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Alera – Geliebter Feind von Cayla Kluver [Rezension]

Inhalt:
Alera ist die 17-jährige Prinzessin von Hytanica. Mit ihrem 18 Geburtstag soll sie heiraten und Königin werden. Leider hat ihr Vater Lord Steldon vorgeschlagen, den sie arrogant, ungezogen und unausstehlich findet.
Als aus Cokyri, ihrem feindlichen Nachbarland, ein Unbekannter in ihrem Reich gefunden wird, klärt sich schnell seine mysteriöse Identität. Als Baby ist er entführt worden und nun zurückgekehrt. Doch er ist anders, als alle Bewohner oder Krieger Hytanicas. Er ist schnell, präzise, geschmeidig und vor allen Dingen tödlich.
Aber man möchte ihn in seiner ehemaligen Familie integrieren und so kommt es, dass auch Alera häufiger auf ihn trifft und langsam entwickeln sich zwischen den beiden Gefühle.
Im Hintergrund drängt ihr Vater immer noch darauf, sie möge Lord Steldon ehelichen. So lange Alera es kann, zögert sie die Entscheidung hinaus, denn ihr Leibwächter London verdeutlicht ihr, dass Narian vielleicht nicht umsonst nach Hytanica zurückkehrte und eine böse Absicht verfolgt. Auch wenn Alera dies nicht glauben mag und von seiner unschuldigen, sowie treuen Seele überzeugt ist, versucht sie mehr über ihn herauszufinden, ein Unterfangen, was ihnen beiden den Kopf verdreht und am Ende wird Alera an ihre Pflicht erinnert und sie hat die wichtigste Entscheidung ihres Lebens zu fällen.

Meine Meinung:
„Alera – Geliebter Feind“ ist der erste Teil einer Trilogie, geschrieben von einer 17-jährigen Autorin, die für dieses Alter und für ihren Debütroman, ein wahres Meisterwerk erschaffen hat. Sieht man erst einmal davon ab, dass ziemlich häufig die Wörter „konsterniert“ und „konstatiert“ verwendet werden, außerdem die Kleidung der Prinzessinnen immer im selben Schema beschrieben werden und ich einige Dinge sehr leicht vorausahnte, hat mich dieser Fantastisch/Historische-Roman einfach nur sprachlos zurückgelassen.
Ich liebe Geschichten in diesem Stil, in denen eine adelige ihren eigenen Kopf hat, sich allem und jedem widersetzt und dennoch zwischen ihrer Pflicht und ihrem Herzen abwägen muss.
Cayla Kluver hat meinen Geschmack also vollkommen getroffen, denn mit ihrer Protagonistin Alera hat sie einen authentischen und schönen Charakter geschaffen, deren Geschichte mich mitriss und begeisterte.
Die verschiedensten Verwicklungen sind bis zum Ende spannend geworden und lose Fäden traten an allen Ecken und Enden auf, um erst im Finale miteinander verwoben zu werden.
Ich wusste nie zu sagen, was als nächstes passierte, wer nun Freund oder Feind war und wer sich in einem Netz aus Lügen verstrickte oder wer Ehrlichkeit an den Tag legte.
Was ich oft voraus ahnen konnte, waren Geschehnisse in kleinen Situationen. Wenn die Szene sich beispielsweise am Fluss abspielte wusste ich, dass Alera bestimmt hineinfallen würde und sie irgendwer rettete. Wer das sein würde, wusste ich nicht, doch tatsächlich fiel sie hinein und wurde wieder hinausgefischt. Ähnliche Vorausahnungen hatte ich noch einige Male, doch da dies nichts ausschlaggebendes ist, hat es mich nicht weiter gestört.
Der Anfang dieses Romans ist sehr rasant und legt einiges vor. Der Mittelteil wird etwas seichter und entspannter. Nicht unbedingt langweilig, auch wenn ich mir mehr Aktivitäten gewünscht hätte, aber schon interessant.
Ich besaß vorm Lesen ziemlich genaue Vorstellungen vom Inhalt. Ich nahm an, hier eine insgesamt dunklere Atmosphäre und mehr Krieg oder Blut vorzufinden. Tatsächlich konzentriert sich die Handlung aber auf Alera, die versucht an allen politischen Machenschaften teilzuhaben, allerdings wird ihr das oft verwehrt, weswegen sie auch nicht immer alles weiß oder auf dem neuesten Stand ist. Manchmal war sie mir leider zu naiv. Wo sie an einigen Stellen Kalkül und Reife bewies und sich nichts vorschreiben ließ, war sie in anderen Situationen viel zu unbedarft.
Das hört sich teilweise sehr schlecht an, dennoch habe ich das Lesen einfach nur genossen und mich voll und ganz in „Alera – Geliebter Feind“ hineingesteigert.
Dann kam das Ende und für eventuelle, etwas nachlassende Passagen im Mittelteil, wurde ich stark entschädigt. Ich hasse Cliffhanger! – normalerweise!
Doch hier hat es dem ganzen ein ganz neues Flair verliehen. Ich bin atemlos zurückgelassen worden, mehr als aufgewühlt und ich wusste gar nicht mehr, wohin mit meinen Gefühlen, weil ich mir so Trunken und berauscht von dieser Geschichte vorkam. Ich war ein überlaufendes Fass voller Freude, über einen Roman, der mich richtig tief berührt hat, aufgedreht, weil ich wusste, der zweite Teil erscheint irgendwann im März. Eigentlich ziemlich nah, doch auch das erschien mir gestern noch so weit weg. Und benommen, so wie aufgeregt, weil mir Cayla Kluver den größten, aber auch den am wirkungsvollsten platzierten Cliffhanger aller Zeiten präsentierte. Zum ersten Mal, konnte ich einigermaßen damit leben und dieses offene und abrupte Ende hat „Alera – Geliebter Feind“ einen extremen Kick beschert.

