Archiv für den Monat Januar 2011

Ruf der Tiefe von Katja Brandis & Hans-Peter Ziemek [Rezension]

Inhalt:
Carima verbringt zwei Wochen ihres Urlaubes mit ihrer Mutter auf Hawaii. Dort besuchen sie gemeinsam eine Unterwassertiefseestation, an der Carima den stillen und sensibel scheinenden Leon trifft. Sofort fühlt sich Carima zu ihm hingezogen, denn sie spürt etwas besonderes an ihm. Der 16-jährige Leon führt ein glückliches, aber ungewöhnliches Leben. Seine Eltern sind früh verunglückt, doch seit ihrem Tod lebt er bei der Organisation „ARAC“, genauer gesagt auf der Station Benthos II, die in den Meeren forscht. Zusammen mit seinem Kraken Lucy, zu der er eine besondere, gedankliche Verbindung hat, ist er ein Profitaucher unter Wasser und niemand vermag ihn zu toppen.
Sein sorgloses Leben ändert sich, als er feststellen muss, dass Lucy für einige forschliche Zwecke missbraucht werden soll und sogar ihr Tod in Kauf genommen wird. Lucy gehört für ihn zur Familie, so kann er doch ihre Gedanken und sie seine wahrnehmen. Doch nicht nur das: Unterwasser ereignet sich ein merkwürdiges Seebeben, dass die Meeresbewohner aus ihren gewöhnlichen Territorien drängt und Urlauber von ihnen beeinträchtigt, wenn nicht sogar angegriffen werden.
Deswegen wird Tauchverbot erteilt, doch Leon will fliehen, um Lucys Leben zu retten. Das gelingt ihm auch, doch an der Oberfläche angelangt wird ihm klar, dass er auf sich alleine gestellt ist und die „ARAC“ mächtiger ist, als gedacht. Außerdem scheinen sie nicht nur Lucy etwas anhaben zu wollen, sondern noch viel größere, verbotenere Dinge zu betreiben, denen Leon ungewollt auf die Schliche gekommen ist. Das lässt den plötzlichen Tod seiner Eltern und seine Vergangenheit in einem ganz anderen Licht erscheinen und Leons Verdacht erhärtet sich, als die ARAC ihn mit allen Mitteln zum Schweigen bringen will. Glück für ihn, dass er erst vor Kurzem Carima kennengelernt hat, dass immer lächelnde Mädchen, bei deren Gedanken er immer so ein Kribbeln im Bauch bekommt, doch wird und kann sie ihm auf seiner gefährlichen Mission helfen?

Meine Meinung:
Der äußere Schein eines Buches trügt oft und so habe ich mich auch hier blenden lassen. Ich fand das Cover nicht besonders ansprechend und finde die konservative Gestaltung auch ein wenig schade, doch in meinen Ohren klang der Klappentext ganz gut.
Deswegen dachte ich mir, dass ein Blick vielleicht doch nicht schaden würde und ich sollte Recht behalten. Denn „Ruf der Tiefe“ verbirgt in sich eine sehr tiefe und fesselnde Macht. Es heißt so schön „Stille Wasser sind tief“ und das kann ich bei diesem Werk nur bestätigen.
Die Geschichte ist grandios, die Charaktere genauso, wie ich sie mir wünsche und das Abenteuer ein bahnbrechendes, ohne unlogische oder langweilige Stellen aufkommen zu lassen. Kurzum, dieser Jugendroman ist so ziemlich das perfekteste und delikateste, was man sich als LeserIn nur wünschen kann.
Der Schreibstil des Autorenteams trieb mich immer weiter an nur noch ein Kapitel zu lesen und dann noch eines und noch eines und so weiter und sofort. Ich folgte dem Ruf der Tiefe und glitt hinab in eine andere Welt, die farbenprächtig und schillernd zu sein vermag, aber genauso gut hässliche und gefährliche Seiten besitzt.
Ein glaubwürdiges Verschwörungs- beziehungsweise Vertuschungsszenario ist in diesem Roman beschrieben, was mir den Atem nahm und mich im Wasser zu ersticken drohte, weil ich vor lauter Spannung beinahe das Atmen vergaß.
Der Roman spielt in der nahen Zukunft und besitzt viele moderne Unterwassertechnologien, die noch gar nicht erfunden oder an deren Erforschung man noch ganz am Anfang steht.
Die beiden Autoren haben nie den Bezug zur Realität verloren und ein filmreifes Machtspiel kreiert, das viele Menschen begeistern sollte und das einen ganz eigenen und besonderen Liebreiz besitzt.
So konzentriert sich die Handlung nicht nur auf die zunächst wesentlichen Punkte, um das Geschehen möglichst schnell voranzutreiben, sondern legt viele verschiedene Spuren aus. Zudem ist das ganze zum Greifen nah und sehr authentisch, da immer wieder neue Muster aufkommen und überraschende Spannungsbögen geschaffen werden, die der Handlung viel Lebendigkeit und einen glamourösen Schein verleihen. „Ruf der Tiefe“ fällt aus allen Rahmen, die ich bisher gelesen habe und konnte mich vom ersten Moment an begeistern. Eine Ideenvielfalt derart präzise und glaubhaft umgesetzt, gepaart mit Charakteren, die nicht nur Sympathien, sondern auch Ekel hervorrufen, wird man hier in tiefe Gewässer gezogen, deren komplette Tragweite erst nach und nach transparent wird und in die ich am Liebsten jederzeit abtauchen würde, um alles um mich herum zu vergessen.
Mir sind die Figuren richtig ans Herz gewachsen und die sich zart und langsam entfaltende Liebe zwischen den beiden Protagonisten bot nicht nur eine Abwechslung, sondern eine zusätzliche Motivation dieses Buch ganz schnell zu lesen und bloß nicht mehr aus der Hand zu legen.
So wie Leon hier das Meer erobert, haben die beiden Autoren mein Leserherz erobert und ich wäre erfreut, noch mehr von ihnen lesen zu können.
Beim Lesen kamen für mich einige Fragen auf, besonders zu den verwendeten Tauchanzügen und dem so genannten „Flüssigatmen“. Ich hätte gerne gewusst, ob es das wirklich schon gibt und stellte mich nach dem Lesen auf eine kleine Recherche ein. Die wurde aber überflüssig, weil „Ruf der Tiefe“ ein sehr aufschlussreiches Glossar besitzt indem die Grenzen zwischen Realität und Fiktion und unklare Begriffe der Meeresbiologie geklärt werden.

