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Wer schön sein will muss sterben von Michele Jaffe [Rezension]

Ich weiß jetzt, wer versucht hat, mich zu töten, aber ich will es einfach nicht glauben. […] Es gibt nur eine Person, die das getan haben könnte. Eine Person auf die alles hindeutet. Der Drink. Die zugeschlagene Tür. Der Kuss. Das Auto. Der Ring.
Die Augen.
Ich habe die Worte an der Wand gesehen. Ich weiß, was als nächstes kommt.Vom Zimmereingang her ertönt eine männliche Stimme:
„Hi Jane.“ S. 13-14

Inhalt:
Sie ist 16 Jahre alt und heißt Jane Freeman. Ihre verwitwete Mutter steht erfolgreich im Berufsleben und möchte einen smarten und sehr wohlhabenden Mann heiraten, mit dem Jane sich nicht anfreunden kann. Doch Jane ist so beliebt und hat ihre zwei besten Freundinnen, dass sie sich davon nicht aus der Ruhe bringen lässt. Ihr Leben ist perfekt, sie liebt ihren Freund und ist an ihrer Schule hoch angesehen. Aber irgendwer scheint Jane diesen Erfolg nicht zu gönnen. Jemand will sie tot sehen. So kommt sie nach einer Party beinahe ums Leben. Im Krankenhaus ist sie vorerst gelähmt und so geschockt und mit Medikamenten zugedröhnt, dass sie sich nicht daran erinnern kann, was genau passierte. Sie fragt ihre Freunde, ihre Bekannten, Menschen, von denen sie glaubte, dass sie zu ihr halten, doch sie spürt, dass da noch mehr ist und dass sie ihr etwas verschweigen. Ein Anrufer terrorisiert sie und verspricht, das zu Ende zu bringen, was ihm in der Nacht nicht gelang, doch niemand glaubt ihr und man vermutet, sie habe Wahnvorstellung, weil sie die Ereignisse nicht so gut verarbeiten könne. Aber Jane weiß, dass das nicht stimmt und während mit der Zeit Bruchstücke ihrer Gedächtnisses wiederkehren, teilt ihr heimlicher Anrufer ein Geheimnis mit ihr, was sie schon lange vergraben glaubte und das wie ein dunkler, schwarzer Fleck auf ihrer Vergangenheit und ihrer Seele lastet.

Meine Meinung:
„Wer schön sein will muss sterben“ betörte mich zunächst durch seine Schönheit. Eine wunderbare, zur Geschichte passende Gestaltung ist ein toller Blickfang. Selbst der Schutzumschlag fühlte sich beim Lesen beinahe wie Seide an, so dass ich es total gerne in den Händen hielt. Die Geschichte, die hier erzählt wird, bekommt ihren ultimativen Kick, da sie auf mehreren Ebenen erzählt wird und in mehrere Tage, Donnerstag bis Montag und einem Epilog und Prolog aufgeteilt ist. Jane Freeman wird wie eine Märchenprinzessin in einem Rosenstrauch gefunden und hat viele Gedächtnislücken als sie im Krankenhaus aufwacht und versucht zu rekonstruieren, was ihr passiert ist. Während die Polizei davon ausgeht, sie hätte unter Drogen gestanden, ist sie sich sicher, einem Mordanschlag zum Opfer gefallen zu sein. So schwanken die Ereignisse zwischen Janes Aufenthalt im Krankenhaus, indem sie erneut telefonisch bedroht wird, was ihr aber niemand glaubt, der Partynacht, in der sie beinahe totgefahren worden wäre, und einer Erinnerung in Janes Vergangenheit, aus der sie ein Geheimnis über einen mörderischen Abend mit ihrer einstigen, besten Freundin für sich behütet. Dabei hat Michele Jaffe den Kreis der verdächtigen Personen weitgefächert, so dass ich wirklich Herzrasen bekam, wenn Jane mit manchen ihrer Freunde allein war und ich schon glaubte, jetzt passiert es. Allerdings ist Jane an sich teilweise ein sehr unglaubwürdiger Charakter. Zumindest hat mich an ihr gestört, dass sie bei ihrem Freund David Herzflattern und weiche Knie bekommt, dann noch bei ihrer Freundin, ihrem besten Freund und einem Jugendlichen aus dem Krankenhauspersonal. So als könne sie sich nicht entscheiden, was sie eigentlich will und für meinen Geschmack passte es nicht so recht in die Geschichte. Ich könnte dieses flatterhafte Verhalten auch auf die vielen Medikamente schieben, doch das erscheint mir zu einfach. Außerdem drehte es mir insgesamt zu sehr um das Thema Beliebtheit und darum die soziale, gesellschaftliche Spitze der Pyramide zu erklimmen. Ein Thema, was mir selbst nicht besonders wichtig ist.  Ich kann mir nicht erklären, woran es lag, doch das Netz der Spannung zog sich Seite um Seite enger um mich herum und ich war nicht fähig meine Augen von den Seiten zu lösen und klebte quasi fest. So war ich auch recht verblüfft, als ich beim Zuklappen bemerkte, dass ich ohne Unterbrechung beinahe die ganze Nacht durchgelesen hatte. Michele Jaffe hat auf eine sehr sensible Art die Kunst in Form von Fotografie in ihr Werk eingebaut. Mich hat das überzeugen können und viel Abwechslung in die Darstellungsweisen gebracht. Beim großen Finale meinte ich gleich eine Herzattacke erleiden zu müssen. Was das Finale für mich ein wenig schade gestaltete, kann ich leider nicht verraten, denn dann wäre die ganze Spannung für euch, die es vielleicht noch lesen möchten, dahin. Generell ist es aber so, dass ich die Logik hinter allem vermisste. Ich habe erfahren, wer Jane in diese Fallen gelockt hat und sie töten wollte, nur warum diese Person das tun mochte, blieb sehr undurchsichtig. So fehlt „Wer schön sein will muss sterben“ am Ende der letzte Schliff, um dieses Werk zu perfektionieren. Dennoch hat es mir so gut gefallen, dass ich begeistert bin und ich mir kein schöneres Buch für eine Nacht hätte vorstellen können.

