Buchrezensionen

Strange Angels I – Verflucht von Lili St. Crow [Rezension]

Inhalt:
Dru Anderson und ihr Vater üben ein „Hobby“ aus, welches sie von anderen Menschen grundlegend unterscheidet. Seitdem Drus Mutter gestorben ist und sie alleine zurechtkommen müssen, jagen sie Wesen, die direkt aus Horrorfilmen entsprungen sein könnten und wissen um die Existenz der „Echtwelt“, wie sie sie nennen.
Diese „Echtwelt“ besteht aus Geistern, Werwesen, verschiedenen Vampirarten, Zombies und allem weiteren möglichen, bösen, grausamen und starkem Gekröse.
Dru’s Leben ist relativ hart. Ihr Vater hält sie zum Kampftraining und zur ununterbrochenen Wachsamkeit an. Dafür kann sie sich auf ihn verlassen. Die Sorge um ihn frisst sie zwar auf, wenn er sich tagsüber alleine auf die Jagd nach fantastischen Wesen begibt, doch Abends ist er immer zurück oder hinterlässt ihr eine Nachricht. Bis er eines Tages weg bleibt; Spurlos verschwunden und Dru hat keine Spur von ihm.
Dann kehrt er als Zombie wieder und steht vor ihrem Haus. Er sieht zwar noch entfernt aus wie ihr geliebter Dad, doch Dru weiß, dass er es lange nicht mehr ist und greift zum einzigen Mittel, was ihr übrig bleibt und was er sie stets lehrte. Sie verteidigt ihr Leben mit allen Mitteln und greift zur Waffe.

Meine Meinung:
Dieser Roman war ein einziges auf und ab. Gelegentlich erklomm ich spannende Hügel, die allzu schnell in tiefen, tiefen Tälern mündeten, aus denen ich mich nur schwer befreien konnte, bis ich irgendwann wie in einer zähen, klebenden Masse gefangen, feststeckte. Zunächst fing „Strange Angels – Verflucht“ interessant, witzig und voller Charme an. Die Protagonistin Dru fand ich zwar ein wenig einfältig und die Autorin wiederholte sich darin, wie weh Dru alles tue, etc. doch damit konnte ich leben.
Bis mir irgendwann die ganze Handlung einfach zu überladen erschien. Ohne Zusammenhang und wie aus dem Nichts passierten Dinge, die ich gar nicht nachvollziehen  und die mich leider nicht berühren konnten.
Nachdem die Figuren aus „Strange Angels – Verflucht“ zum xten-Mal als Gag das Wort „Verflucht“ im Kontext verwendeten, war ich wirklich schon sehr genervt und dieser „Joke“ wurde überflüssig.
Wie habe ich mir nicht gewünscht, es käme mehr Pepp in die Handlung, der mir gefallen würde. Der Schreibstil von Lili St. Crow war zwar nett und vollkommen ausreichend, letztlich konnte mich das auch nicht mehr berühren, nachdem ich in der recht zähen Handlung feststeckte. Es ist wahrlich nicht so, als hätten die Charaktere nur herumgesessen und Däumchen gedreht, allerdings habe ich der Autorin ihre Geschichte einfach nicht abnehmen können. Es erstrahlte alles in einem unwirklichen und unrealistischen Licht und je weiter ich vordrang, umso wunderlicher mutete es an.
Die verschiedenen Personen erhielten zwar ihre speziellen und wirklich individuellen Persönlichkeiten, doch selbst diese erschienen mir gekünstelt.
Beispielsweise Dru: Gedrillt durch ihren Vater in ihrer Entziehung, macht sie einen auf hartes Mädchen, dass es mit der Welt alleine aufnehmen kann und jedem Schmerz gefreit ist. Unterstützt wird dies durch ihre geheimnisvolle und noch recht unerforschte „Gabe“, die sie selbst als einen Fluch ansieht. Andererseits verfällt sie alle paar Seiten in Heulkrämpfe und weint sich bei ihrem neuen Mitstreiter Graves aus. „Harte Schale – weicher Kern“ ist ein denkbar schlechtes Beispiel für diese Geschichte, was die Autorin besser nicht verwendet hätte.
Einen Hügel und gelegentliche Lichtblicke durfte ich dennoch entdecken. Einen Part gab es, indem ich einmal vergessen konnte, dass mich das Buch hauptsächlich störte und mir die Geschichte mehr als suspekt war.
Ich ließ mich in diesem einen Moment fallen und von der Handlung mittragen. Das führte dazu, dass ich mit dem Lesen nicht mehr aufhören konnte und schon dachte, das ist es, endlich geht die richtige Geschichte los, der Höhepunkt kommt. Das ebbte nach ca. 50 schon wieder ab und ich befand mich in demselben zähen Brei, wie zuvor.
Die Autorin wiederholte sich erneut und den Spruch „Das erste Mal ist Gratis“ konnte ich nicht mehr sehen.
Die Gestaltung des Covers gefällt mir sehr gut, nur der Titel ergibt auf den Inhalt bezogen (noch?) keinen rechten Sinn. Die Handlung ist zunächst erst einmal in sich abgeschlossen, doch Lili St. Crow hat einige Aspekte offen gelassen, die sich in den beiden Fortsetzungen aber aufklären sollten.
Ob ich mich an die Folgebände wagen werde, weiß ich noch nicht, denn ich habe mir viel mehr von diesem Werk erhofft.
Allerdings möchte ich noch anmerken, dass die manchmal mehr, manchmal weniger ausartenden Gedankenmonologe Drus, eine nette Abwechslung boten und mir als einziges wirklich originell erschienen.

