen Romanen ab und hat mich immer wieder begeistern können. (Obwohl auch dort einige wissenschaftlichere Details nicht geschadet hätten, denn ein Blitze schießender Mensch?- Da brauche ich wenigstens eine kleine Erklärung mit mehr Anhaltspunkten!)

So verdient diese Lektüre mein Wohlwollen und satte 4 Sterne mit Tendenz nach oben! Guckt euch alleine dieses Cover genauer an und ihr wisst, wie schön dieses Buch werden könnte.

Bewertung

Thematik:

Übersinnliches

Thriller

Perverser Mörder

Selbstkonflikte

Spezialeinsatzkommando

Erotik

Konfrontationen

Allgemeine Buchinformationen:

Heisskaltes Spiel

Team Zero 01

Eva Isabella Leitold

Erschienen: Jan. 2011

Ausgabe Broschiert

Seiten 204

ISBN 978-3-941547-18-6

Preis 14,90 EUR

Zu „Team Zero 01 – Heißkaltes Spiel“ beim Sieben-Verlag

Auch als eBook erhältlich!

Arm sind die anderen von Pete Smith [Rezension]

Der Inhalt:

Als Sly am 23. Dezember von einer kleinen Tour durchs Nachtleben nach Hause kommt, ist seine Mutter Rosie verschwunden. Lediglich eine Nachricht hat sie hinterlassen. Auf dem Spiegel und mit Lippenstift geschrieben. Doch da Sly noch ein Jugendlicher ist und seine drei kleinen Geschwister samt Opa versorgt werden wollen, muss er sich schleunigst eine Lösung einfallen lassen. Sie haben kein Geld mehr und können sich an niemanden wenden, ohne dass das Jugendamt auf sie aufmerksam wird und Sly fühlt sich einfach nur überfordert. Außerdem bleibt da noch die Sorge, dass ihrer Rosie etwas passiert sein könnte.

Sly begibt sich auf die Suche und seine Schwester Enja passt zeitweise auf den kleinen Flo und den schon recht vernünftigen, 10-jährigen Inno auf.

Während andere „Weihnachten“ – Das Fest der „Nächstenliebe“ feiern, holt Sly sich von seinen Geschwistern Unterstützung und sie führen ihre Suche zusammen fort. Denn gemeinsam sind sie stark und gemeinsam ist ihre Hoffnung größer, ihre Mutter noch wiederzufinden.

Eine eindringliche Botschaft, die mir nahe ging

 „Arm sind die anderen“ hat mich sehr viel zum Nachdenken gebracht. Da ich es im Rahmen einer Leserunde las, sind meine „Leseeinheiten“ in fünf Abschnitte eingeteilt worden. Diese Abschnitte waren sehr hilfreich für mich, denn sie führten mich wie bei einem Etappenlauf tiefer und tiefer in die Materie hinein und ich konnte mich ab einem bestimmten Punkt der Botschaft dieses Buches nicht mehr entziehen.
Beeindruckt hat mich, mit wie einfachen Mitteln und wenigen Worten Pete Smith eine gewagte Geschichte auf die Beine stellt, die in diesem Falle Fiktion sein mag, leider aber nur allzu stark an unsere Realität anlehnt, um auf die Zustände um uns herum aufmerksam zu machen!

 Ein aussagekräftiger Titel, der hält, was er verspricht

Ich glaube, ich habe noch nie einen Titel gelesen, der mich auf den ersten Blick so ansprach wie „Arm sind die anderen“. Ohne dass ich Cover oder Klappentext gesehen hätte, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen.

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt und das erfreuliche, der Titel ergibt sehr, sehr viel Sinn und reicht alleine schon aus, um viel, viel, viel nachzudenken.

Die Charaktere kommen alle gut zur Geltung, obwohl aus der Sichtweise des Jugendlichen Slys erzählt wird, der die Verantwortung für seine kleinen Geschwister, samt leicht debilem Opa übernehmen muss, als ihre Mutter Rosie plötzlich verschwindet.

Pete Smith hat seine Figuren also durch äußere Erlebnisse und Einschätzungen von Sly charakterisiert, dennoch wirkten sie alle lebendig auf mich und ich habe mich gut in sie hineinversetzen können.

Manche, aber wirklich sehr wenige Momente wirkten ein wenig unschlüssig. Die Geschichte insgesamt jedoch überzeugte durch ihren gut durchdachten Aufbau und die Feinheiten, die ich beim Lesen immer wieder bemerkte und die „Arm sind die anderen“ so nachvollziehbar gestalteten.

 Ein Aufruf an die LeserInnen und ein bisschen mehr Empathie

 Wer seine Augen vor der Armut und den zum Teil haltlosen Zuständen auf der Welt und direkt vor unseren Haustüren nicht verschließen möchte, sollte als einen möglichen ersten Schritt dieses Buch lesen und für sich selbst vielleicht die einen oder anderen Selbstreflexionen starten.

Damit ist noch kein Elend beseitigt, es hilft aber dem Verständnis verschiedener Bevölkerungsschichten und eventuell mehr Aufmerksamkeit im eigenen Umfeld. Pete Smith hält nicht dazu an in jeder Nachbarin oder alleinerziehenden Mutter eine überforderte Frau zu sehen. Auch nicht dazu, arbeitslose Menschen als generell verantwortungslos, ungebildet und faul zu betrachten. Im Gegenteil: Er schildert eine dramatische, durchaus leere Lebenssituation, in der dennoch Mut zur Hoffnung (und umgekehrt) bleibt und die beweist, dass es nicht auf finanziellen Reichtum ankommt. Dass es noch viel mehr Faktoren zu beachten gilt, durch die sich „Reichtum“ definieren lässt und dass eigentlich nur diejenigen Arm sind, die das nicht erkennen können!

 

Mein endgültiges Urteil:

Ich möchte „Arm sind die anderen“ gerne empfehlen, da es mich vom ersten Moment an gebannt hat und der Inhalt durchaus gelungen ist.