Mein Fazit:
Wer mal wieder so richtig in einer Geschichte versinken will und das Gefühl hat, er würde mit den Charakteren gerne auf einer Wellenlänge schwimmen, kann dies im doppelten Sinn des Wortes bei „Ruf der Tiefe“ problemlos tun.
Die zwei Autoren Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek ließen hier keine Wünsche offen und haben eine dichte, komplexe, in sich schlüssige und magische Geschichte, die voller Seele, Begehren und Verlangen zu sein scheint, verfasst, der ich mich willenlos hingeben musste und die mich sehr zu bannen vermochte.
Außerdem wurde hier für mich eine ganz wichtige Botschaft transportiert, die sich mit Freundschaft, Mut im Leben und Loyalität auseinandersetzt.
Schönere Lesestunden als mit diesem Werk hätte ich mir gar nicht wünschen können und ich würde mich freuen, wenn andere sich auch so auf dieses Abenteuer einlassen könnten, wie ich es tat, denn diese Geschichte ist es mehr als wert.
Es löst einen von den Fesseln des Alltags und weist einen daraufhin nie vergessen zu leben. Denn es heißt doch: „Carpe Diem“, „Seize the day“, also nutze den Tag.
Das meine ich ernst, denn das solltet ihr wirklich tun und wie das zu bewerkstelligen ist, dafür wird euch „Ruf der Tiefe“ nur zu gern die Augen öffnen und noch vieles, vieles, vieles, vieles, vieles mehr!

Hier findet ihr noch weitere Informationen zum Buch und ein toller Trailer ist auch dabei!

Bewertung

~Eine der Top 10 Rezensionen des Monats auf Lovelybooks~

Neues aus der Bücherwelt

Ich habe es!!! Ihr fragt euch, was ich habe? Erst die Tage habe ich stürmisch davon erzählt: Klick. Genau, „Der Narr und das Mädchen“! Mein Liebster und ich waren heute ein wenig bummeln, weil verkaufsoffener Sonntag war und tja, da haben wir es glücklicherweise mitgenommen! 😀 (Ich bin so glücklich darüber!) Ich erwähne lieber noch, dass es sogar ein Geschenk von ihm für mich war und eine größere Freude hätte er mir gar nicht machen können!

Als nächstes habe ich noch ein Buch gesehen, was mir optisch total gut gefällt. Denn auf den ersten Blick mag es ein wenig gewöhnungsbedürftig, um nicht zu sagen kitschig wirken oder auch unübersichtlich, doch sobald ich mir nur einen Atemzug lang Zeit nehme, fühle ich schon, wie die Magie aufzusteigen beginnt und wie unglaublich schön und zart dieses Buch einfach zu sein scheint!! Der Titel zergeht mir beinahe schon auf der Zunge und trägt mit dem Wispern des Windes ein Versprechen in sich und ein Geheimnis, was ich gerne ergründen würde. Ich weiß nicht, ob das Buch dann wirklich so gut ist, aber auf den ersten Blick (oder auch zweiten ;)), habe ich mich beinahe schon verliebt. Verliebt in: „Flüsterherz„. Habe ich recht oder habe ich recht? Man kann es auf dem Bild vielleicht nicht richtig erkennen, aber die Worte, die vorne und hinten auf dem Cover abgebildet sind, sind sofort in mein Herz eingedrungen!

