Buchrezensionen, Favoriten

Die Poison Diaries – Liebe ist unheilbar von Maryrose Wood und J. Northumberland [Rezension]

„Die duftende Frühlingsluft umschmeichelt uns.
Ich beuge mich vor, bis mein Gesicht nur eine Handbreit von seinem entfernt ist. Ich schließe meine Augen und stelle mir vor, wie meine Lippen die seinen berühren, wieder und wieder.
„Sag mir, was du weißt“, flüstere ich. „Zeig mir, was du siehst.“
„Ich wünschte, ich könnte es.“ Er wendet sein Gesicht ab. „Aber ich kann es nicht.“
Der Kuss stirbt auf meinen Lippen.“ S. 127


Inhalt:

Jessamines leben verläuft in gleichmäßigen Bahnen, das von gelegentlichen Reisen ihres Vaters unterbrochen wird. Zurückgezogen und alleine wohnen sie umgeben von der Natur. Ihr Leben wird von den unterschiedlichsten Pflanzen bestimmt, um die sie sich liebevoll und eindringlich kümmern. Während Jessamine ihnen gerne beim Wachsen zusieht und es liebt, sich um sie zu sorgen, giert ihr Vater nach heilendem Wissen, um der Menschheit zu helfen.
Nur einen Ort, den darf Jessamine niemals betreten. Den abgeschlossenen Giftgarten ihres Vaters. Er ist zu gefährlich und viele der Pflanzen zu unerforscht. Was die beiden nicht ahnen, dass die Pflanzen Pläne schmieden und ihren eigenen, nicht kontrollierbaren Pfaden folgen. Bis Weed plötzlich auftaucht. Der sonderliche Junge, der sie vor der Gefahr warnt, die keiner ernst nimmt.
Sie sind heimtückisch, diese Pflanzen und während sich Jessamine und Weed immer näher kommen, vergessen sie die unmittelbare Gefahr um sich herum.

Meine Meinung:
„Poison Diaries“ ist ein wundervolles Buch. Ein Geschichte, bei der ich das Gefühl habe, ohne Ausnahme, nur neues erfahren zu haben. Ich konnte keine Parallelen zu anderen Romanen erkennen, denn die beiden Autorinnen haben etwas grundsätzlich neues kreiert.
Die Welt der Pflanzen hat mich schon immer fasziniert und hier bekamen sie eine so schöne und spannende Bedeutung, dass ich mich beim Lesen beinahe wie in Trance befand.
Bei einer anderen Rezension habe ich das Wort „skurril“ aufgegriffen. Das ist eine schöne Bezeichnung, denn die Geschichte nimmt tatsächlich skurrile Züge an, doch die Zwischentöne, Feinheiten und Details, die ich erleben durften, kann ich gar nicht mehr alle aufzählen.
Um nicht zu viel zu verraten, kann ich nur sagen, dass die Perspektiven an einem bestimmten Punkt wechseln und diese Geschichte so viele Wendungen und Kurven fährt, dass ich mich nicht mehr halten konnte. Total versunken in der Schönheit dieser Sprache und fasziniert darüber, dass zwei Frauen etwas so Vollkommenes zu schaffen vermögen.
Zwischendurch fand ich die Handlung ein wenig absonderlich, bis das Ende kam und das absonderliche auf einmal den springenden Kern darstellte und einen Sinn ergab.
Solche Bücher sind mir die liebsten, denn man glaubt schon, sie haben sich selbst in einer Falle verstrickt und leider unauflöslich ineinander verheddert, bis der letzte, kleinste und am unwichtigsten erscheinende Faden mit den anderen verbunden ist, das Netz aller nur bestehenden Möglichkeiten komplettiert und alles auf einmal in einem riesigen Glanze strahlt.
Ich kann kaum beschreiben, welchen vielseitigen Aspekten ich auf dem Weg dieser Reise begegnete. Teilweise ist sie sehr schlicht, doch das schafft genau den Raum, den es braucht, um eigene Gedanken wandern zu lassen und in Spekulationen zu ergehen, die im Bereich des Möglichen liegen könnten.
Pflanzen haben ebenfalls so viele verschiedene Facetten, dass man auch diese nicht alle aufzählen kann und das machten sich die beiden Autorinnen zunutze, denn in „Die Poison Diaries“ verschlingen sie das eigentlich Unmögliche miteinander, geben ihm eine geerdete Basis und schon hält man den perfekten Roman in den Händen.
Das Cover verspricht vieles. Es wirkt geheimnisvoll, es wirkt dunkel, durch die goldfarbenen Ornamente hoheitsvoll und es verspricht nicht zu viel. Was ich beim Anblick der „Poison Diaries“ empfand, hat sich durchs Lesen intensiviert.
Ein Roman, bei dem ich litt, mitfieberte und eine innere Ruhe und Ausgeglichenheit empfand.
Das Schicksal von Weed und Jessamine endet spannend und zum ersten Mal freue ich mich auf die Fortsetzung und weiß, dass Ende, welches die Autorinnen gewählt haben, ist das einzig richtige, um „Die Poison Diaries“ zu perfektionieren.
Jessamine ist kein besonderer Mensch. Sie hat zwar mehr Pflanzenkenntnisse, als andere Menschen vielleicht, doch in ihrem Wesen ist sie relativ naiv, unschuldig und unbedarft, was der Erziehung des Vaters zuzuschreiben ist. In manchen Situationen jedoch beweist sie Cleverness und Empathie. Genau in den Momenten, in denen sie mit Weed zusammen ist. Deswegen glaube ich, dass die beiden Seelenverwandt sind. Weed hingegen ist die Besonderheit in Person und was an ihm so anders ist…? Findet es heraus!
Obwohl es „nur“ drei tragende Figuren in diesem Stück gibt, reichen sie vollkommen aus, um eine Atmosphäre der Gänsehaut und Schönheit zu zeichnen. Manchmal liegt in der Schlichtheit die wahre Kraft.
Das allerbeste bleiben die „giftigen“ Teile der „Poison Diaries“. Giftige, böse Pflanzen, die eine Art eigenleben entwickeln. So etwas „verrücktes“ könnte beinahe von mir stammen und ist genau mein Metier. Doch um das zu erleben, was ich erlebte, müsst ihr dieses Werk wohl oder übel lesen und ich hoffe wirklich, dass noch viele den Glanz und die Glorie, die diese Geschichte umgibt, wahrnehmen werden.