Mein Fazit:
„Strange Angels – Verflucht“ kam mir vor wie ein schlecht umgesetztes Theaterstück, was noch einiger Proben bedürfte, bevor es Publikumsreif wäre, um die Massen zu begeistern.
Da Bücher diese Chance nun einmal nicht mehr haben, nachdem sie gedruckt und fertig korrigiert, lektoriert sind, ist der Zug bei diesem Werk definitiv abgefahren.
Es ist traurig, dass mich so wenig an diesem äußerlich so schönen Roman begeistern konnte. Normalerweise freue ich mich auf einen geheimnisvoll angelegten Plot, doch in diesem Fall ging der Schuss nach hinten los und ich schwanke zwischen 2-3 Sternchen. Tendiere zu letzterem, da ich mich eigentlich für 2,5 Sternchen aussprechen würde, die ich nun wieder aufrunde.

Bewertung

Allgemeine Buchinformationen:
Autor(en) Lili St. Crow
Verlag PAN
Seitenzahl 384
Preis EUR (D) 16,99
ISBN 978-3-426-28345-5
Erscheinungstermin 04.04.2011
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9 thoughts on “Strange Angels I – Verflucht von Lili St. Crow [Rezension]”

  1. Ich fand ‚Strange Angels‘ auch eher mittelmäßig. Vor allem vom Anfang des Buches war ich sehr enttäuscht, weil er unnötig in die Länge gezogen war. Mit den ständigen Wiederholungen von Drues Handlungen, etc. konntest du leben? Das fand ich unglaublich nervig und hat mich während des Lesens oft frustriert, dass ich mich regelrecht durchkämpfen musste.
    Aber ich muss sagen, dass mir die zweite Hälfte des Buches sehr gut gefallen hat.

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  2. Ich ziehe meinen Hut vor dir, weil du es bis zum Ende durchgehalten hast. Ich war bereits auf den ersten ca. 40 Seiten schon total gelangweilt/genervt. Für mich kommt das Buch einfach nicht in Gang, da passiert nichts wirklich Spektakuläres und an den Schreibstil musste ich mich auch erst mal gewöhnen … momentan wurde es von mir aufs Abstellgleis geschoben … Leider muss ich es aber noch lesen, weil es sich hier um ein Reziexemplar handelt und da versteht sich das ja von selbst. Abeeeeer es kostet mich eine Menge Überwindung weiterzulesen und die Lust liegt gleich bei null … aber was muss, das muss… schöne Rezi übrigens mal wieder. 🙂

    LG Reni

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  3. @Lena:
    Mir erging es eher andersherum. Anfangs fand ich es (noch) passabel, aber wirklich nicht berauschend. Dann raste es BERGAB und dann gab es den Punkt, andem es kurz relativ cool wurde und dann wieder richtig schlecht und tiefer, als tief. (So tief geht es gar nicht mehr in die Erde hinein 😉 :P)
    Finde es komisch und auch echt schade, dass bis auf ein einziges Buch, mir glaube ich bisher kein Buch vom Pan-Verlag so richtig gefallen mochte…. „Das Lied der Banshee“? 😦 = Schlecht
    „Silberlicht“? 😦 = Schlecht
    Mehr fallen mir spontan nicht ein, aber „Ash“ soll (laut anderen ;)) auch nicht so berauschend sein.

    @Reni:
    Den Hut? Soso 🙂
    Also, nachdem ich sogar „Fillory“ durchgehalten habe, was mich echt ALLES an Durchhaltevermögen kostete, war „Verflucht“ wirklich wieder richtig gut. Außerdem war es nicht richtig quälend, allerdings auch nicht so erheiternd. Ich hasse es, wenn ich Bücher auf die lange Bank schieben muss, aber zurzeit habe ich das auch bei zwei Büchern. So ist das mit Rezi-Exemplaren, meistens toll, aber manchmal auch doof, wenn einem die Geschichte nicht liegt. Drücke dir beim Lesen die Daumen. Wenigstens lässt es sich recht schnell „herunterlesen“. Zu meiner Rezi: Habe das Gefühl, dass sich meine Schreibgewohnheit in diesem Fall dem Buche anpasste und ich mich wiederholte ;). Sooft ich sie aber auch überarbeitete, ich war nicht in der Lage, das zu ändern. Schlechter Einfluss *Grrrrrr*!

