Buchrezensionen

Zwischen Schatten und Licht 04 von Melissa Marr [Rezension]

Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und drückte ihre Lippen auf seine. Ein Energieschub durchflutete sie, als er plötzlich aufhörte, seine Gefühle zu unterdrücken. Bedürftigkeit. Bedauern. Bewunderung. Hunger. Verwirrung. Ani ließ all das in ihre Haut sickern. Sie sog seinen Atem, sein Leben ein. Sie spannte ihren Körper an, als bereitete sie sich darauf vor, etwas Ungezähmtes zu jagen, als wäre dies das Einzige, was sie vor dem Verhungern bewahren konnte.

S.76

Inhalt:
Ani, die Tochter Gabriels ist eine Hundselfe, genauso wie ihr Vater. Was jedoch die wenigsten wissen, dass sie anders ist, als andere Hunds – oder Dunkelelfen. Ihr Hunger und die Art sich zu ernähren unterscheidet sich von denen der anderen. Somit ist sie einerseits mächtiger, andererseits aber angreifbarer und gefährlicher. Bis sie Devlin kennenlernt und in einen Rausch pulsierender Energien verfällt;
Devlin, die rechte blutige Hand von Sorcha, der Königin über den Hof des Lichts, die ohne Gefühle, lediglich von Logik geleitet, handelt. Doch die Logik scheint ihr abhanden gekommen, seitdem sie Seth den Sterblichen für Ashlyn ,die Königin über den Hof des Sommers, in einen Elfen verwandelte.
So entsendet sie Devlin um auf Seth aufzupassen, ohne zu ahnen, dass Devlin vor einigen Jahren wider ihren Befehlen handelte und das Hundsmädchen Ani verschonte, als er sie töten sollte.
Die beiden spüren eine gegenseitige Anziehungskraft und als Sorchas Schwester Bananach von Anis besonderem Blut erfährt, setzt die Kriegselfe alles daran, diese Macht zu nutzen und Ani für sich zu instrumentalisieren.
Wem wird Ani ihr Vertrauen schenken? Devlin, der dazu bestimmt war ihr Henker zu sein oder der tückischen, listigen Schwester Sorchas? Anis Entscheidung herrscht über den Fortbestand oder den Untergang der gesamten Welt der Elfen.

Meine Meinung:

Lange habe ich mich auf die Fortsetzung von „Für alle Ewigkeit“ gefreut. Euphorisch begann ich mit dem Lesen und erwartete wieder einmal komplett in der Geschichte zu versinken. Das hat zwar teilweise geklappt, doch „Zwischen Schatten und Licht“ konnte mit seinen drei Vorgängern leider nicht konkurrieren.
Die Verstrickungen der Figuren und der verschiedenen Elfenhöfe werden immer komplexer und schwerer zu durchschauen. Auch finden sich kaum noch Lösungen, da inzwischen so viele verschiedene Elemente und Personen einbezogen werden müssen, die es vorher nicht zu berücksichtigen galt. Das gefiel mir richtig gut und ich habe gestaunt, was Melissa Marr in ihrer „Sommerlicht-Serie“ noch alles neu dazu erfand, so dass es passte und nicht aus der Luft gegriffen schien.
Von Band zu Band standen andere Protagonisten im Fokus der Handlung und den Erzählungen. So entstand immer eine Einzigartigkeit und mir fiel es leichter jeden Band gleichzeitig getrennt von den anderen zu sehen, aber auch als großes Ganzes.
Sorcha, die Königin des Lichts, und eigentlich rationalste Figur der ganzen Elfenwelt hegt irrationale Gefühle gegenüber Seth. Seth, der einmal sterblich war, sich für Ashlyn in einen Elfen verwandeln ließ und nun wieder bei sich zu Hause in der Welt der Sterblichen lebt.
So konzentriert die Handlung sich unter anderem auf diese beiden.
Die kleine Problematik daran ist, dass Seth und Ashlyn unzertrennlich zusammengehören. Für sie riskierte er letztlich sein Leben. Doch in „Zwischen Schatten und Licht“ wird sie vielleicht drei Mal am Rande erwähnt. Das erschien mir sehr unlogisch, stimmte mich traurig und es fehlte ein Teil der Stimmigkeit.
Die aufkeimende Beziehung zwischen Ani und Devlin habe ich hingegen verschlungen. Auch diese fing vielversprechender an, als sie sich dann entwickelte.
Sie ähnelt ein wenig der von Irial und Leslie aus „Gegen die Finsternis“. Aber nur ein wenig.
Ich erinnere mich noch gut daran, dass „Gegen die Finsternis“ der einzige Roman war, bei dem ich so extrem mit den Figuren mitlitt und unter physischem Stress stand. Bei Ani und Devlin habe ich mich nicht gelangweilt, im Gegenteil, doch diese Emotionalität, dieser Sog der dunklen Gefühle, die mich gnadenlos mitrissen und die böseste Atmosphäre aller Zeiten schufen, empfand ich leider nicht. So gesehen war es schon prickelnd und aufregend, doch nichts im Vergleich zu davor. Vielleicht bin ich inzwischen zu alt oder Melissa Marrs Ideenumsetzung funktionierte in diesem Fall nicht ganz so gut oder die Übersetzung fiel weniger gut aus, wer weiß das schon?
Am Schönsten ist nach wie vor jedoch die Komponente der Balance und Ausgewogenheit in diesen Romanen. Melissa Marr achtet darauf, dass sich alles ausgleicht und es zu jedem Part einen Gegenpart geben muss.

Mein Fazit:
Ich kann „Zwischen Schatten und Licht“ sehr empfehlen. Dafür sollten jedoch dringend seine Vorgänger gelesen werden, ansonsten sind die Hintergründe und verschlungenen Pfade unergründlich und ermüdend.
Die Handlung bestach mit ihrer unverwechselbaren Komplexität und ihren Perspektivenwechsel, während die verschiedenen Charaktere sich gegenseitig ausgleichen und Gegenmonopole bilden.
Um nichts in der Welt sollte man sich diese spektakuläre Reihe entgehen lassen, denn sie bietet einem Fantasy vom Feinsten.

Bewertung

Allgemeine Buchinformationen:
übersetzt von Birgit Schmitz
Gebunden mit Schutzumschlag
15 x 22 cm
336 Seiten
ab 16 Jahren
ISBN 978-3-551-58252-2
€ (D) 17,90
€ (A) 18,40 / sFr 27,90
Zum Buch: Klick!
Meine >>>Rezensionen<<<:

Band 01: Gegen das Sommerlicht
Band 02: Gegen die Finsternis
Band 03: Für alle Ewigkeit
Band 04: Zwischen Schatten und Licht

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5 thoughts on “Zwischen Schatten und Licht 04 von Melissa Marr [Rezension]”

  1. Das klingt total interessant. Genau wie die vorherigen Bände. 😉
    Nach „Flüsterndes Gold“ werde ich wohl mit dem ersten Band von Melissa Marr anfangen.

    Gefällt mir

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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