Buchrezensionen, Favoriten

Das Leuchten von Kat Falls [Rezension]

Inhalt:
Ty ist der erste im Meer geborene Mensch. Da Land auf dem Planeten knapp geworden ist und sich die Menschen auf extrem engen Räumen zusammenpferchen müssen, haben einige eine Alternativlösung gesucht und in den Meeren gefunden. So wohnt auch Ty mit seiner Familie nahe einer Wasserstation in einem eigenen „Unterwasserhaus“. Sie besitzen 80 Hektar Land und es geht ihnen und der kleinen Gemeinde, die sich dort bereits angesiedelt hat, sehr gut. Ty kennt kein anderes Leben und auf dem Festland fühlt er sich unwohl, denn seine Haut hat ein Leuchten angenommen, das manche Unterwasserbewohner bekommen. Damit wird er jedes Mal, wenn er die Oberfläche besucht, eine Attraktion. Was jedoch niemand ahnt, nicht einmal seine Familie, dass er eine dunkle Gabe besitzt, die es ihm ermöglicht, sich uneingeschränkter unter Wasser zu bewegen. Ty ist zufrieden mit seinem Leben. Wenn da nicht die Seablite-Gang wäre, die den Bewohnern durch Raubzüge das Überleben erschweren würde. Dann stellt die Regierung sie auch noch vor die Wahl, entweder die Gang zu fassen oder die Mittel zu streichen, so dass alle ihr zu Hause verlieren würden. Ty kämpft um seine Heimat, während er Gemma kennenlernt, eine Topsiderin, eine von oben, die etwas vor ihm verheimlicht und dennoch fühlt er sich von ihr angezogen.

Meine Meinung:
Bisher habe ich einen Roman gelesen, der sich hauptsächlich unter Wasser abspielt und das ist „Ruf der Tiefe“. Diese beiden Werke sollte man aber nicht miteinander vergleichen, denn sie sind ganz, ganz anders. Beide superschön, doch total grundverschieden.
Die Unterwasserwelt, die Kat Falls hier beschreibt ist nicht anders, als andere, nur dass die Menschen sie für ihre Zwecke anpassten und sie für sich bewohnbar machten.
Ich bin am Ende dieses Romans davon beeindruckt gewesen, welche Parallelen die kleinsten Teilchen dieser Handlung zueinander besitzen und wieviele Überraschungen sich verstecken.
Alles passt perfekt zusammen. Vom Titel, über die Gestaltung des Covers, über die Protagonisten, bis zum Inhalt und sogar den Namen der Figuren.
Kein Satz erschien mir überflüssig und ich bin zusammen mit Gemma und Ty in eine spannende, abenteuerliche, „wasserdichte“ Reise hinabgetaucht; um die Abgründe der Menschen, der Gesellschaft, des Meeres und der Natur zu erforschen.
Besonders interessant, dass Kat Falls die Handlung in der nahen Zukunft angesiedelt hat, ohne eine konkrete Zeit zu nennen und eine einleuchtende Ausweichmöglichkeit zum Leben für die Menschen gefunden hat.
Die Geheimnisse von „Das Leuchten“ und das sind einige, offenbaren sich erst nacheinander und manchmal entsteht durch ein gelöstes, ein komplett neues.
Durch den recht schlichten, aber schönen Schreibstil, ließ sich die Geschichte recht schnell lesen und es bedarf keiner hochkonzentrierten Stimmung. Dieses Buch besitzt das Potential, sich eines Tages in Teilen zu bewahrheiten. Den Aspekt der „Dunklen Gaben“ halte ich zwar für nicht wahrscheinlich, doch fürs Buch war er einfach unerlässlich, sowie genial. Kat Falls hat damit etwas ganz neues erschaffen und in eine Geschichte eingebettet, die einen einmaligen und bleibenden Gesamteindruck bei mir hinterlassen hat.
„Das Leuchten“ eignet sich für viele verschiedene Zielgruppen. Einerseits, weil Kat Falls ein Zukunftsmodell präsentiert, welches zwar nicht sehr kompliziert, aber subtil und somit wesentlich realistischer wirkt, andererseits, weil die romantischen Elemente besonders Jugendliche ansprechen wird; die Welt im Meer wiederum andere, weil sich „Das Leuchten“ zu einem kleinen Roman  mit kriminalistischen und ermittlerischen Zügen entwickelt.
Leider verzerrt der Klappentext den Inhalt sehr. Das Buch kann nichts dafür, doch der Verlag hätte die Kurzbeschreibung ruhig wahrheitsgemäß formulieren können und nicht dermaßen Doppeldeutig, dass es zwar LeserInnen anspricht, jedoch falsche Inhalte und Zusammenhänge suggeriert.

Mein Fazit:
„Das Leuchten“ ist ein authentischer Jugendroman, den ich wegen seiner Vielfalt, seiner guten Idee, schönen Handlungsentwicklung und den außergewöhnlichen Charakteren mehr als nur weiterempfehle. Er sollte in keinem Buchregal fehlen, denn mir hat er neue Denkansätze aufgezeigt, während ich gleichzeitig gut unterhalten wurde.
Kat Falls hat einerseits mit recht sparsamen Mitteln gearbeitet, doch diese so raffiniert miteinander verbunden, dass daraus andererseits etwas ganz großes entstanden ist, was mich faszinierte und mich immer mit einem Lächeln an dieses Buch zurückdenken lässt.

Bewertung

Allgemeine Buchinformationen:
Altersempfehlung:
12 Jahre
Format: 14,3 x 21,5 cm
Einband: Gebunden
Autorin: Kat Falls
Seitenzahl: 320
Zum Buch: Klick!

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4 thoughts on “Das Leuchten von Kat Falls [Rezension]”

  1. Das Buch hört sich echt toll an. Es steht eigentlich auch auf meiner Wunschliste, aber momentan muss man doch Prioriäteten setzen, weil der Geldbeutel nicht alles mitmacht. Bisher hat „Das Leuchten“ da leider den kürzeren gezogen… aber vielleicht lohnt sich doch bald mal ein Blick hinein … und das ist ja blöd, wenn der Inhalt auf eine falsche Fährte lockt bzw. falsche Zusammenhäng wiederspiegelt. Das fand ich bei „Seelenhüter“ von Laura Whitcomb schon echt blöd, weil ich mir dadurch im Ganzen gesehen, eine komplett andere Geschichte vorgestellt habe … und leider nicht positiv überrascht wurde… aber hier ist das hoffentlich nicht ganz so gravierend. 🙂

    LG Reni

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    1. Ja, hier ist es aber nur nicht gravierend, weil die Geschichte so wunder, wunderschön ist! Wäre es wie bei dir mit „Seelenhüter“ gewesen, ist es echt ätzend. Bisher lief meine Erfahrung aber so, dass der Klappentext entweder was „falsches“ sagte oder etwas anderes, doch letztlich war das Buch dann besser, als ich so auf den ersten Blick vermutete. Meistens verrät der Klappentext sowieso zu viel. Bei „Biss zum Morgengrauen“ zum Beispiel, kaufst du es zwar, weil es sich gut anhört, doch weil du von Anfang an weißt, WAS Edward ist, wird einem die Chance genommen in diesem Punkt zu raten und das fand ich blöd 😦
      (Deinen Kommentar habe ich eben erst entdeckt und war ganz erstaunt, wo der herkam ;))
      Schönen Samstag wünsche ich dir,

      Charlousie

      Gefällt mir

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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