Buchrezensionen, Favoriten, Rezensionen

Der Kuss des Engels von Sarah Lukas [Rezension]

Inhalt:
Sophies Verlobter Rafael war angehender Arzt und freiwillig in Kolumbien tätig, um den Menschen dort zu helfen, als er von Guerillagruppen angeschossen und tödlich verwundet wird. Zurückgeblieben ist eine trauernde Familie und Sophie, die nicht weiß, wie sie diesen Verlust ertragen oder gar verarbeiten soll. Also fährt sie nach Paris, um in einem Sprachkurs und einem Job Ablenkung zu finden. Doch kann das gut gehen, wo Paris als Stadt der Liebe diejenige ist, in der Rafael ihr damals den Antrag machte?
Während Sophie düsteren Gedanken nachhängt und versucht ist, ihrem inzwischen sinnlos scheinenden Leben ein Ende zu setzen, sieht sie in der Ferne plötzlich Rafael. Aber er ist tot, oder nicht? Doch es war dunkel und weit entfernt und sie könnte sich getäuscht haben, muss sie aber nicht. Sophie setzt alles daran herauszufinden, ob er noch lebt und ahnt nicht, dass sie sich in ein Machtspiel zwischen höheren Mächten einmischt.
In einen Krieg zwischen Himmel und Hölle. In die Belange von Gott und dem Teufel.

Meine Meinung:
Ich habe „Der Kuss des Engels“ bereits vor einigen Wochen begonnen. Doch irgendwie begann ich mich durch die detaillierten Ortsbeschreibungen von Paris schnell zu langweilen. Da ich aber zu spüren glaubte, dass die Geschichte sicherlich noch einiges zu bieten hat, wollte ich es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal versuchen. Nämlich dann, wenn ich selbst in Paris gewesen wäre und mehr mit solchen Beschreibungen anfangen könnte.
Genauso gestaltete es sich letztlich.
Ich las das Buch von neuem und war sofort begeisterter, als beim ersten Anlauf, denn viele Straßennamen und Plätze hatten jetzt richtige Gesichter und Formen in meinem Kopf und ich konnte meine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen mit denen von Sophie in Paris verknüpfen.
„Der Kuss des Engels“ braucht eine Weile, bis er seine Wirkung entfaltet und ich den Handlungsfaden erkennen konnte. Er ist eher zartbesaitet. Denn Sophie ist eine zurückhaltendere Person, die sich schnell in ihren idealisierten Vorstellungen von Liebe und dem Leben verliert und Träumen nachhängt. Gleichzeitig ist sie bereit für ihre Ziele zu kämpfen. Mir kam es dennoch so vor, als täte sie dies eher zaghaft und genauso wie Sophie ist, ist auch diese Geschichte. Meistens zumindest, denn manchmal schleicht sich etwas gefährliches in die Gedankengänge von Sophie, die aus der Ich-Perspektive sämtlichen Geschehnisse schildert.
Dämonen und Engel kommen ins Spiel und Sophie wird in Machenschaften verwickelt, die gar nicht ihrem Naturell entsprechen. Lange bevor sie dies ahnt oder es auch nur wahrhaben will, lässt Sarah Lukas ihre LeserInnen einen Blick voraus werfen, indem sie gelegentlich eine andere Person erzählen lässt, die auf diesem Gebiet erfahren ist und Sophie gerne warnen möchte.
In diesem Zusammenhang ist Jean (die andere Perspektive) sehr wichtig und nimmt eine recht wichtige Rolle in diesem Spektakel ein. Er kämpft nicht nur gegen die Seite, in die Sophie sich nun scheinbar verliebt, nein, er ist auch noch der direkte Gegenspieler von Rafael, also sein Antagonist. So entstehen erneute Spannungen und ich meinte beinahe zu fühlen, wie sich die Luft um die beiden herum anstaute und darauf wartete, entladen zu werden.
Der französische Charme nimmt mich immer wieder für sich ein. Ich finde es höchst erheiternd gelegentliche französische Parts aufzuschnappen und mir vorzustellen, wie es wohl wäre, selbst noch einmal dort in Frankreich zu sein und das zu erleben, was die jeweilige Person zurzeit durchmacht.
„Der Kuss des Engels“ sucht vor allen Dingen nach Antworten, die viele Menschen sich stellen. Nach dem Grund für das Böse in der Welt und was überhaupt als gut und was als böse zu definieren ist.

Mein Fazit:
Ich bin richtig froh, dass ich diesem Werk eine zweite Chance gab und kann gar nicht mehr nachvollziehen, was mich genau anfangs störte. Denn ich liebe Geschichten dieser Art, in denen die Schöpfungsgeschichte auf die moderne Zeit übertragen wird und in einer bestimmten Interpretation Auswirkungen auf die Hauptcharaktere ausübt.
So entdecke ich immer noch etwas neues und kann eine weitere Theorie zu meinem Interesse hinzufügen, die sich individuell erweitern und eigens interpretieren lässt.
Ich danke dieser Autorin für diesen elegant, anmutenden Roman, der mich positiv überraschte und genauso „rein“ ist, wie seine äußere Gestaltung und einfach nur wunderschön!