Zu guter letzt habe ich heute etwas entdeckt. Eine süße und zugleich bittere Entdeckung, die mich postwendend schockte. Endlich, endlich kommt ein neuer Teil von Melissa Marrs Elfenserie heraus!!!!!! (Ich weiß, ich schmeiße so mit Ausrufezeichen um mich, aber ich freue mich gerade so! :)) Jedenfalls habe ich es gesehen und eine Zeit lang wie gebannt auf das Cover gestarrt, was in meinen Augen alle vorherigen Cover toppt. Ich habe mich von diesem Anblick, der das Herz erfreut nicht mehr losreißen können… Wunder, wunder, wunderbar, kann ich dazu nur sagen. Doch die Ernüchterung kam nur allzu schnell. Das Buch erscheint erst am 26.05.2011. Traurig, was? Kurz nach meinem Geburtstag ist das, da habe ich keine Chance mehr, mir das zu wünschen. (Höchstens über einen Gutschein.) Generell ist Mai/Juni eine gute Zeit für diesen Roman, denn der passt so richtig zu dieser Jahreszeit, wie ich finde. Letztes Jahr war das Buch übrigens auch schon ein paar Tage vor meinem Geburtstag in den Buchläden, obwohl es für eine gute Woche später angekündigt war. Vielleicht passiert dieses Jahr dasselbe? Ich hoffe es!

Jetzt habe ich aber genug geredet, hier: sehet und staunt, ein Cover, dass ich besitzen muss:

Kalix 01 – Werwölfin von London von Martin Millar [Rezension]

Inhalt:
Kalix McRinnalch ist die jüngste Prinzessin ihres Stammes. Sie ist wild, unzähmbar und hat dummerweise eine Affäre mit Gawain angefangen, der wegen seiner menschlichen Großmutter nur ein halber Werwolf ist und im Ansehen des Fürsten der Werwölfe ganz unten steht. Er wird verbannt und Kalix kann nicht anders, als ihren Vater vor Wut anzugreifen. Sie ist in Ungnade gefallen und flieht nach London, wo sie auf der Straße lebt und mehr tot, als lebendig herumläuft.
Der Fürst der Werwölfe liegt wegen Kalix‘ Angriff im Sterben und die Werwölfe beginnen Pläne zu schmieden und Intrigen zu spinnen, wer die Nachfolge antreten wird. Markus, der jüngere Sohn oder Sarapen, der Erstgeborene, dessen Geburtsrecht die Nachfolge wäre.
Niemand hat dabei die Rechnung mit Kalix gemacht oder mit ihrer Schwester, der Zauberin Thrix, die einfach nur ihr  Modehaus führen will und von der Feuerkönigin, ihrer Kundin, Unterstützung in dieser aufkommenden Blutfehde erhält. Am Ende kommt alles ganz anders, als strategisch vorhergesehen, denn Kalix ist die Werwölfin von London und unberechenbar.