Für meinen Geschmack vielen ein paar Mal zu oft Kraftausdrücke, die andererseits als authentischer zu bewerten sind, mir dennoch nicht zusagten. (Letztlich BLEIBT das Geschmackssache).

Eine Unterhaltungslektüre für „nebenher“ hat Pete Smith nicht geschrieben, dafür eine verdammt gute Geschichte, die gelesen werden will und in kurzen prägnanten Kapiteln viel aussagt.

Ich wünschte, mehr Menschen würden die Ansichten aus „Arm sind die anderen“ teilen, dann könnte man unsere Welt insgesamt als „reicher“ betrachten als sie momentan ist und am Schluss gibt es immer noch einen Hoffnungsschimmer.

Bewertung

Thematik:

Armut

(Familien)zusammenhalt

Soziale Stellungen und Schichten

Behörden

Verantwortung

Hoffnung

Mut

Allgemeine Buchinformationen:

Arm sind die anderen
Verfasser: Pete Smith
ab 14 Jahren
13,5 x 21,5 cm
160 Seiten
EUR: 12,95 CHF: 20,50
ISBN: 978-3-8000-5635-4

Zu „Arm sind die anderen“ im Ueberreuter-Verlag!

Zur Leserunde bei Lovelybooks!

 

Der Eiserne König – Ein Abenteuer von John Henry Eagle [Rezension]

Solche Geschichten sind bedingungslos.

Sie fordern nichts, sie geben nur.

Der Inhalt:

Die Mädchen sitzen an den Spindeln und spinnen Stroh zu Gold. Tag ein und Tag aus. Die ganze Nacht. Das zu Gold gesponnene Stroh ermöglicht allen Menschen ein Leben in Luxus und Komfort. Doch schnell wird aus Komfort Faulheit und aus Luxus Trägheit.
Darauf hat der Eiserne König in seiner Grabkammer gewartet und niemand wundert sich, woher dieser plötzliche Reichtum überhaupt kommt.

Da leider immer dieselben Gestalten ihr Schicksal wegen eines höheren Zwecks opfern müssen, wird Hans auch in diesem Abenteuer vor den Karren gespannt.

Da ist er zusammen mit seiner Schwester den Fängen der Hexe entkommen und plünderte gemeinsam mit Grimms Räuberbande das Land, weil ihm nichts besseres einfiel, da befindet er sich auch schon wider Willen auf der größten Mission seines Lebens.

So trifft es sich gut, dass der schlaue Fuchs den heldenhaften Dachs überlistet und ihn dazu verdonnert den Menschen beim Retten der Welt zu helfen.

Und auch Hans muss nicht allein ausziehen die Welt zu retten. Treue Gefährten werden ihm an die Seite gestellt und ihre erste Mission beginnt damit die Gografen aus der verdornten Festung zu befreien, damit der Zauberschlaf sich löst und der grausame Eiserne König die Weltherrschaft nicht an sich reißen kann.

Die Vielseitigkeit spricht für sich…

 Märchen sind vielseitig. Das zeichnet sich durch ihre unverkennbare Brutalität aus.

– Es gab mindestens zwei Passagen, in denen ich mich richtig ekelte und schockiert den Mund verzog.

Der Heiterkeit mit der ernsten Situationen begegnet wird.

– Die Abenteurer in „Der eiserne König“ versuchen die Welt zu retten und obwohl alles ausweglos scheint, sind sie immer noch zu Scherzen in der Lage.

Den wunderschönen sprachlichen Bildern und moralischen Metaphern, die man auf Alltagssituationen anwenden kann. Das zeigt sich außerdem in den kleinen und großen Weisheiten, die einen teilweise schon überrennen, wenn sie durch implizite Hinweise deutlich werden.

Märchen dienen eigentlich der Unterhaltung von Kindern, so heißt es. Doch in Wahrheit sind Märchen wohl die einzigen Geschichten, die Kinder mit Vorsicht genießen sollten, denn sie bescheren Albträume. Das alles trifft auf „Der eiserne König“ zu. John Henry Eagle entwarf kein komplett neues Märchen, aber im Anbetracht dessen, was er aus bereits Bekanntem zauberte, war das auch nicht nötig.

 Altbewährtes grandios zusammengemischt spricht für sich…

 Es ist schön und gleichzeitig ulkig so ein Buch zu lesen. Denn John Henry Eagle führte mich in seinen Märchenwald hinein, der mir aus vielen Märchenerzählungen aus längst vergessenen Kindertagen vertraut war, jedoch lenkte er den Fokus abseits der Hauptpfade. Aus alt wurde also neu und das auf eine lesenswerte Art und Weise, die mich beeindruckte, denn über 600 Märchenseiten müssen erst einmal koordiniert und so galant zusammengefügt werden!

John Henry Eagle gab mir Stoff für neue Denkrichtungen und ich erhielt die Möglichkeit zu erfahren, wie sich die fabelhaften Geschichten einst wirklich abgespielt haben oder welchen Figurentypen die Charaktere entsprechen.

So bekam ich manchmal das Gefühl eines „Flashbacks“, wenn ich glaubte so eine Erzählung bereits gelesen zu haben und andererseits war es aufregend zu wissen, dass sich auf jeder Seite eine neue Gestalt enthüllen oder eine weitere Parallele gebaut werden könnte. Um einmal ein paar bekannte Figuren zu nennen: Sneewitt(chen), Rumpenstünz, Grimm, Rapunzel, Ha(e)ns(el), Grete(l), uvm.

Diese Charaktere zeichnen sich durch ihre authentische Wiedergabe aus. So leidet Hänsel beispielsweise unter Platzangst und einer Phobie für Hexen, seitdem er von der Hexe im Wald in einem Käfig gefangen gehalten wurde, um von ihr verspeist zu werden.

Die Ereignisse fügten sich ihrem Schicksal und ohne, dass ein Detail unlogisch gewirkt hätte, hatte ich niemals den Drang das zu hinterfragen, was in „Der eiserne König“ passierte, denn bei Geschichten wie diesen kann man sich fallen lassen und einfach mal darauf vertrauen, dass sie einen nicht an der Nase herumführen. Ein weiterer Punkt für die Vielseitigkeit: Märchen sind ehrlich! – Und auch das ist grausam und schön zugleich.