Mein Fazit:
Die Autorin hat mich mit ihrem Werk tief beeindruckt. In diesen jungen Jahren, eine so schöne und echt wirkende Welt zu kreieren, grenzt schon beinahe an Zauberei und wenn es dann auch noch so unverschämt gut ist, sollte es verboten werden. 😉
Nein, im Ernst: Ich bin froh, dass diese Frau sich ans Schreiben gemacht hat, denn wenn man über kleinere Makel, über die ich hier großzügig hinwegsehe, weil der Gesamteindruck so unbeschreiblich ist, bekommt man hier ein Überraschungspaket präsentiert, welches, wenn man es langsam öffnet, eine farbenfrohe und facettenreiche Geschichte offen legt, die für mich genau das richtige Maß an Eindrücken, Spannungen, Gefühlen und Abenteuern besaß. Wer keine offenen Enden ertragen kann, sollte vielleicht dennoch einen Versuch wagen, normalerweise falle ich nämlich auch in diese Kategorie und bin dennoch von diesem Werk überzeugt.
Ich fiebere nun mehr als sehnsüchtig dem zweiten Teil entgegen und werde meinen eigenen Countdown eröffnen, denn bis zum 10. März ist es immer noch ein Stückchen! Wer Fantasy-Romane liebt, die mit einem Hauch Historik gespickt sind, sollte dieses Ereignis nicht verpassen, denn es passt für jung und alt und männliche oder weibliche LeserInnen.
Ich habe es geliebt und fürchte schon jetzt, dass der zweite Teil ebenso spannend enden wird. Wenn ich aber mit einer so brillierenden Geschichte entlohnt werde, nehme ich das gerne in Kauf!

Bewertung

Buchinformationen:
Erschienen: August 2010
Aus dem Amerikanischen von Henriette Zeltner
Originaltitel: Legacy
560 Seiten
Gebunden
€ 19,95 [D], € 20,60 [A], sFr 30,50
ISBN: 9783492702164

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Hier ein kleiner Vorgeschmack auf das Cover des nächsten Bandes:

 

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10 Gedanken zu „Alera – Geliebter Feind von Cayla Kluver [Rezension]“

  1. Ich bin überrascht, da ich bisher nur negatives drüber gelesen habe, naja das buch liegt leider schon in irgendeiner gepackten kiste und muss nun noch einige monate auf mich warten,leider.
    aber nun bin ich gespannt darauf 🙂 sehr tolle rezi 🙂

    alles liebe misa

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    1. Echt, nur negatives? Ich habe positive und negative Rezensionen bisher gelesen, also geteilte Meinungen! 😉

      Danke für das Lob und auch für den Kommentar! 😀 Es ist gar nicht so schlecht, wenn du mit dem Lesen noch wartest, weil das Ende so offen, da muss man gleich den zweiten Teil haben und wenn nicht, dann geht gar nichts mehr! Also viel Spaß beim Lesen, wenn du es dann liest und ich hoffe, dass es dir auch gefallen wird.

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  2. Hmmmm….also nun würde mich das Buch ja doch reizen! Aber es ist mir irgendwie zu teuer. 😉
    Danke für die tolle Rezension! Immerhin rückt es auf meiner Wunschliste jetzt etwas höher! 😀

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    1. Dankesehr für das Kompliment. *rotwerd* und *verbeug* Es ist nur so: Die einen sind regelrecht begeistert von diesem Roman! (ich liebe ihn!!) aber andere finden ihn einfach nur schrecklich. Leider, leider, aber mein Highlight ist er nun einmal und so bleibt nur zu hoffen, dass er auch dich wird begeistern können!

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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