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Nachtlilien von Siri Lindberg [Rezension]

Eine harmonische Geschichte über die Kraft der Liebe zwischen dem Wandel der Welt und magischen Kräften.

Inhalt:
Auf Jerushas Familie lastet ein Fluch. Alle weiblichen Mitglieder sind dazu verdammt ihren Liebsten zu verraten. Jerusha ahnt davon nichts, als ihre Hochzeit mit Dario kurz bevor steht. Als ihre Mutter ihr davon erzählt, ist sie fest entschlossen, denjenigen zu finden, der sie verfluchte und ihn aufheben zu lassen. Doch ihr Abenteuer bringt sie viel weiter, als geplant und sie lernt jemanden kennen. Den blinden Krieger Kieran. Sie fühlt sich sofort von ihm angezogen und merkt, dass Kieran und sie etwas verbindet. Sie bekommt ein schlechtes Gewissen Dario gegenüber, als ihre Gefühle immer eindeutiger werden. Ihre Rechnung hat sie aber nicht mit den höheren Mächten gemacht, denn lange geht es in ihrer Reise schon um mehr als einen Fluch. Getrieben bis an die Grenzen ihres Landes und noch viel weiter, wird Jerusha gemeinsam mit Kieran zu einem Spielball, der zwischen Leben und Tod zu entscheiden hat.

Meine Meinung:
Siri Lindberg hat ein Debüt geschrieben, das mich maßlos verzaubert hat. „Nachtlilien“ ist ein fantasievoller Roman mit viel Niveau und Anspruch, der viele Dinge einmal in einem anderen Licht zeigt. Die Schrift dieses Romans war zwar sehr klein und dadurch ein wenig mühsam zu lesen, doch die Handlung und hauchzarten Entwicklungen der Figuren entschädigen das um das zig fache.
Als ich den Klappentext las, erwartete ich eine Geschichte wie jede andere. Klischeehaft, nach „Schema F“ ablaufend und vielleicht noch gut verpackt.
In dieser Hinsicht stellte sich „Nachtlilien“ als eine Offenbarung heraus.
Die Gedanken, Taten und Gefühle der Personen sind sehr präzise und detailliert beschrieben, ohne dass es jemals zu viel ist und eine enorme Spannung zog sich durch das ganze Buch.
Ich habe nichts vorhersehen können, so dass ich an einigen Stellen richtig empört wurde, wenn es nicht so ablief, wie ich es mir vielleicht gewünscht hätte.
Zunächst beginnt Siri Lindberg die Geschichte zweier Menschen zu erzählen, die unabhängig voneinander stattfindet. Jerusha ist Bildhauerin und verlobt und zieht nur in die Welt, weil ein Fluch sie dazu antreibt.
Kieran ist ein Elitekrieger, der in einem Gefecht schwer verletzt wurde und in einem Kloster Zuflucht gesucht hat, wo man versucht, sein Augenlicht wiederherzustellen.
Irgendwann treffen sich diese beiden Figuren und damit fängt das ganze eigentlich erst so richtig an, dachte ich zumindest. Bis die beiden sich wieder trennen und jeder seiner eigenen Wege geht. Solche Überraschungen ließen mich ahnen, dass Siri Lindberg immer noch ein Ass im Ärmel hat und bis zum letzten Moment konnte ich mir über den Ausgang der Geschichte nicht im klaren sein.
Dabei ist der Sog dieses Romans, hervorgerufen durch einen fantastischen Erzählstil, unbeschreiblich. Ich konnte mich kaum der Handlung entziehen. Mein Plan sah vor, kurz vor dem Einschlafen ein bis zwei Kapitel zu lesen. Das Ganze lief auf ca. 200 Seiten hinaus. Wenn ich nicht las, dachte ich permanent an „Nachtlilien“ und rätselte, wie es weitergehen mochte, dachte über vergangene Passagen nach und versuchte die allgemeine Stimmung dieses Romans zu deuten.
Kurzum:
Ich habe mich richtig verliebt in diese Geschichte und bin sehr überrascht, welche tollen Elemente die Autorin eingebaut hat, ohne dass es zuviel wurde oder unecht wirkte. Alles hat seinen Sinn.
Leider ist es schwer hier weiter ins Detail zu gehen, da man diesen Roman nur genießen kann, wenn alles eine Überraschung bleibt und sich erst mit der Zeit entfalten und seine Wirkung zeigen kann. Allerdings kann und muss ich noch anmerken, dass Siri Lindberg die Begebenheiten des Blindseins von Kieran extrem gut dargestellt hat. Im Kloster bekommt er zwar nicht sein normales Augenlicht wieder, aber eine andere Perspektive des Sehens.  Das hat mit Auren und Farben, Gefühlen und Stimmungen zu tun, die sehr gut transportiert und an mich weitergeleitet wurden.
Sehr schlau war das Wechseln der Perspektiven, vordergründig zwischen Jerusha und Kieran. So bekam ich zu den beiden einen intensiveren Zugang, was dem Lesefluss sehr zuträglich war und wodurch nicht zuletzt auch dieser unheimlich starke Sog entstand.

Mein Fazit:
„Nachtlilien“ ist ein tolles Werk, was für Fantasy-Fans ein absolutes „Muss“ bedeutet. Diese Geschichte hat es in sich und verbirgt tiefe Schatten, ausgereifte Handlungen und spannungsgeladene Seiten. Dabei kommt die Romantik, das Abenteuerlustige und noch vieles mehr nicht zu kurz, so dass LeserInnen hier viele Facetten geboten werden.
Zur Zeit wird über eine mögliche Fortsetzung von „Nachtlilien“ gemunkelt, die ich sehr begrüßen würde, denn was ich gelesen habe, kann ich nur mit „magisch„, „anziehend“ und „fesselnd“ bezeichnen.

Bewertung

Buchinformationen:
Roman
Erschienen: September 2010
594 Seiten
Gebunden
€ 19,95 [D], € 20,60 [A], sFr 30,50
ISBN: 9783492702157
Zum Buch: Klick!

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5 thoughts on “Nachtlilien von Siri Lindberg [Rezension]”

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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