Ein mini, mini, kleines Manko habe ich dennoch. So klein, dass ich es am Liebsten unerwähnt lassen würde. Ich muss zugeben, dass ich es insgesamt gesehen ein bisschen zu lang fand und mir ein bisschen weniger gewünscht hätte.

Märchen sprechen für sich…

Das schöne insbesondere an dieser Geschichte war trotz seiner heftigen Konflikte und der beklemmenden Handlung, dass ich innerlich dabei ausgeglichen und ruhig war. Ich fieberte mit allem mit und war dennoch von der Leichtigkeit beim Lesen befreit. So etwas vermögen nur (gute) Märchen zu vermitteln und mehr muss an dieser Stelle auch nicht gesagt, denn Märchen … sprechen immer für sich!

 Mein endgültiges Urteil:

Der Reiz in „Der eiserne König“ baut sich auf dem Grundgerüst der Märchen auf. Deswegen empfehle ich Märchenfans und denjenigen, denen aus ihren Kindertagen noch ein paar Märchen in Erinnerung geblieben sind, dieses Buch unbedingt zu lesen. Ohne das Vorwissen mag dieses Abenteuer ebenso zu bestechen wissen, denn der Schreibstil ist ebenfalls nicht zu verachten, doch der richtige Spaß liegt beim Wiedererkennungswert.

Wegen des dicken Umfangs rate ich hauptsächlich Genießern zu dieser Lektüre. Ich selbst las sie über mehrere Wochen hinweg und hatte dabei großen Spaß, wer jedoch langsamer liest, könnte schnell die Lust verlieren.

Schlussendlich fallen meine wenigen Kritikpunkte so schwach aus, dass ich 4,5 Sterne vergeben würde, die wieder auf 5 aufgerundet werden und ich denke, auch diese Bewertung spricht für sich…

Bewertung

Thematik:

Märchen

Krieg

Liebe

Märchenadaptionen

Helden

Allgemeine Buchinformationen:

John Henry Eagle

Der Eiserne König

Roman

Hardcover

Preis € (D) 19,95 | € (A) 20,60 | SFR 28,50

ISBN: 978-3-8414-2117-3

Zu „Der Eiserne König“ von John Henry Eagle beim Fischer-Verlag.

 Leseprobe!


Die for me von Amy Plum, gelesen von Julia Whelan [HörBuchRezension]

Hörbuch Die for Me

Allgemeine Hörbuchinformationen:

Autor: Amy Plum
Sprecher: Julia Whelan
Spieldauer: 09 Std. 20 Min. (ungekürzt)

Anbieter: Harper Audio
Veröffentlicht: 2011
Hörprobe: Die for me
Zu ‚Die for me‘- by Amy Plum bei Audible.de!

Blog zum Buch!

Der Inhalt:

Als Katie nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern mit ihrer Schwester Georgia von Amerika nach Frankreich zu ihren Großeltern zieht, beginnt Katie ihren Lebensmut zu verlieren. Täglich zieht sie sich mehr in sich selbst zurück und verbringt ihre Tage in pariser Cafés lesend oder in Museen.

Als sie dem Unbekannten mit dem intensiven Blick zum wiederholten Male über den Weg läuft, kann sie nicht umhin zu bemerken, dass ihr Herz in seiner Gegenwart wie verrückt pocht.

Doch Vincent versteckt etwas vor ihr und Katie ist nach dem Tod ihrer Eltern nur noch schwerlich in der Lage neue Menschen in ihr Leben zu lassen.

Dann aber gerät sie zwischen die Fronten zweier verfeindeter Parteien und Vincent muss sie in sein Geheimnis einweihen und sogleich wird Katie bewusst, dass manche Geheimnisse lieber geheim bleiben sollten. Denn Vincents Exiszent als Revenant birgt viele Gefahren und am Ende muss sie eine folgenschwere Entscheidung treffen. Für oder gegen Vinvent und somit für oder gegen eine Welt, die nur wenigen Menschen bekannt ist. Aber eigentlich hat sie keine Wahl, denn die anderen Revenants haben schon für sie entschieden. Die Bösen sind nicht bereit sie gehen zu lassen, sondern wollen sie benutzen, um ihr Spiel gegen Vincent und seine Freunde zu gewinnen.

-Wer stirbt zuerst?

Ein Hörbuch, was von der ersten Sekunde an überzeugt!

Die for me“ stand lange auf meiner Wunschliste, doch ich entschied mich zunächst gegen einen Kauf. Den Ausschlag gaben dann der deutsche Titel „Von der Nacht verzaubert“ und das Cover, was beides nicht hässlich, aber auch nicht so wunderschön wie das Englische ist. Aus diesem Grunde entschied ich mich für das schöne (!) Hörbuch und habe es nicht bereut.

„Die for me“ ist unglaublicherweise mit das Beste Hörbuch, was ich bisher hörte. Es begann mit dem Intro zu Einstimmen in den Inhalt. Dieses Intro versprach viel, ein haarsträubendes Abenteuer und eine glamouröse Geschichte wie man sie selten vergisst. -„Die for me“ hat sein Versprechen mehr als gehalten…

Eine durchgehörte Nacht…

… und mich komplett verzaubert. Ich habe die Nacht durchgehört, weil ich weder von der Stimme Julia Whelans noch von der Geschichte, die Amy Plum niederschrieb, genug bekommen konnte. Ich weiß nicht, ob der Inhalt alleine auch diesen unbeschreiblich reizenden Sog auf mich ausgeübt hätte, aber die Kombination aus Stimme und Geschichte war in diesem Fall die reinste Berauschung.

Amy Plum wählt Paris als gewaltige Hintergrundkulisse ihres Spektakels, was sich ordentlich zu präsentieren und zu entfalten weiß. Ich hatte bisher nie das Vergnügen mich auf dem englischen Pfade der französischen Sprache oder Kultur zu nähern, aber genau diese Ehre sollte ich in diesem Hörbuch bekommen. Für mich als Deutschsprachige war es ein wenig bizarr, doch letztlich ein Funken von vielen, die dieses lodernde Feuer entzündeten. Ein Feuer, was sich in meinen Kopf einbrannte und meine ungebremste Leidenschaft für diese Geschichte entfesselte.

