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Mina von David Almond [Rezension]

Manche Leute sagen, dass man nicht ins Mondlicht schauen soll. Sie sagen, es macht einen verrückt. Ich schaue ins Mondlicht und ich lache. „Mach mich verrückt“, flüstere ich. „Los doch, mach Mina verrückt.“ S. 7 (Bei diesen Worten habe ich mich in dem Buch verloren…)

Inhalt:
Mina ist 9 Jahre alt und sieht die Welt mit leuchtenden Augen und hat den Kopf voller fantastischen Ideen und die ganz eigene Sicht auf die Dinge.
Mina weiß, wie man lebt und den Wind spürt und Mina weiß auch, wie man Wörter tanzen lässt. Doch oft bereiten ihr diese Probleme, denn die Menschen verstehen Minas besonderes Wesen nicht; können ihre scheinbar verrückten Ideen nicht nachvollziehen. Deswegen nimmt Minas Mutter sie von der Schule und Mina fliegt und träumt sich weiter mit ihren eigenen Mitteln durchs Leben.

Meine Meinung:
Das Kinderbuch „Mina“ ist in vielerlei Hinsicht etwas besonderes. Es ist das Tagebuch eines kleinen Mädchens, das die Welt besser zu verstehen scheint, als so mancher Erwachsener und dennoch verkannt wird. Mina möchte frei sein, sie selbst sein und genauso, wie Mina ist, ist auch dieses Buch.
Das Buch ist fantasievoll, liebevoll, voll von Freiheiten, Stille, Weisheiten, Liebe, Trauer, Tod, Schmerzen und einfach nur dem Leben. Mina schreibt nicht einfach nur nach typischer Tagebuchmanier, was täglich passiert. Mina berichtet von der Vergangenheit, von der Zukunft und ihrer Gegenwart. Manchmal ist Mina sehr traurig, wenn sie an ihren toten Vater denkt, doch für jede Situation weiß sie immer das Richtige zu tun.
Beim Lesen war ich wirklich Mina und das war ein schönes, einzigartiges und lebendiges Gefühl. Dieses Buch ist mit sehr viel Liebe und Kreativität geschrieben und gestaltet worden. Denn in „Mina“ sind die Worte nicht nur einfach normal aneinandergereiht und heruntergeschrieben, sondern außergewöhnlich verpackt. So sind manche Seiten beispielsweise schwarz oder die Buchstaben werden kleiner, wenn Mina flüstert oder sie schreibt ein Gedicht über ein Ei in Form eines Eis. „Mina“ ist folglich nicht nur ein Buch, indem ein Mädchen Tagebuch schreibt.-Nein, es ist ein Tagebuch. Ein richtiges, echtes, lebensnahes Tagebuch. Deswegen habe ich mir „Mina“ auch so auf der Zunge zergehen lassen. Denn ich habe die Figur Mina liebgewonnen, ihre verspielten Gedanken, ihre tobenden Wörter und ihr friedliches, die Welt liebendes Wesen.
Ein ums andere Mal bin ich von diesem scheinbar wahllosen Plot überrascht worden und kam aus dem wundersamen Staunen nicht mehr heraus. Für ein kleines Mädchen ist Mina wahrlich intelligent und kann die Welt und ihre schönen Seiten bezaubernd und sonnenscheingleich erklären, aber auch mit den traurigen Seiten umgehen und ebenso wie für das Schöne, auch für das Traurige eine eigene Regel und herangehensweise finden.
Der Autor führt durch diese vielen, besonderen Ereignisse und Gedanken Minas mit einem angemessenen  und schönen Sprachstil, der Minas Rolle perfekt untermalt und dem ganzen ein unvergleichliches Leben einhaucht.