Mein Fazit:
„Die Poison Diaries“ vereinen vieles ineinander. Unschuld, Reinheit, Verworfenheit, Bösheit und die nötige Portion Gift, um sich von allen anderen Jugendbüchern abzuheben. Maryrose Wood und J. Northumberland haben etwas gänzlich neues geschrieben und so gut umgesetzt, dass ich nun erwartungsvoll auf die Fortsetzung blicke und dieses Werk so schnell nicht mehr vergessen werde.

Bewertung

Allgemeine Buchinformationen:
Maryrose Wood
Die Poison Diaries
Roman
Hardcover
Preis € (D) 14,95 | € (A) 15,40 | SFR 23,50
ISBN: 978-3-8414-2124-1
voraussichtlich ab dem 8. Juni 2011 im Buchhandel
Zum Buch: Klick!

Trailer:

Vielen Dank an FJB für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars!

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23 thoughts on “Die Poison Diaries – Liebe ist unheilbar von Maryrose Wood und J. Northumberland [Rezension]”

    1. Das ist schön! Aber nicht enttäuscht sein, falls es doch nichts für dich ist, denn die Dame unter mir, vergab nur 2 Sterne!! 😦
      😉
      Naja, mich freut es aber, wenn du es wenigstens mal versuchen wirst! 😀
      Schönes Pfingsten!

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  1. Faszinierend 😀 😀

    Wie unterschiedlich die Rezensionen von uns sind.
    Aber das Buch ist einfach nichts für mich… Schön, dass du deine Freude daran hattest.

    Liebe Grüüüße

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    1. Ja, ich war aber extrem froh beim Lesen, als ich merkte, dass ich es einfach mag! Deine Rezension hatte mich schon schlimmes befürchten lassen! 😉
      Faszinationen …
      Glg und auch dir tolle Pfingsten wünsche ich!

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  2. Hui, du fandest das Buch gut. Ich habe deine Rezi jetzt erst einmal überflogen, weil ich mir das Buch gerade gekauft habe und bald selbst lesen möchte … aber endlich mal eine positive Meinung. Bei amazon hab ich bisher nur durchschnittliche Bewertungen gesehen (zumindest die Sternchen + Fazit) und fürchtete schon um einen Fehlkauf. Aber das ist ja eh Geschmackssache. Jetzt bin ich doch wieder ein bisschen neugierig geworden. Danke!

    LG Reni

    P. S. „Sephira“ hab ich auch kürzlich gelesen und fand es sehr gelungen – ich war positiv überrascht und muss jetzt nur noch meine Rezi dazu schreiben. Freu mich schon sehr auf die Fortsetzung. 😉

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  3. Cool, ein richtig langer Kommentar! 🙂
    Mir ging es mit den Bewertungen richtig ähnlich. Habe mittelmäßige bis schlechte Meinungen gesehen und war schon traurig, weil ich mich so sehr auf dieses Buch freute und es soooo SCHÖN ist! Dann las ich es und war verwundert, dass es mir so gut gefallen konnte und der Mehrheit nicht… Gerne geschehen, dass du jetzt wieder Hoffnungen hast. Eigentlich ist es total dumm, aber mich beeinflusst es manchmal auch, wenn ALLE ein Buch schlecht bewerten, gehe ich schon mit einem schlechten Gefühl ans Buch.
    „Sephira“ war auch bei mir die „MegaÜberraschungsOffenbarung“. Mein erstes Werk von Corina Bomann und zurzeit tauche ich in „Der Lilienpakt“ von ihr ein und Teil 2 von „Sephira“… Darauf bin ich auch schon ganz wild!