Einerseits besitzt sie einige typische Elemente, doch andererseits mixte Amy Plum genau dieses Altbewährte mit komplett neuen Ideen, die mich einfach umhauten. Stichwort ist in diesem Falle der Begriff: „Revenant“ und ein Abstecher in die Mythologie

Paris, tolle Charaktere, eine wunderschöne Vorlesestimme, eine geniale Kombination

Dabei darf man die absolut bezaubernden Charaktere nicht vergessen, die mir allesamt den Kopf verdrehten. Für einige dürften sie entfernt an die Cullens erinnern, doch was Amy Plum hier aus den Schatten lockt, kann es mit jedem Vergleich aufnehmen und wird auf jeden Fall gewinnen.

Ich gebe zu, dass einiges eventuell kitschig oder übertrieben anmuten könnte, was letztlich die Sache des eigenen Geschmacks ist, aber es bewegt sich alles in einem Rahmen, den ich gut aushalten konnte, ja sogar brauchte!

Jedes Mal wenn ich die Stimme von Julia Whelan hörte, ging in mir die Sonne auf und bei humorvollen Passagen schlich sich ein Lächeln auf meine Lippen, das nicht mehr weggehen wollte.

Etwas für mich Perfekteres kann es gar nicht mehr geben. Paris, die Stadt der Liebe, ein paar Unsterbliche, die glücklicherweise nicht die leiseste Ähnlichkeit mit Vampiren aufweisen, Figuren, die mich bezirzten, ein Schreibstil und lockerer Ton, der ein dichtes Netz wob, indem es meine Gedanken einfangen und auf „Die for me“ bündeln konnte und Julia Whelan, die das Ganze mit ihrem bravourösen Vorlesetalent krönt.

Für mich kommt das einem Sechser im Lotto nahe.

Mein endgültiges Urteil:

Ich empfehle „Die for me“ nicht nur weiter, sondern dränge es jedem auf, der jemals mal ein Hörbuch ausprobieren wollte oder sich bisher nie traute ein Englisches zu hören oder lediglich einen kleinen Ausflug in ein anderes Genre wagen möchte.

Die for me“ ist wie die Luft zum Atmen und besticht durch seine unschlagbare Kombination aus herzzerreißend gutem Handlungsaufbau, Charakteren, hinter deren Fassade man unbedingt blicken möcht und eine Vorleserin, die alles surreal real wirken lässt.

5 Sterne und mehr für ein Hörbuchevent, das ich am Liebsten sofort wiederholen würde!

Bewertung

Trailer:

Thematik:

Unsterbliche

Liebe

Paris

Bewältigung von Trauer und Schmerz

Gute – und – Böse“ – Konflikt

Cover zur Fortsetzung: „Until I die“:

Vielen Dank an Audible.de für die Unterstützung!

Damian – Die Wiederkehr des gefallenen Engels von Rainer Wekwerth [Rezension]

Der Inhalt:

Lara kann es nicht fassen, als Ben ihr wieder nahezukommen versucht und sie in seiner Nähe ein Kribbeln in der Magengegend empfindet. Nachdem er sie so fies per SMS abserviert hat, glaubte sie ihn nach ihrem Aufenthalt in Berlin nun endlich hinter sich gelassen zu haben. Doch dann daten sie sich erneut. Alles könnte perfekt werden, wenn da nicht der Neue, Damian, an ihrer Schule wäre, der sie so verunsichert. Er sieht unglaublich gut aus und wenn ihre Blicke sich begegnen glaubt sie, er würde sie kennen und direkt in ihre Seele blicken.

Was Lara nicht mehr weiß, obwohl

sie es in Berlin erlebt hat: Sie ist die Tochter Satans und dazu bestimmt am 6.666 Tag ihres Lebens eine Entscheidung für oder gegen die Welt zu treffen.

Damian ist zurückgekehrt, um ihr an diesem Tag beizustehen, doch wie soll Lara diese Aufgabe meistern, wenn sie ihre Liebe zu ihm genauso leicht vergessen konnte wie ihre Herkunft, die das Schicksal der Menschheit bestimmen wird?

-Und das Böse schläft nicht und hat die Jagd auf Lara und all diejenigen, die ihr beistehen, eröffnet.

Die Wartezeit hat sich gelohnt, ein harmonische Duologie findet seinen Abschluss, der wie gewohnt flockig leicht zu lesen ist

Lange habe ich mich auf Rainer Wekwerths Fortsetzung zu „Damian“ gefreut und wurde nicht enttäuscht. Zwar gefiel mir Band 1 im Resultat ein kleines bisschen besser, doch Herr Wekwerth ist immerhin ein Autor, der seine Versprechen hält und mit „Damian – Die Rückkehr des gefallenen Engels“ eine abgeschlossene Duologie kreiert hat.

Seinem Stil bleibt Rainer Wekwerth treu und schafft eine runde, zusammenhängende Geschichte, die durch authentische Charaktere glänzt und mit plötzlichen Wendungen zu verzücken weiß.

Am Besten gefiel mir der Anschluss zum ersten Band; einen so gelungenen habe ich bisher selten gelesen und als ich zwischen den Seiten dieses roten Buches verschwand, fühlte es sich an, als hätte ich sein blaues „Geschwisterchen“ erst gestern voller Euphorie verschlungen.

Des Teufels Maskerade kann alles und jeder sein und so auch die Diener, die in seinem Auftrag handeln. Endlich ist der 6.666 Tag nahe, an dem sich alles entscheiden wird und ich hatte so viel Spaß die Geschichte zwischen Lara und Damian zu verfolgen.

Mehr Emotionen, dafür eine ruhigere Handlung

Dieses Mal betonte der Autor die Gefühle noch stärker und etwas ruhigeres, zu vergleichen mit Harmonie, untermalte die Handlung. Auch schien mir einiges poetischer und besonders anfangs habe ich extrem mitgefiebert und mit Damian mitgelitten.