Bewertung

Allgemeine Buchinformationen:
Der Kuss des Engels
Roman
Erschienen: März 2010
416 Seiten
Gebunden
€ 19,95 [D], € 20,60 [A], sFr 33,90
ISBN: 9783492702058
Zum Buch: Klick!
Leseprobe

Advertisements

17 thoughts on “Der Kuss des Engels von Sarah Lukas [Rezension]”

  1. Wow, du bist ja echt begeistert von dem Buch.
    Ich kann mir schon vorstellen, dass das Buch eine ganz andere Wirkung hat, wenn man schon einmal in Paris war. Nur sollte ein perfektes Buch meiner Meinung nach, nicht nur solche Menschen ansprechen, sondern so geschrieben sein, dass wirklich jeder Gefallen daran findet.
    Hast du das zweite Buch auch schon? Das musste ich wieder zur Seite legen, weil es mir nicht gefiel.
    LG

    Gefällt mir

    1. Huhu. Da hast du natürlich auch wieder recht und dass es mir erst so gut gefiel, NACHDEM ich dort war, ich tatsächlich DER Beweis. Nee, Teil 2 habe ich (leider) noch nicht 😦 Wenn du es nicht haben willst, ich nehme es gerne 😛 *haha*
      Naja, irgendwann wird es vielleicht wieder besser? ich finde es zwar dumm, dass Sophie auf einmal was von Jean wollen könnte (nen wenig plötzlich, oder) doch ich mag es irgendwie und freue mich deswegen.
      Hmmm. Habe es vorher noch nie erlebt, dass ich ein Buch erst wenig ansprechend und dann super fand, weil es an den Lokalitäten lag.
      GLG

      Gefällt mir

  2. Hallo Charlousie!

    Vielen Dank für das Verlinken 🙂

    Ich habe auch gerade mal deinen Blog durchstöbert! Bei der Gemeinsamkeit von Hessen und Mai hört es nicht auf: Ich komme auch aus Kassel 🙂 Allerdings war ich nicht auf der JGS, sondern auf dem WG (wobei das nicht die beste Idee war ^^).

    Liebe Grüße,
    Juliane

    Gefällt mir

    1. o_O SCHOCK! Das ist ja wirklich gruselig. Hessen ist soooo groß und dann ist es auch noch dieselbe Stadt. (Ich wollte nie aufs WG,weil meine ganzen Freunde sich so abstrampeln müssen, der Schulleiter ein A**** ist und unsere Partnerschule einfach die JGS war. Wollte da schon immer hin, weil mein Bruder auch dort war und bisher habe ich meine Entscheidung nicht bereut! :))
      Oh und das Verlinken ist doch sehr gerne geschehen! 🙂 Bei den ganzen Gemeinsamkeiten und diesem schon so professionell wirkenden Blog, der noch SOOO neu ist! (Wahnsinn!)
      Viele Grüße,

      Charlousie

      Gefällt mir

      1. Hehe, ja so klein ist die Welt!! ^^

        Ja, der Schulleiter ist wirklich ein Blödmann.. gut, dass ich das hinter mir hab.. ein paar von meinen Freunden waren auch auf der JGS und die waren auch sehr zufrieden. Ich hatte nur den „Absprung“ nicht zum richtigen Zeitpunkt geschafft ^^

        Danke für Komplimente 🙂 Ich hab ja schon vorher an dem Blog gewerkelt, bevor ich richtig „online“ gegangen bin 🙂

        Liebe Grüße 🙂

        Gefällt mir

        1. Das sieht man! (Dass du herumgewerkelt hast).
          Ich hatte die Ehre nur einmal diesem Herrn zu begegnen bei einem Streik und der hat die Türen der Schule abschließen lassen und naja, war halt nicht der netteste Mensch. Unser Schulleiter ist zwar auch nicht so die Freundlichkeit in Person und mega Angsteinflößend, doch ich glaube, dass ist nur Masche, um Autorität gegenüber seinen Schülern und Kollegen auszustrahlen!
          Die Welt scheint täglich kleiner zu werden.
          Schönen Abend noch!

          Gefällt mir

  3. Das ist die erste, so positive Rezension, die ich zu dem Buch lese! Ich hab es hier auf meinem SuB, aber alle haben mir davon abgeraten….mal sehen! Deine Rezension motiviert mich allerdings nun doch, das ich dem Buch eine Chance gebe. 🙂

    Gefällt mir

    1. Naja, warst du denn in Paris? 😉
      Ich fand es nämlich auch nur nach dem zweiten Anlauf schön, dafür aber umso besser. Scheinbar bin ich die absolute Ausnahme…. „Poison Diaries“ fand ich auch genial und die Mehrheit fand es mittel bis schlecht. So ist das immer!

      Gefällt mir

      1. Ja, war ich. Mehrmals schon! ^^
        Es geht mir aber auch oft so, dass ich Bücher toll finde, die alle anderen doof finden. 🙂

        Gefällt mir

  4. Ich hab’s ja schon als Hardcover. 😉 Mal schauen, wann ich dazu komme, ich bin immer noch etwas auf Abstand zu Engeln. ^^

    Gefällt mir

    1. Es kommt gar nicht so klar heraus, dass er ein Engel ist. Also es wird darüber geredet, aber er läuft nicht mit einem Heiligenschein herum oder würde so super anziehend auf die Menschen wirken, weil er ein Engel ist 😉
      Das bleibt eher im Hintergrudn wirklich!!

      Gefällt mir

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s