Buchrezensionen, Favoriten

Yelena und die Magierin des Südens von Maria V. Snyder [Rezension]

Inhalt:
Yelena hat den Sohn ihres Wohltäters Brazell ermordet. Zum Tode verurteilt, erwartet sie vom Leben nichts mehr. Da macht Valek, der engste Berater des Commanders, ihr ein Angebot: Entweder wählt sie den Strick oder den Beruf der Vorkosterin des Commanders, der sehr gefährlich ist und ebenso eines Tages zum Tode führen könnte. Yelena entscheidet sich fürs Leben, auch wenn sie dafür Vorkosterin werden muss und beschließt irgendwann zu fliehen. Diese Pläne werden vernichtet, denn Valek vergiftet sie, ohne sie sofort zu töten, doch ohne Gegengift, wird sie sterben. So ist sie gezwungen zu bleiben.
Schnell bemerkt sie, dass es in ihrem neuen Beruf um mehr geht, als nur mögliche Gifte aus den Speisen des Commanders herauszuschmecken. Yelena muss immer noch um ihr Leben kämpfen, denn Brazell will den Tod seines Sohnes gerächt wissen und eigentlich steht hinter den Mordversuchen an Yelena noch viel, viel mehr.
Plant Brazell ein Komplott oder warum ist es ihm so wichtig, dass Yelena seine Geheimnisse nicht weitererzählt?
Um dies und weitere Gefahren zu überstehen, muss Yelena ihren ganzen Mut zusammen nehmen und ihre Loyalität beweisen, denn da ist noch jemand, für den ihr Herz zu schlagen begonnen hat…

Meine Meinung:
Der Klappentext von „Yelena und die Magierin des Südens“ übte auf mich eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus, so dass ich es einmal in der Hand, sofort lesen musste. Oft halten Klappentexte leider nicht das, was sie versprechen oder verdrehen den Inhalt sehr grob. Bei „Yelena und die Magierin des Südens“ hat der Klappentext sogar untertrieben. Ich las in die Geschichte hinein und war sofort gefangen. Ein vielschichtiges Werk, was vom ersten bis zum letzten Satz Spannung verspricht und ein riesiges Kino veranstaltet.
Aus der Sicht Yelenas wird eine fantastische Geschichte erzählt, die alle meine Interessen und Ansprüche an eine packende Geschichte abdeckte. So fing sie mich ein, wie einen Schmetterling in einem Netz und ich habe „das Gefangensein“ sogar noch genossen.
Viele Verwicklungen im Plot ergeben sich wie zufällig und wie beinahe nebenher. Tatsächlich sind sie aber einkalkuliert und selbst Kleinigkeiten können später eine tragende Rolle entwickeln.
Dass Land, das die Autorin hier beschreibt, ist fiktiv, für mich aber so überzeugend, dass ich beinahe glauben möchte, irgendwo existiere es.
Eine schöne Komponente ergab in „Yelena und die Magierin des Südens“ das Verbot der Magie, wo diese Erzählung und Yelenas Abenteuer doch besonders von Magie und Zauberei durchdrungen sind. Das führt selbstredend zu herrlichen Komplikationen, gefährlichen Situationen und einer temporeichen Handlung.
Ein weiterer Konflikt rund um die Magie bahnt sich in den verschiedenen von Frau Snyder beschriebenen Ländern an. Dort, wo Yelena wohnt, ist sie unter dem Regime des Commanders verboten. Doch im südlichen Nachbarland Sitia werden Magier sogar ausgebildet. Das sind zwei schöne Kontraste, deren Fronten bereits aufeinander prallten und ich hoffe in den beiden Fortsetzungen weiterhin aufeinander stoßen und sich weiterentwickeln werden. Solche und andere Impulse reizten mich, ständig weiterzulesen.
Um „Yelena und die Magierin des Südens“ noch mehr zu loben, muss ich erstens die undurchschaubare und komplexe Handlung dieses Fantasy-Romans erwähnen und zweitens die manchmal facettenreichen, manchmal geheimnisvollen und manchmal mysteriösen Charaktere.
Diese gaben meinem Lesefluss einen ungemeinen Auftrieb und trugen dazu bei, dass ich mich in der Geschichte verlor.
Drittens und letztens: Die Formulierungen von Maria V. Snyder. Ich weiß nicht, wie sie es angestellt hat, aber ihre Worte, gemeinsam mit den oben genannten Punkten, bereiteten mir einen fantastischen Höhenflug, vergleichbar mit einem wilden Ritt auf einem Drachen und ich habe danach noch lange davon gezehrt.
Eine minimale Enttäuschung erlitt ich dennoch: Eine Beziehung zwischen zwei Figuren verläuft am Ende ein wenig holprig und nicht ausführlich genug aufgelöst. Das war leicht unbefriedigend. Maria V. Snyder beschrieb zwar, was mit ihnen geschah, doch die Details ließ sie weg, als ob ihr auf einmal die Zeit für weitere Ausschmückungen fehlten.
In dieser Sache wird den gesamten Plot über eine hauchzarte Spannung und eine kribbelnde, verheißungsvolle Entwicklung zwischen diesen Beiden aufgebaut und „das Feuer“ geschürt. Das wurde nicht so aufgelöst und detailreich beschrieben, wie es begonnen wurde und sich entwickelte. Das ist mein einziges Manko, was meinem guten Gesamteindruck jedoch keinen Abbruch tut.

Mein Fazit:
„Yelena und die Magierin des Südens“ ist der erste Teil einer Fantasy-Trilogie aus dem Mira-Taschenbuch Verlag. Dabei steht die Figur Yelena im Mittelpunkt und verkörpert ein starkes, tapferes und cleveres Frauenbild, mit dem ich sehr sympathisierte und mich identifizierte. Ich bin maßlos begeistert von diesem mehr als gelungenem Auftakt der Trilogie und kann Band zwei schon gar nicht mehr erwarten.
Ich muss „Yelena und die Magierin des Südens“ einfach empfehlen, denn für mich ist er zu so etwas wie ein absoluter Geheimtipp herangewachsen, der sich durchaus mit Trudi Canavans Romanen vergleichen lässt.
Ich würde „Yelena und die Magierin des Südens“ am Liebsten noch einmal lesen, denn es hat mir so gut gefallen, dass ich nach einigen Tagen noch viele Gedanken an dieses Buch und seine mitreißende Handlung investiere und kaum genug bekommen kann.

Bewertung

Buchinformationen:
ISBN 978-3-89941-824-8
7,95 EUR [D]8,20 EUR [AT]12,90 sFr [Ch]
464 Seiten
Zum Buch: Klick!

Vielen Dank an den Mira-Taschenbuch-Verlag für die Zusendung dieses schönen Fantasy-Romans und Rezensionsexemplars!

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Ein Gedanke zu „Yelena und die Magierin des Südens von Maria V. Snyder [Rezension]“

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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