Ich hebe das „anfangs“ hervor, da meine Euphorie zum Ende leider abnahm. Es war noch immer großartig, nur in einem schleichenden Prozess verlor die Geschichte an Tempo und das große Finale in dem Maße wie ich es mir gewünscht hätte, blieb aus. Ein Finale gab es und spektakulär war es auch, nur meine Wünsche und Vorstellungen wurden nicht erfüllt. Beispielsweise die Entwicklung Laras ist viel zu „gut“, dafür, dass ihr Vater Satan höchstpersönlich ist. Gerne würde ich hier noch weiter ins Detail gehen, doch dann wird es für diejenigen, die es noch lesen wollen langweilig.

Die Art und Weise wie Rainer Wekwerth sein Bild von den Engeln interpretiert und in diese Geschichte gegossen hat, sagt mir sehr zu und ich verspürte in mir selbst Ärger über das, was Gott seinen Engeln abverlangt und habe in Folge dessen die gefallenen Engel zum Teil verstehen können.

Wie gewohnt schwebte ich auf einem lockeren Schreibstil durch die beflügelnde Handlung und war beeindruckt wie realistisch dieser Autor manche menschlichen Verhaltensweisen wiedergegeben hat und welche weisen Sätze er zwischendurch enthüllte.

Mein endgültiges Urteil:

Ein toller Engelsroman, der Büchern mit derselben Thematik eine große Konkurrenz ist und mir ein paar wunderschöne Lesestunden bescherte.

Ich bin begeistert von der Entwicklung dieser Duologie und es war mir eine Ehre solch ausdrucksstarke Charaktere auf ihrer Reise zu begleiten.
Das Ende war keineswegs schlecht, jedoch nicht so fesselnd und kribbelnd wie der restliche Roman.

Aus diesem Grunde muss ich einen Stern abziehen, denn „Damians“ Vorgänger gestaltete sich für mich von Anfang bis Ende zu hundert Prozent Top.

Dennoch besitzt „Damian – Die Wiederkehr des gefallenen Engels“ meine uneingeschränkte Leseempfehlung und wer den ersten Band noch nicht gelesen hat, sollte das schnellstens tun, denn man verpasst ansonsten etwas!

Bewertung

Thematik:

Engel

Gefallene Engel

Krieg

Himmel und Hölle

Liebe

Religion

Dämonen

Gott

Allgemeine Buchinformationen:

Rainer Wekwerth

Arena-Verlag

16,99 €

Buch

Taschenbuch (408 Seiten)

Sprache: Deutsch

Zum Buch: Klick!


Girl Parts von John M. Cusick, gelesen von Chris Patton [HörBuchRezension]

Hörbuch Girl Parts

Allgemeine Hörbuchinformationen:
Autor: John M. Cusick
Sprecher: Chris Patton
Spieldauer: 05 Std. 32 Min. (ungekürzt)
Anbieter: Brilliance Audio
Veröffentlicht: 2010
Hörprobe: Girl Parts
Zu ‚Girl Parts‘- by John M. Cusick bei Audible.de!


Der Inhalt:

Davids Eltern haben genug Geld, um ihm eine Gefährtin zu kaufen. Denn David hat nichts unternommen, als er übers Internet live mitverfolgte wie ein Mädchen, das er kannte, sich das Leben nahm. Die Diagnose: Seine soziales Verhalten ist gestört bis gar nicht vorhanden. Seine Gefährtin soll ihn dazu bringen, erneut ein gesundes soziales Bewusstsein zu entwickeln.

David ist alles andere als begeistert von dieser Idee, doch dann steht seine Gefährtin Rose vor ihm. Eine Robotermaschine, die aussieht wie ein echtes Mädchen und seinen sehnsüchtigsten Fantasien entsprungen zu sein scheint. Man merkt Rose kaum an, dass sie kein Mensch ist. Nur manchmal, da versteht sie Redewendungen nicht oder weiß nicht wie sie auf neue und unbekannte Situationen reagieren soll. David kann fast vergessen, dass sie eine Maschine ist. Aber nur fast, denn eines Tages, als sie übers Küssen hinausgehen wollen entdeckt er, in welcher Form genau Rose sich von einem Menschenmädchen unterscheidet.

Doch da ist auch noch Charlie. Charlie, der Außenseiter, der keine Freunde hat und alleine mit seinem Bike durch die Gegend zieht. Als er Rose trifft, ist er begeistert von ihr, sogar dann, als er entdeckt, was unvollständig an ihr ist und eine schmerzhafte Emanze wider jeder Natur beginnt.

Ein „freakiges“-Hörbuch, was mit seinem kritischen Inhalt, verpackt in „seichtere“ Jugendlektüre, überzeugt!

Girl Parts“ hielt genau das, was ich mit dem ersten Blick auf dieses Cover verband und noch mehr!

Es ist etwas freakig, behandelt eine inzwischen absolut nicht mehr abwegige Entwicklung unserer Gesellschaft und regt stark zum Nachdenken an. Dabei sind diejenigen Inhalte die Besten, die das nicht „Auf-Teufel-Komm-Raus“ provozieren, sondern eine fiktionale Geschichte drumherum bauen, die durch romantische, gefühlvolle, witzige und sarkastische Parts überzeugt.

Anfangs konnte ich mit dem Titel „Girl Parts“ wenig verbinden, doch recht schnell wird deutlich, worauf John M. Cusick hinaus will.

Ist eine Maschine in der Lage „richtig“ zu fühlen, wenn ihr einprogrammiert wurde zu glauben, sie fühle?

Das beschriebene Szenario jagte mir einerseits Angst ein, andererseits fand ich es hoch faszinierend.

Die Frage, die uns in der Vergangenheit stark beschäftigt hat und weiterhin immer stärker umtreiben wird ist: „Wann ist ein Mensch ein Mensch“?- und was ist mit Maschinen, die darauf programmiert wurden „menschlich“ zu sein oder die wirklich wie Menschen fühlen und agieren?

