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Der erste Tod der Cass McBride von Gail Giles [Rezension]

Ich nahm überdeutlich war, wie trocken mein Mund war und wie ich die abgestandene Luft einsog. Ich musste an etwas anderes denken.
Cass McBride ist nicht hilflos.
Sie nimmt die Dinge in die Hand.
Sie ist ein Gewinner.
Es ist an der Zeit, auszublenden, wo ich gerade bin.
Schieb es weg.
Plane die Strategie.
Visiere dein Ziel an.
Starte den Feldzug.

S. 80

Inhalt:
Cass McBride war ein beliebtes Mädchen. Ihr Vater hatte sich von ganz unten, nach ganz oben hochgearbeitet und ihr beigebracht, wie aus ihr eine Siegerin wird. Er hatte ihr gezeigt, wie sie andere Menschen für ihre Zwecke benutzen kann. Er lehrte sie, aufmerksam zu sein und den Menschen ihre eigenen Schwächen zu verkaufen. Cass setzte all dies fabulös um. Bis auf eine Sache: Sie war nicht aufmerksam genug. Und nun liegt sie unter der Erde in einem Sarg und muss herausfinden, welches Detail ihr entgangen ist, um am Leben zu bleiben. Schnell dämmert ihr, dass es mit David, der den Freitod wählte, zu tun hat. Doch was will ihr Entführer nun von ihr? Was sind seine Schwächen und Ängste und wie kann sie diese gegen ihn verwenden.
Cass bleiben nur wenige Versuche, denn die Zeit arbeitet gegen sie, als sie sich über ein Funkgerät mit ihm unterhält.

Meine Meinung:
Gail Giles hat einen Psychothriller für Jugendliche geschrieben, der sich geschildert aus verschiedenen Perspektiven Stück für Stück an das eigentliche Kerngeheimnis annähert.
Anfangs hielt ich das Motiv hinter der Entführung von Cass McBride für sehr oberflächlich. Denn komischerweise behandelten meine letzten Jugendthriller alle die Thematik rund ums Beliebtsein und wer wie weit oben an der Nahrungskette steht und wer ganz unten. Da ich mich für diese „Spielereien“ jedoch nie interessiert habe, kann ich es erstens nicht nachvollziehen und zweitens wird es allmählich langweilig, überall etwas ähnliches vorgesetzt zu bekommen.
Nichts desto Trotz hat Frau Giles mich mit ihrem bildlichen, extrem schönen Schreibstil von Anfang an überrascht. Zusätzlich mit den unterschiedlichen Perspektiven, hat es mich deswegen sofort gepackt und wie gebannt las ich und fand mich an den unterschiedlichsten Schauplätzen wieder. Dabei wurde mir klar, wie grausam die Menschen gegenseitig zueinander sein können und wie berechnend sie im Großen und Ganzen sind. Mit der Zeit wurde mir ebenfalls klar, dass es in „Der erste Tod der Cass McBride“ gar nicht nur um das Beliebtsein ging. Jedenfalls nicht für alle. Für Cass vordergründig schon, dies jedoch auch nur, um ihren Lebenslauf für ihre spätere Zukunft aufzupolieren und ihrem Entführer ging es um etwas ganz anderes.
Dabei hat Gail Giles bravourös Zusammenhänge aufblitzen lassen, die ich jedoch nie komplett zusammensetzen konnte und so drängte es mich, immer weiter zu lesen.
Es war wirklich mal schön einen Jugendthriller zu lesen, der am Ende einen hundertprozentigen Sinn ergibt und nicht lange um den heißen Brei herumredet. Genau auf den Punkt gebracht entwickelte sich in „Der erste Tod der Cass McBride“ eine spannende und interessante Basis, die in einer riesigen Schlucht mündete, welche nochmals von einem steilen Abhang gekrönt wurde und am Ende, schaute ich nur noch in ein gähnendes schwarzes Loch und war ununterbrochen von fiebriger Begeisterung ergriffen.
Es gibt nichts, was ich auszusetzen hätte. Natürlich kann es sein, dass versierten Thrillerlesern bei „Der erste Tod der Cass McBride“ zu wenig am Ende herumkommt, weil sie „härteres“ gewohnt sind, doch ich bin auf einer hochfeinen psychischen Ebene zu für mich wichtigen Erkenntnissen erlangt und hätte nicht gedacht, dass ein so kleines Büchlein, mir so gut gefallen könnte und dann dazu noch ein Thriller!

Mein Fazit:
Es beginnt mit der aufwendigen, Gestaltung dieses Buches. Der gefensterte Schutzumschlag ist ausgestanzt und birgt viele Details, die man zunächst genauestens studieren kann.
Der Titel dieses Werkes passt haargenau zum Inhalt, was mich sehr erfreute, denn das ist nicht immer zwingend der Fall.
Ein Psychothriller, der auch Menschen ansprechen könnte, die ansonsten nicht so gerne in dieses Genre ihre Nase hineinstecken. Ich habe es total gerne gelesen und bin schon gespannt, was diese Autorin noch so schreiben wird!

Bewertung

Allgemeine Buchinformationen:
Gebunden mit Schutzumschlag, mit Stanzung und vierfarbig illustriertem Vorsatz
240 Seiten
Ab 15 Jahren
ISBN: 978-3-522-20126-1
Preis: 13,90 €
Österreich: 14,30 €, Schweiz: 21,90 sFr
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Vielen Dank an BloggDeinBuch und Thienemann für dieses Rezensionsexemplar!

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2 Gedanken zu „Der erste Tod der Cass McBride von Gail Giles [Rezension]“

    1. Huhu Nana!
      Das finde ich schön, wenn man bei einem Buch dasselbe empfindet! 🙂
      Weißt du was? Ich habe eben eine Minute überlegt, was mir dein „PS:“ sagen soll! Und dann habe ich überlegt und mich gefragt, was das für eni Code ist, bis ich es verstanden habe^^ Lol, Danke, dass ist echt witzig! 😀
      Lg!

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