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Crashed von Robin Wasserman [Rezension]

Inhalt:

Lia Kahn hat sich inzwischen damit abgefunden wer und was sie ist: Eine Mech Head, eine Maschine, die alle Vorteile des ewigen Lebens auskosten kann. Gemeinsam mit Jude, Ani, Riley, Quinn und anderen willigen Mech Heads, die sich ihnen anschließen wollen, leben sie auf Quinns riesigem Anwesen. Um sich gelegentliche Kicks zu holen, riskieren sie waghalsige Aktionen, um noch etwas zu spüren. So sind da beispielsweise die Dreamer, die sie vergessen, aber vor allen Dingen spürend machen.

Als Jude Lia und Riley den Auftrag erteilt etwas geheimes von seiner unbekannten Quelle ihrer Schöpfer von Bio Max abzuholen, ahnt niemand, dass sie damit in eine Falle tappen.

Denn jemand will, dass die Mech Heads untergehen. Jemand will, dass sie keine Berechtigung zum Leben erhalten und jemand will sie in einem schlechten und brutalen Licht dastehen lassen und die Bevölkerung gegen sie aufbringen. So werden in ihrem Namen Menschen abgemetzelt und dass einzige, was die Öffentlichkeit in diesem Zusammenhang sieht, ist, dass Lia dort war und somit entbrennt ein kalter und grausamer Kampf zwischen Menschen und menschlichen Maschinen, die nur leben wollen.

Meine Meinung:

Robin Wasserman hat den Übergang von Teil eins und Teil zwei nahtlos gepackt und mich wieder in eine hochspannende und explosive Geschichte hinein katapultiert.

Die Charaktere erhalten hier mehr Tiefgang, denn auf einmal ist ihre Vergangenheit wichtig und scheint der Schlüssel zu allem zu sein. Gleichzeitig zerrt die Vergangenheit so sehr an ihnen, dass sie die Figuren zu verschlingen droht. Das aufgebaute Machtgebilde der Mechs oder auch von Jude wirkt labiler und scheint bald zusammenzubrechen. Da die Vergangenheit von Jude, Riley und Ani im Verborgenen liegt, kennt man ihre Motive nicht, was sie unberechenbarer macht und der Handlung einen neuen und weiteren Kick versetzte.

Mir hat diese Art des Umgangs mit den Personen sehr gut gefallen, denn sie waren nicht nur besser ausgebaut und bekamen mehr Facetten, sondern machten das ganze interessanter und waren erwachsener. Ihre Probleme im Vergleich zum ersten Teil sind noch eine Stufe höher, denn jetzt geht es ums Ganze, um ihre Existenz.

Getrieben von dem Drang das Richtige zu tun, erfinden sie Lügen oder verleumden ihre wahren Gefühle, was die Situation nur noch verschlechtert, bis sie alle gegenseitig bluffen und die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge selbst nicht mehr zu unterscheiden wissen.

Somit hat Robin Wasserman ein bedrohlicheres Buch geschrieben, als vorher und eine deutliche Entwicklung in allem erkennen lassen. Ich habe jede Seite und jeden Satz genossen, denn er war wie Sonnenschein auf meiner Haut und um die Katastrophe perfekt werden zu lassen, hat sie die zarten Bände einer Liebe mit eingeflochten, die ebenfalls zu Komplikationen führen wird.

Langsam aber sicher wurde ich stetig in den Urwald der Geheimnisse und anderen Versuchungen hineingeführt, um am Ende eine Auflösung zu bekommen? Oder nur noch verwirrter zu sein?
„Crashed“ ist wie „Skinned“ es schon war eine Geschichte, die direkt in mein Herz ging und kräftige Spuren hinterließ. Es ist ein starkes Werk, was mir so wichtig erscheint, da wir eines Tages mit einer ähnlichen Situation konfrontiert werden könnten. Dann sollten wir wissen, wie es sein könnte. Auch wenn es nie dazu kommen sollte, hat Robin Wasserman dennoch einen beeindruckenden Roman geschrieben, der sich intensiv mit der ethischen Frage und Definition des Lebens beschäftigt und „ab wann ein Mensch ein Mensch ist“.

Ich bin immer noch am Überlegen, ob ich für die Mech Heads, als0 Skinner, so wie Lia bin oder ob ich glaube, dass es falsch ist, das Gehirn mit allen seinen Wesenszügen, Gefühlen, Gedanken und Verhalten, die ihn ausmachen in einen künstlichen Körper zu pflanzen, doch ehrlich gesagt denke ich: Dass man dann zwar keinen menschlichen Körper mehr besitzt, doch beinahe noch so fühlt und genauso denkt, wie ein Mensch es tut, also eine Seele besitzt und das ist schon genug, um als „Mensch“ durchzugehen und ein recht auf eine lebendige Existenz zu bekommen.

Dieser Roman war mehr als bloßes lesen. Ich habe ihn konsumiert, in mich eingesogen und bei jedem Kapitel selbstreflektiert. Wie würde ich handeln? Würde ich in einem elektronischen Körper, der niemals stirbt oder altert leben wollen? Würde ich andere dafür verurteilen?
Das Ende von „Crashed“ lässt mich genauso alleine und aufgewühlt zurück, wie es „Skinned“ schon tat und ich sehne mir die Fortsetzung herbei, damit ich weiß, wie Robin Wasserman die Situation definieren und zu welchem Ende sie alles bringen wird, denn wo „Skinned“ schon kompliziert war, ist es in „Crashed“ schon tödlich!

Mein Fazit:

Ein spannender Roman, der sich mit verschiedenen Interessenkonflikten und unterschiedlichen Formen des Lebens auseinandersetzt, in einer zukünftigen Welt, in der alles anders und brutaler ist, wenn man nicht am richtigen Ort mit dem richtigen Status und Bonus geboren wird. Ein Machtspiel zwischen Maschinen, die glauben zu leben und zu fühlen und Menschen, die dies verhindern wollen, während es in den eigenen Reihen gefährlich brodelt. Wenn ihr ein rasantes Leseabenteuer wünscht, ist „Crashed“ genau das Richtige für euch!

Bewertung

Buchinformationen:

Aus dem Amerikanischen von Claudia Max

1. Auflage 2010
432 Seiten, 15.0 x 22.0 cm
ISBN 978-3-8390-0114-1
Hardcover
16,90 € (D)
17,40 € (A)

Vielen Dank an den Script5-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars!

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5 Gedanken zu „Crashed von Robin Wasserman [Rezension]“

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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