Ist es nur das Gehirn, was einen Menschen ausmacht oder unser ganzer biologischer Apparat dazu?

-Ich kann diese Frage nicht beantworten, ebenso wenig wie John M. Cusick mit „Girl Parts“, aber das war sicherlich auch nicht seine Intention.

Seine Intention deutet vielmehr auf körperliche „Mängel“ hin und wie sich die Vollständigkeit eines menschlichen Organismus definieren lässt oder welche Folgen eine Unvollständigkeit in der Gesellschaft hat.

Drei Charaktere, die dem Ganzen den letzten, authentischen Schliff verleihen

Das mag alles sehr hochgestochen klingen, aber letztlich brachte der Autor dies alles auf ein recht normales Level und demonstrierte diesen beeindruckenden Hintergrund mit der Figur Rose und zwei – auf den ersten Blick – ganz normalen Teenagerjungen. David und Charlie.

Dass hier nichts wirklich vollkommen normal ist, dürfte sich für die HörerInnen schnell herausstellen und dass John M. Cusick trotz der Verwendung von blumiger Sprache indirekt nichts unangebrannt ließ ist ein wahres Kunststück. Indirekt ging er in die Vollen und es war eine wahre Freude „Girl Parts“ zu lauschen.

Wäre ich nach der Hörprobe nur nach dem Sprecher gegangen, hätte ich „Girl Parts“ nicht gehört. Doch da mich die Geschichte samt Cover so ansprachen, hörte ich es trotzdem und bin sehr froh darüber. Ich habe zwar einige Zeit gebraucht um mich an Chris Pattons Art zu lesen und zu betonen zu gewöhnen, aber danach war es super, weil seine Stimme perfekt zu zwei Jungen wie Charlie und David passten.

Mein endgültiges Urteil:

Gesellschaftskritik vom Feinsten, die sich für Jugendliche eignet, aber auch für Erwachsene und einfach alle, die nicht bei drei auf den Bäumen sind.

Wer zunächst genauso ratlos ist wie ich, was sich hinter den „Parts“ von „Girl Parts“ nun genau verbirgt, muss dieses Hörbuch unbedingt hören.

Da Chris Patton aber ziemlich schnell liest, empfehle ich es eher „Fortgeschrittenen“ Englischhörbuchhörern- und HörerInnen, denn wenn man anhand des Tempos nur die Hälfte versteht, ist es nur der halbe, bis gar kein Spaß.

Hört euch unbedingt dieses Hörbuch an, ich finde es genial und wenn es gar nicht anders geht, kauft euch die englische Buchausgabe und im ganz schlimmen Notfall, greift auf die Deutsche (neu erschienene) Ausgabe zurück; Hauptsache, ihr kommt in den Genuss dieser Geschichte!

Doch wenn ich ehrlich bin: Ein Buch kann niemals das ersetzen, was an Emotionen durch die Stimme eines Sprechers zusätzlich vermittelt wird und bei „Girl Parts“ kommt der Inhalt dadurch zusätzlich wunderschön zur Geltung!

Bewertung

Thematik:

Zukunft,

Sozialisierung

Gesellschaftskritik

Moral

Roboter

Jugendliche

Liebe

Gesellschaftsentwicklung

Internet

Sexualität


Vielen Dank an Audible.de für die Unterstützung!

Und die Welt ist meine Beute [Eine Geschichte zu Weihnachten]

Eine Geschichte zu Weihnachten (Ein Weihnachtsgruß !! 😀 ), der auch auf  LeseLust & LeseLiebe nicht fehlen soll!

– Habt ein schönes Fest, ich wünsche euch allen einen tollen Abend im Kreise eurer Lieben und ein paar erholsame Weihnachtsfeiertage! Viel Spaß beim Lesen,

