Buchrezensionen, Rezensionen

Please don’t hate me – Nichts ist wichtig, wenn man tot ist von A. S. King [Rezension]

Inhalt:
Veras bester Freund Charlie ist gestorben und zurückgelassen hat er eine Leere in ihr, die sie zu füllen versucht. Doch dies misslingt ihr und sie beginnt mehr und mehr abzudriften und diese Leere mit Alkohol, Erinnerungen und verbotenen Gefühlen von Charlie zu bekämpfen. Er spukt permanent in ihrem Kopf herum und sie beginnt teilweise zu halluzinieren.
Denn Charlie will ihr noch etwas mitteilen. Er will, dass die Hintergründe über seinen Tod aufgeklärt werden und dass die Wahrheit ans Licht tritt.
Wird Vera diesen schwierigen Weg gehen können und den Mut besitzen, den letzten Schritt zu wagen, um dem Genüge zu tun, was Charlie von ihr verlangt?

Meine Meinung:
Anfangs bin ich richtig begeistert gewesen von „Please don’t hate me“. Der Schreibstil hat mir sehr gefallen und die Idee der Geschichte hat mich fasziniert und interessiert.
Leider konnte die Handlung nicht das halten, was sie begann, beziehungsweise versprach zu werden.
A.S. King knüpft verschiedene Parallelen und lässt die Handlung durch Erinnerungen Veras und gelegentliche Perspektiven-Wechsel zu ihrem Vater und einem alten Gebäude wechseln. Das erzeugt Spannung und unterstützt den Lesefluss.
Die Ideen und wie die Autorin die Trauer und die Verarbeitung eines gewaltsam aus dem Leben geschiedenen besten Freundes beschreibt, ist ein guter Weg und die richtige Atmosphäre herüber zu bringen ist ihr gelungen.
Doch dann gibt es Anwandlungen wie: „Hier spricht der tote Typ“. Soll bedeuten: Charlie meldet sich zu Wort und offenbart etwas von seinen Plänen und Zielen; aus dem Jenseits vielleicht? Das weiß man nicht so genau und ich finde es sehr schön, dass er sich zu Wort meldet, doch diese Titulierung empfinde ich als ein wenig geschmacklos und es drückt die Qualität und Ernsthaftigkeit dieser Lektüre hinunter.
Denn A. S. King beschreibt nicht nur die Folgen derer, die übrig bleiben und sich mit ihrer Vergangenheit auseinander setzen müssen, sondern auch den Zusammenbruch einer Familie, die Freundschaft zweier Kinder von klein auf, die in sehr unterschiedlichen Familienverhältnissen aufwachsen und den Problemen des Erwachsenwerdens erliegen.
All dies hat A. S. King mit Gefühl beschrieben und philosophische Ansätze durchblicken lassen, was dieses Jugendroman zu einer wirklich schönen Lektüre macht.
Andererseits bin ich mit einigen Stellen sehr unzufrieden. Teilweise kamen mir die Szenen zu langgezogen oder ein wenig überflüssig vor; und das Ende, das hat mir gar nicht gefallen.
Schöne Strukturen und gesponnene Fäden werden nicht aufgelöst und verlaufen im Sand. Jetzt könnte man argumentieren, dass der Rest dem Freiraum der eigenen Fantasie überlassen wird, doch andererseits steht so vieles fest und ist in eine Struktur gequetscht, dass trotz loser Fäden, kaum Alternativen oder eigene Gedankengänge möglich sind.
Das fand ich sehr schade, denn das in fünf Teile gegliederte „Please don’t hate me“ hat an vielen Stellen mein Herz berührt und ich war wie verzaubert von den manchmal tragischen, manchmal grausamen und manchmal heiteren Worten.
Letztendlich ist mein guter Gesamteindruck sehr gedämpft worden, durch bereits genannte Kritikpunkte.

Mein Fazit:
Insgesamt ist „Please don’t hate me“ ein sehr schönes und ergreifendes Werk voller Emotionalität und ein Wechsel aus verblassenden Erinnerungen und neuen Eindrücken.
Teilweise kam es mir zu sehr wie gewollt und nicht gekonnt vor und driftete stark auf eine jugendliche Schiene ab, wodurch die nötige Glaubwürdigkeit in Mitleidenschaft geriet.
Alles in allem kann ich es dennoch empfehlen, denn es war eine Freude in die Charaktere, die einzigartige Macken und einprägsame Eigenschaften besitzen und deren Geschichte einzutauchen. Wer gerne eine Mischung aus kriminalistischen Flair und den Problemen des Erwachsenwerdens, sowie dem Trauerprozess liest, wird sich hier wohlfühlen, denn eines kann ich euch verraten, am Ende kommt immer alles ganz anders, als man denkt!

Bewertung

Buchinformationen:
A. S. King
Please don’t hate me
392 Seiten
gebunden
16,99 EUR [D]
ISBN 978-3-401-06644-8

Zum Buch beim  Arena-Verlag!

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11 thoughts on “Please don’t hate me – Nichts ist wichtig, wenn man tot ist von A. S. King [Rezension]”

  1. hmmm schöne rezi aber jetzt weiß ich wieder nicht ob ich mir das buch zulegen soll – interesse würde bestehen XD na mal sehen wenns mich nächstes mal anspringt in der buchhandlung XD

    lg july

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  2. Gerade habe ich meine Rezi zu dem Buch gelesen und darf nun endlich auch deine lesen (das verbiete ich mir vorher immer, um unvoreingenommen an Buch und Bewertung herangehen zu können).
    Total spannend, wie wir manche Dinge so gleich und andere dann wieder komplett unterschiedliche bewertet haben.
    Das „tote Typ“-Beispiel hast du allerdings genauso wie ich gewählt. 😀

    Lieben Gruß und ein schönes Wochenende, Christine

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    1. Ich verbiete mir das auch immer, bevor ich nicht meine eigene Meinung verfasst habe. Es besteht zwar nicht die Gefahr, dass sich meine Meinung ändert, doch das ich Formulierungen abkupfere, beziehungsweise unbewusst einflechte 😉
      Aber wo du es jetzt sagst, lese ich mir doch gleich auch einmal deine Rezension durch!

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  3. Hey
    Also ich hab das Buch gelesen und war von Anfang an sehr begeistert. Das Ende hat mir am besten gefallen (ich musste leicht weinen), da ich den Verlust von Vera sehr gut nachvollziehn kann. Und auch ihre Handlung finde ich gut, da sie doch immer an Charlie geglaubt hat.

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  4. Weinen musste ich nicht, aber insgesamt habe ich es ebenfalls gut gefunden, nur dass es (in meinen Augen) ziemlich viele Schwachpunkte besitzt, die meine ansonsten positive Einstellung zum Buch herunterdrücken.
    Aber ich finde es immer spannend zu erfahren, wie andere beim Lesen gedacht und gefühlt haben, weswegen ich mich ganz herzlich für deinen Kommentar bei mir bedanke!!
    Viele Grüße,
    Charlousie

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    1. Abend Nala!
      Das ist nett von dir, dass du die Frage hier beantwortest. Ich hatte es ja nicht gewusst und nicht gefunden. Jetzt weiß ich es auch^^ Sarig ist ein außergewöhnlicher Name, finde ich…
      LG,
      Charlousie

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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