Mein Fazit:
„Wer schön sein will muss sterben“ ist ein toller Psychothriller, ich bin mit meinen Gedanken und der Protagonistin Jane Freeman in eisigste Gewässer getaucht und dem Gebilde der Intrigen und Lügen bis kurz vorm Ende nicht auf die Schliche gekommen. Michele Jaffe hat mich mit ihrem bildreichen Worten und gelungenen Metaphern für einige Stunden extrem fesseln können und ich als eine Leserin, die man mit Thrillern nur sehr schwer begeistern kann, bin geplättet von „Wer schön sein will muss sterben“. Frau Jaffe hat ihrem Werk eine so gute Struktur gegeben, dass ich mir wünschte, dasselbe gleich noch einmal zu lesen. Thrillerfans werden es lieben und ich bin bis auf wenige Ausnahmen ebenfalls ein großer Fan dieses Psychothrillers, der ohne viel Blut und Gemetzel meine Sinne erreichte und mir den Verstand zu vernebeln drohte.

Bewertung

Allgemeine Buchinformationen:
Roman
448 Seiten, gebunden
Fischer FJB
ISBN 978-3-8414-2120-3
Aus dem Amerikanischen von Astrid Gravert
Zum Buch: Klick!

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13 thoughts on “Wer schön sein will muss sterben von Michele Jaffe [Rezension]”

    1. Es erscheint am 14. Juli! Wenn du Fan davon bist, wird es dir auf jeden Fall gefallen. Es wird auch mit „Tote Mädchen lügen nicht“ verglichen. DAS fand ich ganz okay, dieses hier hingegen, viel, viel besser! 😉
      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

      Charlousie

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  1. Ich hab das Buch auch schon gelesen und bin mir mit der Rezensionssperrfrist so unsicher. Weißt du da etwas genaueres drüber. Hast du den Link schon weggeschickt und einen positiven Bescheid bekommen oder so?

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  2. Bei mir ist auch ein Stempel im Buch, das ich die Rezension erst am 14. (?) veröffentlichen darf.
    Aber schön, dass dir das Buch gefallen hat. Bin ja mal gespannt, ob ich es mag. Lese ja sonst nicht so häufig Thriller.

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  3. Huhu ihr beiden!
    Also, bei mir war kein Stempel drin, deswegen habe ich eine Weile überlegt. Am Schluss habe ich dann die Rezension unbedingt veröffentlichen müssen, weil es mir so gut gefiel. Den Link schickte ich der netten Frau vom Fischer-Verlag und habe direkt gefragt, ob es in Ordnung sei, wenn nicht, könnte ich sie auch noch bis zum 14. Juli wieder herausnehmen, aber das fände ich wirklich albern, da es nicht mal mehr 2 (!) Wochen sind!
    Nach der Mail bekam ich jedoch eine „Out off office“ Mitteilung, in der es heißt, sie käme erst Ende Juli wieder, doch ihre E-Mails würden regelmäßig gelesen werden. Wenn sich jetzt noch jemand bei mir meldet und sagt, ich soll sie rausnehmen, tue ich das von mir aus und wenn nicht, hat sich die Sache für mich erledigt! 😉
    Ich habe wirklich keinen Stempel o.ä. im Buch! 🙂
    Wie hat es euch denn so gefallen??

    Wünsche noch einen schönen Sonntag,

    Charlousie 😀

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  4. Ja, das Buch steht auch auf meiner WL. Mist. Hört das jemals auf?! *lach* Bin schon gespannt drauf und werde die ganze Rezension von dir erst nach dem lesen anschauen. 😉

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  5. Liebe Charlousie, jetzt habe ich auch (endlich) mal deine Rezension gelesen und wie du selbst, war ich genauso begeistert von dem Buch. Schöne Worte wie immer hast du gewählt, bravo! 🙂

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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