Buchrezensionen

Second Face von Carolin Philipps [Rezension]

„Paula hat recht! Er hat mich benutzt. Ich war nur ein Name auf seiner Liste … er hat gewettet! Wie eklig ist das denn? Ich hasse ihn!“
Ob Lirim auch so etwas tun würde? Marie schüttelt diesen Gedanken ganz schnell weg. Lirim ist ganz anders als Kai. Lirim ist … Er ist so …
S. 48

Inhalt:
Marie und Anne sind Zwillingsschwestern. Als Anne sich in Kai verleibt, warnt Marie sie, denn Kai sammelt Mädchen wie Trophäen. Als Kai mit Anne dann Schluss macht und die Geschwister mit ihren Eltern raus aufs Land ziehen, dreht Anne den Spieß um und plant, sich an den Jungen zu rächen.
Marie hingegen trifft auf Lirim. Den sanften Jungen, mit dem sie eine Seelenverwandtschaft zu teilen scheint. Die Beziehung der beiden Schwestern bekommt erste Risse, als Anne einen fatalen Fehler begeht, der Marie und Lirims Liebe bedroht.
Daraufhin meldet Marie sich beim Internetportal „Second Face“ an, wo sie sich eine zweite Identität zusammenstellt und eine neue, zweite Welt kennen lernt.
Mit der Zeit investiert sie mehr und mehr Energie für diese Seite und findet dort ein zweites zu Hause. Bis sensible, intime und gefakte Daten über ihre Schwester im Netz auftauchen, die im Zusammenhang mit „Second Face“ zu stehen scheinen.
Marie weiß, dass es so nicht weitergehen kann und beginnt an ihrer virtuellen Identität zu zweifeln.

Meine Meinung:
Anfangs erschien mir die Sprache von „Second Face“ absichtlich auf „Jugendlich“ getrimmt, um die richtige Zielgruppe anzusprechen, doch mich hat es zunächst gestört. Als die Geschichte dann mehr und mehr Substanz erhielt, wurde es zur Nebensache.
Die Spannung allerdings hielt sich während der gesamten Geschichte in Grenzen. Dafür war die Handlung in sich schlüssig und logisch und im Vordergrund sollte bestimmt nicht die Spannung, denn die Thematik stehen, die Carolin Philipps anspricht.
Auf emotionale Art und Weise verdeutlicht sie, welche Tücken und Suchtgefahren das Internet bietet. Vor allen Dingen aber, wie leicht es passieren kann, den Bezug zur Realität zu verlieren.
Durch diesen Roman habe ich zum ersten Mal von Plattformen wie „Second Face“ gehört und mich zunächst gefragt, was das sein soll. Vielleicht ist es weit hergeholt, doch „Face“-book fällt für mich unter eine ähnliche Kategorie. Natürlich ganz anders, doch unterm Strich weist es Ähnlichkeiten auf. Denn die User solcher Seiten wie Second Face, kreieren sich ein zweites Leben in der virtuellen Welt, in der sie alles sein können, von dem sie immer träumten. Ich kann mir vorstellen, dass es anfangs Spaß bereiten kann und Abwechslung bietet. Außerdem Aufregung, weil es neu ist und sicherlich den einen oder anderen Kick bereithält. Genau das lässt es so gefährlich werden. Zu leicht verstärkt sich der Sog und ohne es zu bemerken, ist man abhängig. Genau das ist auch Marie aus dem Roman „Second Face“ passiert.
Sie suchte Ablenkung und Zerstreuung von ihren Sorgen und Problemen, die sie durch und mit ihrer Schwester hatte.
Die Zwillinge sind charakterlich extrem verschieden und geraten durch ihre gegensätzlichen Seiten öfters aneinander. So fällt es ihnen schwerer miteinander zu kommunizieren und sich einander anzuvertrauen. Hätten sie einfach miteinander geredet, hätten sie einige Probleme vermeiden können.
Carolin Philipps Werk verlief besser, als ich nach den ersten Seiten dachte, denn überall wartete eine neue Überraschung auf mich. So ist das Netz der Missverständnisse und Beziehungen von der Autorin dicht und kompliziert angelegt worden, so dass erst zum Schluss klar wird, wie alles genau miteinander zusammenhängt.
Die Emotionen und Gefühle in „Second Face“ haben mich sehr berührt und diesem Werk eine eigene Note verliehen. Trotz der Kürze hat die Autorin alles wichtige thematisiert, obgleich mir irgendetwas fehlte.

Mein Fazit:
„Second Face“ ist ein sehr gutes Jugendbuch, was viele wegen der gut ausgearbeiteten Problematik des virtuellen Konsums lesen sollten. Neben einer schönen Geschichte, die manchmal mehr, manchmal weniger Tiefgang besitzt, regt sie einen zum Nachdenken an und lässt einen vorsichtiger werden mit dem, was man über sich preisgibt, denn man sollte das Internet niemals unterschätzen! Einen Stern muss ich für den zu jugendlichen und manchmal etwas holprigen, stolpernden Schreibstil abziehen.

Bewertung

Allgemeine Buchinformationen:
Second Face
Verfasser: Carolin Philipps
ab 14 Jahren
13,5 x 21,5 cm
144 Seiten
EUR: 9,95 CHF: 15,90
ISBN: 978-3-8000-5610-1
Zum Buch: Klick!

Vielen Dank an den Ueberreuter-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars!

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5 thoughts on “Second Face von Carolin Philipps [Rezension]”

  1. Das Cover habe ich schon sehr sehr oft gesehen. 😉
    Und der Inhalt scheint ja mal was ganz anderes zu sein. Klingt aber einfach nicht spannend, egal wie oft ich die Beschreibungen und Klappentexte lese. Ich kann mir nicht vorstellen, dass mich das Buch fesseln würde.
    🙂

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    1. Der Schreibstil könnte einem beim Lesen auch wirklich das Genick brechen, wenn du ihn gar nicht ertragen kannst! Doch mir hat alleine die Geschichte so gut gefallen, dass mir diese teilweise komische Sprache gar nicht so auffiel und dementsprechend nicht störte! 🙂
      War natürlich schön!
      Lg

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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