    Wünsche euch beiden ein tolles Wochenende 🙂

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  4. Mir gefallen die Bücher aus dem Pan Verlag eigentlich immer sehr gut. Richtig schlecht waren Ash und Seelenhüter, mittelmäßig Das Lied der Banshee und Strange Angels. Aber absolut begeistert war ich von Die dunklen Mächte (die gesamte Trilogie), Neva, Alterra, Drei Wünsche hast du frei und Meridian. Vielleicht solltest du mal eines von denen probieren 🙂

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  5. Da geb ich Lena recht. Ich habe bisher auch schon einige Bücher vom PAN gelesen und da waren auch echt gute Sachen dabei. „Die dunklen Mächte“ z. B. finde ich richitig klasse, Band 3 ist gerad rausgekommen und schon auf dem Weg zu mir. „Neva“, „3 Wünsche hast du frei“ und Ash (mittelmäßig) fand ich ebenfalls nicht so verkehrt … und sogar „Silberlicht“ konnte mich – ganz im Gegensatz zu „Seelenhüter“ – begeistern. Aber ich denke das ist ja immer Geschmackssache und jeder Verlag wird gute und weniger gute Bücher in seinem Sortiment haben … blöd nur, wenn man bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht hat… Aber falls du „Die dunklen Mächte“ noch nicht kennst – LESEN!!!

    … Strange Angels bekommt bald seine zweite Chance… da beneid ich dich, dass du so eisern bist… na mal schauen, wann ich bis zu den tiefsten Tiefen gelange … ich dachte das wäre schon der Anfang, auch wenn es bei dir genau anders war… 😀

    LG Reni

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  6. Hi du!
    Ich fand das Buch teilweise verwirrend und verstehe deine Sternvergabe. Es ging mal ganz turbulent und Aktionreich zu und dann war es einfach nur seltsam zu lesen. Die Idee der Geschichte fand ich interessant. Und die Protagonistin und Nebencharakter gefielen mir auch. Leider fand ich es aber einfach nur mittelmäßig geschrieben.

    Jeder hat halt seinen eigenen Geschmack. Alle Bücher aus dem PAN Verlag finde ich auch nicht super (z. B. Ash). Neva hat mir eigentlich gut gefallen und den ersten Band aus der „Die dunklen Mächte“ Reihe fand ich richtig klasse. Die anderen beiden Bücher habe ich hier noch liegen und lese bald den 2. Band.

    Herzliche Grüße
    Sandy

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    1. @Lena @Reni @Sandy
      Tja, die Empfehlungen, die ihr hier aussprecht, sind mir alle nicht unbekannt. „Neva“ habe ich hier sogar liegen und „Die dunklen Mächte“ stehen auf meiner WL. Werde ich vermutlich also auch noch alles lesen… Bei „Drei Wünsche hast du frei“ war ich von Anfang an sehr unentschlossen, ob ich es lesen möchte oder nicht. Mal sehen, mal sehen. Aber „Seelenhüter“ MUSS ich lesen, da ich Teil 1 ja auch schon las. Allerdings hatte ich wirklich das Pech bisher, dass ich an die falschen Werke geriet. („Ash“ liegt auch auf meinem Sub 😦 )
      Ach ja bei „Meridian“ habe ich auch gezögert bisher! 😉
      Naja, so verschieden die Geschmäcker auch sind, bei „Verflucht“ sind wir uns ja alle relativ einig. Obwohl @Reni dem Buch ja noch eine Chance geben möchte(muss)
      Aloha, wie auch immer. Ich hoffe, dass ich den „PanFluch“ noch irgendwann hinter mich bringen kann 🙂

      GLG, inzwischen euch dreien 😛 *g*

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  7. Ich fand das buch spitze richtig gut sogar!
    Ich wollte es garnicht mehr weglegen!
    Ich mag dru und ihre art und en schreib stil finde ich auch gut!
    Naja jedr hat halt seinen eigenen geschmack ich finde das pan ein guter verlag ist und das strange angels da unbedingt rein gehört!
    Mir gafallen von pan aber auch ballade und der erste teil davon!
    (Weiss grad nicht wie der heisst… :$) tja ich kann nur hoffen das er dritte bald raus ist ich will unbedingt weiter lesen!
    Ich hoffe dru und graves finden zu einander und das sie christoph aud den mond schießt!

    LG, an alle! 😀

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    1. Liebe gabriela,
      Danke für deine euphorische Begeisterung und Meinung! 🙂
      Ein Buch aus dem PAN-Verlag habe ich bisher auch RICHTIg gut gefunden und zwar „Sternenfeuer„, das ich zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht gelesen hatte…
      Sternenfeuer 02“ fand ich NOCH besser und ursprünglich wäre es auch im PAN-Verlag erschienen, erschien aber zwangsläufig bei KNAUR. Nicht so streng genommen zählt es also sicherlich auch. Kann dir beide SEHR, SEHR empfehlen, wenn du PAN/Knaur sowieso magst!!
      „Memento“ ist übrigens der 1. Band. Schlecht fand ich den nicht, aber direkt vom Hocker hat der mich auch nicht mehr gerissen! 😉

      Eine schöne Woche wünsche ich dir,
      Charlousie

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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