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Portal des Vergessens von Stephan R. Bellem [Rezension]

Inhalt:
Peter ist ein gut betuchter Student ohne Eltern. Seit einem Autounfall hat er keine Erinnerungen mehr an sein früheres Leben. Gemeinsam mit seinem Freund engagiert er sich politisch und besucht regelmäßig eine Psychologin.
Doch dann beginnen seine Träume über Vryn und Vorlokk aus einer anderen Welt. Sie sind Brüder und werden in einem gewaltigen Krieg entzweit, entfremdet und müssen nun einander töten, um den Sieg davon zu tragen. Doch im Gegensatz zu Vorlokk wäre Vryn ein guter Herrscher und will nur das Beste für sein Volk. Vorlokk hingegen ergötzt sich an Quälereien, ist roh, wild und brutal.
Peter träumt jede Nacht von den Brüdern und fühlt so, als sei er selbst Vryn. Seine Psychologin verschreibt ihm Tabletten gegen seine Träume, damit er den Bezug zur Realität nicht verliert. Aber warum fühlt Peter sich in seiner Welt wie ein fremder? Kann sich mit modernen Technologien schwer anfreunden, hat das Gefühl ihm entginge etwas?
Hingegen der Anweisungen setzt er die Tabletten ab und entfacht damit eine schreckliche Wahrheit, die die Welt verändern könnte…

Meine Meinung:
Es ist doch erstaunlich, wie überraschend der Inhalt eines Buches ist, wenn man es ahnungslos vor sich liegen hat und keine großen Erwartungen hegt. Ich las dieses Werk auf der Zugfahrt zur Buchmesse und meine, dass ich keine schönere Lektüre hätte mitnehmen können.
Ich habe zuvor noch nie ein Buch von Stephan R. Bellem gelesen, was ich schleunigst nachholen sollte, denn „Portal des Vergessens“ ist ein magisches, mystisches und wunderbares Buch. Es ist perfekt. Kurz, knackig, fesselnd, überraschend und mehr als überzeugend.
Der Autor lässt die Geschichte langsam angehen und beginnt mit der letzten Schlacht zwischen Vryn und Vorlokk in einer Art Prolog. Dadurch nimmt er scheinbar etwas vorweg und ich erwartete im weiteren Verlauf den bekannten Moment. Dass der völlig anders ablaufen würde, ahnte ich nicht.
Nun beginnt sich das feingliedrige Netz zwischen Traum und Realität zu entspinnen. Oft habe ich bei diesen parallel zueinander verlaufenden Erzählsträngen ein wenig Mühe, weil ich die eine langweilig finde und die andere spannend. Doch Stephan R. Bellem erweist derartiges Erzähltalent, dass ich selbst Nichtigkeiten als atemberaubend empfand und mich nicht vom Plot lösen konnte. Während alle um mich herum um 06:00 Uhr im Zug schliefen und ich eigentlich auch hundemüde war, belebte mich die Handlung, gepaart mit diesen ergreifenden Worten und führte mich in ein Abenteuer der ganz besonderen und einzigartigen Art. „Portal des Vergessens“ ist ein großartiger Roman, an dem mich nichts störte. Das Gleichgewicht zwischen Peters Träumen und seinen realen Erlebnissen ist ausgewogen und beide „Welten“ sind tief ausgearbeitet und verfeinert worden.
Die innere Zerrissenheit Peters begleitete mich durch die Handlung und erzeugte in mir ebenfalls ein Gefühl der Zerrissenheit. Ich fieberte gnadenlos mit und wusste selbst nicht, ob Peters Träume einer Einbildung entspringen und er den Verstand zu verlieren droht oder ob sie eine tiefere Bedeutung haben und er letztlich doch Vryn ist.
Die verschiedenen Figuren bleiben zunächst unter einem undurchsichtigen Schleier bedeckt und dieser lüftete sich erst, wenn ich am wenigsten damit rechnete.
Stephan R. Bellem brachte eine weitere Komponente ins Spiel. Im Hintergrund bekam ich als Leserin mit, dass eine Organisation ihre Fäden zog und über Leichen ging. Allerdings war mir nicht klar, in welchem Zusammenhang dies mit Peter, Vryn, dem Realitätsverlust und den Träumen zu tun hatte.
Verraten werde ich es euch nicht, nur so viel:
Nehmt euch Zeit, wenn ihr dieses Buch beginnt, denn wenn ihr einmal begonnen habt, werdet ihr euch nicht mehr losreißen können. „Portal des Vergessens“ lässt euch die Welt vergessen, zieht euch in einen rasanten Abgrund, den ihr erst wieder erklimmen könnt, wenn ihr die Geheimnisse gelöst und den Roman durchgelesen habt.