    Einen wunderschönen Abend wünsche ich dir noch,

    Charlousie

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    1. Dankeschön fürs zum Lachen bringen!! Finde ich immer noch witzig! (beinahe schon Tränen in den Augen)
      Unsere Stechpalmen haben auch den Benjamini um die Ecke gebracht 😛 und der ist nur noch reif für die Entsorgung ;).
      Gäbe es die Kategorie Witz des Tages oder so etwas ähnliches, wäre diese Satz es geworden! 🙂
      Lg und schöne Pfingsten!

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  4. Oh, mal jemand, dem das Buch gefallen hat. Ich fand es einfach nur ätzend, langweilig und naja… es hat mir halt überhaupt nicht gefallen.

    Aber zum Glück sind Geschmäcker ja verschieden 😀

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  5. Genau, ein riesiges Glück mit den Geschmäckern und nach den negativen Meinungen war ich erstaunt, aber auch hyperglücklich, dass ich es toll fand! 🙂
    „Die Herrscherin“ von Karen Miller ist beispielsweise eines meiner absoluten Lieblingsbücher, doch die meisten finden es auch zu „abgehoben“, „unrealistisch“ etc. Total unnnachvollziehbar für mich, denn ich lieeeebe es!^^
    Lg, Charlousie

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    1. „Poison Diaries“ sind recht groß geschrieben und so super, dass es wie Butter in der Sonne dahinschmilzt!!
      Also viel Zeit müsstest du gar nicht investieren! *gg*. Ich habe mir allerdings viel Zeit gelassen, einfach weil ich diese Kostbarkeit so genießen musste.

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      1. Hm, ich könnte es natürlich kaufen, aber im Moment hat der jew. Verlag d. Originalausgabe das gesamte Buch online zur Verfügung gestellt. Aber nur für begrenzte Zeit, daher sollte ich mich sputen. 🙂

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    1. Also es heißt vom Verlag und der Autorin, dass es wohl das komplette Buch ist (auf der Verlagsseite, ja;)). Aber ich habe die Seiten noch nicht nachgezählt. 😉

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  6. Ich habe jetzt doch noch mal nachträglich deine Rezi gelesen und denke, dass das Buch auf ähnliche Weise bei uns angekommen ist. Skurril hingegen ist ein Attribut, das ich in meinem Idiolekt diesem Roman nicht zuschreiben würde. Aber er hat mich auf eine eigentümlich abgründige Art fasziniert wie selten ein Buch. Ohne jemandem zu nahe treten oder eigene Meinungen abstreiten zu wollen, habe ich noch bei keinem anderen Roman so stark das Gefühl gehabt, dass die sprichwörtlichen Perlen vor Säue geworfen werden. So besonders und poetisch die Poison Diaries auch sind, so zeigt sich doch an diesem Beispiel, wie wenig Bereitschaft zur Wahrnehmung solcher Facetten besteht und poetisch-tiefgründig als langweilig missdeutet wird. Das finde ich schade.
    Ich freue mich jedenfalls auf die Fortsetzung, die ich mit großer Wahrscheinlichkeit sofort im Original verschlingen werde 🙂

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    1. Hallo liebe Sinje!!
      Wießt du was? Ich habe mich gerade riesig über deinen schönen Kommentar gefreut, der so schön ausdrückt, was ich nicht benennen konnte. Dieser Roman hat wirklich Das! Genau das, was so schön ist… Diese Poesi, wie du sagst! Gut, skurril finde ich es immer noch ein wenig, dass die giftigen Pflanzen sich verschworen haben, dennoch einfach schön. Allerdings: Wie konnte man dieses Werk langweilig finden? Ich fand es doch recht kurz (leider) und bin so darüber hinweg geflogen. Recht groß geschrieben, gar nicht dick… Selbst wenn es einem nicht gefällt, hat man es dann doch schnell gelesen. Ich denke, ich werde es nicht auf Englisch lesen, weil ich diese ganzen Pflanzen nicht kenne. Also den englischen Begriff, da wäre ich so verwirrt am Ende, dass ich mich selbst augeknockt hätte! 😉
      Deswegen warte ich noch, so spannend und toll und SCHÖN es auch ist!
      Wünsche dir noch ein tolles, tolles Wochenende und nochmals vielen Dank für deine Worte! Hat mich ehrlich voll hocherfreut gerade!!
      Grüße über Grüße,
      Charlousie

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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