eure Charlousie

Und die Welt ist meine Beute

„Meine sehr verehrten Damen und Herren, heute Abend haben wir eine Hybrid-Transkribierte der I. Generation bei uns.“ -Dramatische Pause.- „Die exklusiv und nur bei uns live die Wahrheit und einige Hintergründe erläutern wird und die Wahrheit über das, was mit unseren Genen wirklich möglich ist. Bitte heißen Sie Jade Swansborough herzlich Willkommen.“
Er breitet die Arme aus, die in seinem geleckten Anzug stecken, während ich den Raum betrete und sofortige Stille einkehrt. Sie drückt stärker auf meine Ohren als jeder Lärm es könnte.
„Jade, Sie sind noch sehr jung und dennoch stellten Sie sich damals für die Forschung freiwillig zur Verfügung.“
Ich erinnere mich daran, wie die Männer mich in das schwarze Auto verfrachteten, während meine Eltern teilnahmslos zusahen. Ich habe geschrien, gebettelt und getobt. Ich habe versucht sie umzustimmen, doch sie standen lediglich mit glasigem Blick daneben, erfreut über die Aufstiegschance in der Gesellschaft, die sie durch meinen Verkauf bekamen und ansonsten nie bekommen hätten. An diesem Tag wurde ich von einem Menschen mit „Rechten“ gefühllos zu einem Forschungsobjekt degradiert.
„Korrekt.“
„Sie sind in unserer Gesellschaft eine sehr kleine Gruppe, die sich Hybrid-Transkribierte nennen, deren DNA mit anderen Organismen gepaart, beziehungsweise verbessert wurde. Haben Sie Ihre Entscheidung aufgrund der Komplikationen und herrschenden Vorurteile bereut?“
Ich lächle und entblöße dabei meine Reißzähne, was den sonst so selbstsicheren Moderator sichtlich verunsichert. Ich spüre das durch die neuen, feinen, sich unter meiner Haut befindlichen Härchen, die niemand sieht, die aber da sind. Ich rieche das durch die Nase einer Raubkatze, die zwar noch eine menschliche Form hat, aber tatsächlich „tierisch“ ist.
„Nein. Ich bereue nichts.“ Dabei denke ich an die Schreie, die Schmerzen, die Angst, die kalten und sterilen Apparaturen, die unzähligen, künstlich gezüchteten in Reagenzgläsern schwimmenden Organe, die wie ein Mahnmal um uns herum positioniert waren. „Ich verstehe, dass die Menschen Angst haben“ fahre ich mit meiner einstudierten Rede fort. Ich sage, was sie hören wollen, aber ich denke, was ich fühle. „Weil wir anders sind. Doch ich glaube, dass das lediglich dem fehlenden Informationsfluss zuzuschreiben ist. Nach einer Weile werden Sie alle feststellen, dass wir immer noch Menschen sind, wir noch genauso fühlen, denken, atmen und sprechen wie vor dem Eingriff. Wir sind genau dieselben, lediglich unsere DNA wurde leicht verändert.“
Ich unterdrücke den Impuls meine Augen zu schließen, damit ich nicht sehe, wie sie mir bei vollem Bewusstsein meinen lebensspendenden Teil herausschneiden, während der neue eingesetzt wird. Das synthetisierte und kopierte Herz des schwarzen Pantherweibchens Mara, die in den qualvollen Monaten meine einzige Freundin war. Sie hatten uns miteinander bekannt gemacht und mir erklärt, dass wir bald für immer zusammen sein würden, aber ich verstand das nicht. „Sie meinen die DNA eines Pantherweibchens? Wie können unsere Zuschauer sich diesen Vorgang vorstellen? – Was können Sie nun, was vorher nicht ging?“
Mara war für sie auch nur eine Zahl, ein Forschungsobjekt, so wie ich. Sie synthetisierten ihre DNA-Informationen für die Bauanleitung des Herzens, der Nase, der Augen, allen damit verbundenen Funktionen und noch so vielem mehr. Sie überschrieben ihren DNA-Strang nun mit einem mRNA-Strang, der sich an den codogenen anlagerte. Das ist nichts anderes als eine Kopie von Phosphorsäuren, Zucker, Basenpaaren, Wasserstoffbrücken und anderem fachchinesischem Zeug, das man am Ende DNA nennt. „Ich habe eine Transkription ihrer DNA erhalten. Daher auch unser Name: ‚Transkribierte‘. Vor ca. hundert Jahren war das noch nicht möglich, zumindest nicht in dieser Form. Es war möglich, einzelne Pläne, der sich in der DNA befindenden Bauanleitung, zu kopieren und irgendwo einzusetzen. Doch die Organe versagten, weil der Körper sie abstieß. Irgendwann funktionierte dieses Verfahren von Mensch zu Mensch. Da Tier und Mensch nicht kompatibel sind, dachten alle vom Fach, könne auf dieser Ebene niemals ein Austausch von DNA stattfinden. Alle Theorien sind widerlegt. Ich bin der lebende Beweis.“ Ich schenke ihm und der Menge meinen Raubtierblick. „Jetzt im 22. Jahrhundert kann ich alles, was zuvor die DNA des Panthers konnte.“ Mara konnte vieles. Voller Anmut und Stärke zeigte sie jedes Mal Zähne, wenn sie uns trennen wollten. „Ich sehe, wenn es dunkel ist und menschliche Augen blind und nutzlos sind. Ich höre, selbst wenn es jemand in großer Entfernung flüstert…“…und ich spüre wie das Publikum vor Angst erbebt, rieche, wie sie alle schwitzen und weiß, dass ich mich bloß meinen Trieben hingeben müsste, um sie alle sofort zu reißen. Als sie anfingen mit diesen Versuchen, haben sie noch alles wild durcheinander gekreuzt. Die Kiemen eines Fisches in den Jungen eingesetzt, der daran erstickte. Drei Arme, drei Beine und drei Augen für die schon runzelige Frau, nur um zu sehen, was passiert und um zu demonstrieren, dass sie es konnten. Nur um zu beweisen, dass sie Gott sind. Wenn die Kamera-Teams und Investoren vorbei schauten, zeigten sie ihnen einige züchtige, gelungene Fortschritte, die nichts mit den richtigen Experimenten zu tun hatten. Mit solchen, die unsere Körper zerstörten, unsere DNA transformierte und unsere Persönlichkeit stahl. Die anderen sahen nur das, was sie sehen sollten. „Wie wurde diese Inkompatibilität zwischen Mensch und Tier behoben?“ „Ich nenne es mal Berufsgeheimnis. Wir sind bisher die einzigen, denen das gelungen ist. So soll es auch bleiben. Allerdings können Sie sich die Verbindungen zwischen diesen beiden DNA-Typen in etwa wie einen Adapter vorstellen.“ Maras Fell ist samtig und weich. Ihr Körper warm, muskulös und voller Kraft strotzend unter meinem. Jetzt bin ich dies. Ich bin ein Mensch, war es, weiß nicht, was ich inzwischen bin. Ich weiß nicht, was die Tausende von Menschen in mir sehen, wenn sie mich per Übertragung dieses Interviews anblicken.
„Wie wird mit diesen legendären Fortschritten weiter verfahren?“Lösungsbuchstabe
Sie werden Kinder aus ihren Familien reißen, wenn es keine Freiwilligen gibt. Diejenigen, die doof genug sind, sich zu melden, weil sie glauben, dass es cool sei, so zu sein, werden erniedrigt, untersucht, aufgeschnitten, genmanipuliert, transformiert und sich wünschen, niemals geboren zu sein. „Leider bin ich nicht befugt, darüber Auskünfte zu erteilen“, merke ich bittersüß an. Ich frage mich, was passiert, wenn sie herausfinden, dass ich eine Mutation bin. Ein Fehler, in ihrem sonst so säuberlichen System. Ich bin etwas, von dem niemand weiß, dass ich es sein kann. Wenn ich in den Spiegel schaue, erkenne ich mich nicht mehr. Mir guckt ein Wesen entgegen, mit dem ich mich nicht identifiziere und wenn ich versuche, mich darin zu finden, gelingt es mir nicht. Da sind spitze schwarze Ohren, etwas höher angesetzt, als menschliche, schlitzige Katzenaugen und das Lächeln eines Raubtiers mit scharfem Gebiss und Reißzähnen für seine Beute. Für die Forscher und das Institut bin ich ein erfolgreicher Versuch. Spiel. Satz. Sieg. Für die Menschen bin ich ein Monster. Ein Makel in ihrem sonst so perfekten Weltbild.
„Eine letzte Frage noch, Jade, wenn Sie gestatten?“, ich nicke. „Was glauben Sie, würde Gott zu diesen Eingriffen sagen?“ „Seit Jahrzehnten ist die Nicht-Existenz Gottes wissenschaftlich bewiesen.“ „Dennoch glauben einige an ihn. Heißt das nicht, dass er noch existiert? Würden sie sich noch als ein…“, er bleckt die Zähne, „Geschöpf Gottes ansehen?“ Wenn ich meine Existenz betrachte, weiß ich, dass dies von keinem Gott je gewollt sein kann, denn manchmal, wenn ich ganz genau hinschaue, blickt mir das verzerrte Abbild eines Albtraums entgegen. Die Albträume sind in meinem Kopf, in meinem ganzen Sein verankert. Doch nicht deswegen, was SIE mir angetan haben und wie sie jeglichen ethischen und moralischen Grenzen trotzen, sondern weil ich spüre, dass ich selbst das Ungeheuer bin. Ich selbst bin der Albtraum; zum Jagen erschaffen, zum Überleben geboren, denn das haben sie aus mir gemacht; ein Raubtier mit Instinkten, schwarz wie die Nacht. Mit der Zeit werde ich vergessen, dass ich nur eine Kopie bin. Dann bin ich nur noch eines, eine Jägerin: Und die Welt ist meine Beute, sie ahnt es nur noch nicht.