Mein Fazit:
Dieser Roman ist wie ein zu Hause für mich gewesen und ich bin vollkommen mit ihm verschmolzen. Ich war voller Euphorie und ein warmes Gefühl durchströmte mich, als ich „Portal des Vergessens“ zuklappte. Ich bin maßlos begeistert, umgehauen und kann gar nicht so recht sagen, wie schön das ist, was mir mit diesem Buch widerfuhr. Es strahlt in vollkommenem Glanze und ich wünsche mir, dass dieser auf euch übergehen möge, wenn ihr es nach dieser hoffentlich überzeugenden Rezension kauft und lest!

Bewertung

Buchinformationen:
13,5 x 21,5 cm
288 Seiten
EUR: 14,95 CHF: 23,50
ISBN: 978-3-8000-9533-9
Zum  Buch: Klick!

 

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27 thoughts on “Portal des Vergessens von Stephan R. Bellem [Rezension]”

  1. Immer wieder interessant, wie unterschiedlich Geschmäcker doch sind 🙂 Ich fand es eher.. *hust* naja… die Idee ist super, aber ich mag die Schreibweise von Herrn Bellem leider gar nicht. Aber schön, dass es Dir gefallen hat 🙂

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  2. Normalerweise kommentiere ich keine Rezensionen, aber die hier … wow. Ich muss wirklich sagen, dass ich mein Werk selten so komplett verstanden gesehen habe. Und die Rezension ist eine der schönsten, wenn nicht gar die schönste, die ich jemals für meine Arbeit bekommen habe.
    Vielen Dank.

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    1. Ich habe für den lieben Kommentar und dieses schöne Werk zu danken! „Portal des Vergessens“ ist ein großartiges Buch und ich freue mich gerade riesig über deine Worte!! – Danke!
      Viele Grüße!!

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    1. Ja, ich fand es schöner, irgendwie…. frischer!
      Ein Wechsel ist immer mal gut. Ich würde auch mal gerne etwas neues nehmen, wenn ich meines nicht so perfekt für mich fände mit den ganzen Funktionen! 😉

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      1. Ja, ich auch – bis auf die Überschrift. Die ist mir zu dick, aber anders hätte es nicht mit der Breite in dem Bild hingehaun. Ohman – naja, irgendwo muss man halt Abstriche machen.^^ Und ich bin froh, dass es noch nach dem ganzen hin und her so aussieht.^^
        Gut, dann behalte ich das – dankeschön! 🙂 Muss mich aber erst noch dran gewöhnen …. xD

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        1. Ja, die ist wirklich ein wenig zu fett, aber man muss leider wirklich immer Abstriche machen. Voll doof. Es müsste DAS perfekte geben, ohne Abstriche, aber dann würdest du den Stil nie ändern wollen, wenn es schon perfekt ist und das ist ja auch wiederum langweilig! 🙂

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    1. Das kenne ich. Wenn ich auf den anderen Blogs stöbere, verlängert sich jedes Mal mein Wunschzettel und ich fange an süchtig zu werden!
      Aber mich freut es natürlich, dass du hier neues für dich entdecken kannst. 😉
      Fühl dich herzlich eingeladen immer vorbeizuschauen und zu stöbern!

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  3. Tja, wie sich die Meinungen doch scheiden 😉 Ich fand das Buch leider nicht großartig, sondern allenfalls mittelmäßig.
    Aber trotzdem schöne Rezension! 😉

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    1. Hallo! Das ist schade, aber nicht vermeidbar 🙂
      Ich habe auch viele, negative Stimmen gelesen und war ganz erstaunt, aber das ist meistens so! 😉
      Ansonsten wäre es ja auch langweilig !
      Herzliches Willkommen hier übrigens!
      GLG,

      Charlousie

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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