Mein Fazit:
Der Klappentext von „Mina“ hörte sich sehr spannend an, doch oft verzerren Klappentexte den Inhalt oder versprechen zu viel oder eben das Falsche. Zum ersten Mal gab der Klappentext genau das preis, was er preisgeben sollte und ich bin nicht enttäuscht worden. Ich habe mir nicht viel unter dieser Lektüre vorstellen können, doch schon nach einer Seite spürte ich, dass diesem Buch ein ganz besonderer Zauber innewohnt, der vielleicht nicht jedermanns Sache ist, doch wenn man in der Lage ihn zu erspühren ist, wird einem eine ganz besondere Lesereise geschenkt. Eine wertvolle Erfahrung, ein glückseliger Moment und weltbewegende Dinge, die nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene wichtig sind. „Mina“ ist ein wundervolles Buch, wie kein anderes sein kann, dem man mal einen Versuch geben sollte.

Bewertung

Allgemeine Buchinformationen:Alter
ab 10
Format
14,3 x 21,5 cm
Einband
Gebunden
Autor
David Almond
Seitenzahl
256
Preis:
14, 95 €

Ich bedanke mich herzlich beim Ravensburger-Buchverlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars!

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7 thoughts on “Mina von David Almond [Rezension]”

  1. Hallo Charlousie,

    Ihre Rezension ist sehr schön und wird dem Buch auch gerecht. Ich möchte Sie aber allgemein darauf hinweisen, dass die Sprache, die Sie u. a. hier so loben, nicht allein das Werk des Autors ist, sondern auch das der Übersetzerin/des Übersetzers. Ohne Übersetzer gäbe es keine fremdsprachigen Bücher auf Deutsch. Und Übersetzer reißen sich sämtliche Beine aus, damit aus einem guten fremdsprachigen Text ein guter deutscher wird.
    Ich würde mir wünschen, dass gerade BücherliebhaberInnen diese Leistung zu würdigen wissen.
    Ich habe „Mina“ übersetzt, spreche aber nicht aus gekränkter Eitelkeit, sondern weil es leider allzu oft passiert, dass ein gelungener Text als das Werk des Autors bezeichnet wird, ein fehlerhafter als Pfusch des Übersetzers.
    Schöne Grüße!

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    1. Ich muss soweit zustimmen, dass ich schon oft hörte, dass ein Werk schlecht übersetzt wurde, meistens aber nur dann, wenn die Person das Werk auf Englisch las und dann auf Deutsch den Vergleich ziehen konnte. Ich weiß diese Arbeit durchaus zu schätzen, aber es ist nun einmal leider so, dass AutorInnen im Fokus der LeserInnen stehen und ÜbersetzerInnen im Hintergrund bleiben, denn ich als LeserIn weiß ja nie, ob die Übersetzerin gut übersetzt hat oder nur mittelmäßig und das Buch dennoch gut ist… So etwas kann man schlecht selbst einschätzen und bei jeder Rezension schreiben: „Der/die Autorin hat ein mittelmäßiges Werk geschrieben, doch der/die Übersetzerin hat es zu einem Diamanten werden lassen…“
      Ich verstehe Ihren Standpunkt sehr gut und denke nun, dass es wirklich schade ist, dass diese Arbeit in den Hintergrund gerückt wird, doch in vielen Bereichen ist das der Fall und ich sehe kaum eine Hoffnung darin, dass sich das „großartig“ ändern wird.
      Vielen Dank für diese Rückmeldung, ich werde Ihre Kritik auf jeden Fall im Hinterkopf behalten und weiter darüber nachdenken!

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  2. Deine Rezi ist wunderschön und soooo passend 🙂 Deine Wortwahl ist großartig. Ich bin mal wieder begeistert und ein kleines bisschen neidisch 😉 Hab das Buch gerade gelesen und fand es auch total schön, denke aber auch, dass es vielleicht nicht jedermanns Sache ist.

    LG Nanni

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    1. Da hast du allerdings recht. Es kann sich bestimmt nicht jeder damit anfreunden. Doch „Mina“ hat diese schöne Gestaltung innen und ich fands wirklich schön. Ein besonderes Buch. Ich freue mich immer, wenn jemandem meine Rezensionen gefallen und wenn sie dir gefallen, ist es noch schöner! 😉

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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