Die Zeit ist reif für gefallene Engel … [Gewinnspiel]

Huhu ihr Lieben!

Es weihnachtet sehr und jetzt endlich startet die Verlosung zu „Damian – Die Stadt der gefallenen Engel“. Ihr könnt 1 Exemplar das Buches gewinnen! Ein romantischer und kriegerischer Engelsroman aus der Feder eines deutschen Schriftsteller, der Berlin als atemberaubende Kulisse gewählt hat.

Klappentext:

Lara will ein paar aufregende Tage in Berlin verbringen. Doch hinter der Fassade der Großstadt verbirgt sich eine Welt, in der dunkle Kreaturen einen verbitterten Kampf austragen. Als Lara Damian kennenlernt, weiß sie nicht, dass sich durch ihn eine alte Prophezeiung erfüllen soll. Ein düsteres Familiengeheimnis legt sich wie ein Schatten über die beiden und bedroht ihre Liebe und ihr Leben.

Muss ich – neben dem WUNDERBAREN Cover – dem tollen Klappentext – und einfach allem Großartigen – noch mehr dazu sagen? Nein? – Dann ist ja gut!

Ich nehme mir jedes Mal vor, ohne Lose auszukommen, aber irgendwie… Irgendwie will das nicht so recht. Ich bitte euch im Vorfeld, sorgfältig zu lesen, denn so leid es mir tut, wenn ihr etwas nicht berücksichtigt (was ja mal vorkommen kann), könnt ihr nicht in die Lostrommel wandern!!

Folgendermaßen könnt ihr Lose sammeln:

Pflicht:

1. Beantwortet als Kommentar unter diesem Artikel folgende Frage: 2 Lose

Warum sind ein paar Engel gefallen? – Was haben sie an Gott oder dem Himmel oder was auch immer zu kritisieren gehabt, so dass sie von Gott aus dem Himmelsreich verstoßen wurden? (Eure Kreativität ist gefragt ;-))

Freiwillig:

2. Ihr erklärt euch dazu bereit (Im Falle eines Gewinnes) eine Gastrezension über „Damian“ für LeseLust & LeseLiebe innerhalb von 6 Wochen (nach Erhalt des Buches) zu verfassen! Dafür schreibt ihr in der Mail diesen Satz: „Im Falle eines Gewinnes verpflichte ich mich für eine Gastrezension bei LeseLust & LeseLiebe“. 3 Lose (Ich habe lange überlegt, ob ich das mit „reinnehmen“ soll, aber da ich „Damian“ so klasse fand und es ganz viel Popularität verdient hat, erscheint mir das ein guter Weg!)

3. Wie stellt ihr euch Engel vor? Mailt mir ein Bild davon! (Es darf selbst gemalt, fotografiert etc. sein). 3 Lose

4. Werbung bei Twitter, Facebook und Co. 2 Lose ! (Ihr könnt gerne überall Werbung machen ;-), aber es bleibt bei 2 Losen! :))

Kleiner Zusatz:

4.1 Manche haben bei meinem letzten (Technischen)-Gewinnspiel teilgenommen und sich durch das Kommentieren der richtigen Lösung ebenfalls 2 Lose verdient! WICHTIG dafür, schreibt das bitte in der abschließenden Mail an mich hinein. Ich prüfe das selbstverständlich noch einmal nach, damit sich hier niemand einschummeln kann, aber so kann ich das besser nachvollziehen!- DANKE

Ebenfalls Pflicht:

Es ist wichtig, dass ihr mir am Ende eine E-Mail mit dem Betreff „Damian“ an Charlousie[at]ymail[Punkt]com sendet, die folgendes beinhaltet:

Eine Kopie eures Kommentars + Nicknamen.

Falls ihr eine oder mehrere der freiwilligen Aufgaben erledigt habt, diese bitte angeben und zwar mit der Nummer! Beim Bild brauche ich natürlich das Bild, wenn ihr werbetechnisch unterwegs ward, bitte den Link angeben und so weiter und sofort.

Insgesamt sind das also maximal 12 Lose!

Einsendeschluss ist in einer Woche, also der 31.12.11, um 00:00 Uhr!

Eure Adresse braucht ihr noch nicht in der Mail angeben, ich kontaktiere den/die GewinnerIn am Ende und erfrage die Adresse extra!

Wenn ihr noch Fragen habt, stellt sie, ansonsten viel Spaß, ich drücke euch die Daumen!

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

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