Meine Meinung;
Nachdem ich dummerweise zuerst „Kalix 02“ gelesen habe und mir somit selbst einige Spannungen genommen habe, hat mich „Kalix 01“ dennoch genauso fesseln können. Denn einerseits habe ich extra ein wenig Zeit verstreichen lassen, um die Details zu vergessen und den ersten Band mehr genießen können, was auch geklappt hat und zum anderen muss ich diesen Lesegenuss einfach dem Autor verdanken, der es schafft locker und beschwingt durch die Handlung zu rauschen.
Dabei bietet er mir als Leserin eine solche Vielfalt an Geschehnissen und verschiedenen Figuren, dass immer Abwechslung, immer Charme und immer der Drang zum Weiterlesen da ist.
Leider wusste ich natürlich, wie die Geschichte grob enden wird, da der zweite Band nahtlos an die Handlung des ersten anknüpft, doch es spricht nur für diesen „Kalix“ Roman, dass ich ihn nichts desto trotz sehr gerne gelesen habe. Manche Szenen sind sehr ernst und brutal, weil die Werwölfe um die Erbfolge kämpfen und niemand in diesem Zuge verschont wird und beinahe alle gezwungen sind zu kämpfen oder sich zumindest zu verteidigen. Diese Brutalität verknüpfte Martin Millar mit heiterem Witz, indem sich die Gestalten, die nicht von dieser Welt sind, über die albernsten Dinge echauffieren, obgleich sie schon böse Kriege ausgefochten haben und dann an einem abgebrochenen Absatz scheitern und jämmerlich zugrunde gehen.
Diese beiden Elemente, die umeinander tanzen und sich nie ganz auszustechen vermögen garantieren ein wunderbares Erlebnis in eine Welt der Werwölfe die ganz anders sind, als alle anderen Werwölfe bisher. Denn wie die Menschen haben auch sie Fehler und so ist Kalix beispielsweise vom Laudanum abhängig. Nicht zu vergessen die  markanten Schauplätze, an denen diese Kriege und die gesamte Handlung stattfindet, die dem ganzen noch einmal die besondere Note verleihen. Schottland, das Domizil der Werwölfe gerät genauso in den Fokus der Geschehnisse wie London, wo Kalix inzwischen lebt.
Dabei versäumte Martin Millar es nie die Gefühle seiner Figuren transparent erscheinen zu lassen, so dass man sie versteht und nachvollziehen kann, warum sie diese teilweise unüberlegten und dummen Dinge tun. Ein für mich rundum gelungenes Abenteuer mit komplizierten Ränkespielen um die Macht, Aggressivität ums nackte Überleben und Witz, der die Situationen immer wieder auflockert.

Mein Fazit:
Ich bin erstaunt, dass ich trotz der falschen Reihenfolge die Handlung immer noch spannend finden konnte und mich sehr gut eingelebt habe. „Kalix – Werwölfin von London“ ist immer für Überraschungen gut und es war sogar sehr schön in diesem Band mehr Hintergründe und auch Beweggründe der einzelnen Charaktere zu erfahren, die mir in der Fortsetzung stellenweise schon fehlten. Das ist zwar nicht weiter schlimm, doch jetzt habe ich das Gefühl, dass die ganze Geschichte rund um „Kalix“ komplett ist und ich für die vielen Seiten vom Autor mit einem unvergleichlichen Werk belohnt wurde.
Wer „Kalix“ noch nicht kennt, will ihr zwar garantiert nicht im Dunkeln begegnen, aber am Tage lässt es sich sehr gut lesen und man kommt prima mit ihr aus, denn Martin Millar weiß, wie man große, geladene Fantasy schreibt!

Bewertung

Vielen Dank an den Fischer-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars!

Erster Zwischenstand [Challenges] #1

Jetzt ist es soweit. Der Januar ist beinahe rum und da ich so fleißg gelesen habe und deswegen auch etwas zu berichten habe, möchte ich euch meine Fortschritte in den jeweiligen Challenges mitteilen.
Ich beginne mit der ABC-Challenge:

Hier könnt ihr euch die einzelnen Titel genau ansehen, doch bei dieser Challenge habe ich bisher 14/26 Büchern gelesen. Finde ich super :D.

Bei der Serie hinterher habe ich leider noch kein einziges Buch gelesen, doch noch ist nichts verloren, schließlich habe ich beinahe noch ein gutes Jahr Zeit!

Wer sich die Liste der noch zu lesenden Bücher anschauen möchte, bitte hier entlang!

Bei der deutschen Fantasy-Challenge gilt es 10 Kriterien zu erfüllen, von denen ich bisher 4/10 erfolgreich gemeistert habe. Auch das finde ich nicht schlecht!

Wie immer könnt ihr euch hier die genauen Titel ansehen und werdet dort auch zu den Rezensionen geleitet.

Bei der Jugendbuch-Challenge zählt jedes rezensierte Buch dazu, was 2011 erschien. Da habe ich bisher 7/25 Büchern gelesen und bin zuversichtlich, dass ich das noch schaffen werde im Zeitraum von einem Jahr. Bitte hier klicken für nähere Informationen.

Zu guter letzt nehme ich noch an der Seitenzahl-Challenge teil, doch dort werde ich die Auswertung noch Anfang Februar vornehmen und dann hier nachtragen. Für weitere Informationen: klick! Im Januar 10830 Seiten gelesen.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden damit und bin gespannt, was 2011 an buchigen Bescherungen noch so bringen wird! Wir lassen uns überraschen ;).

Meine 100. Rezension!

Wow, glaubt es oder glaubt es nicht, aber ich habe eben entdeckt, dass ich schon 102 Rezensionen geschrieben habe!

Ihr wollt wissen, was meine 100. Rezension war?
Dann lasst euch ganz einfach weiterleiten! 😉

Ich freue mich irgendwie sehr darüber, weil das eine schöne, runde Zahl ist und ich es für mich erstaunlich finde, schon so viele Rezensionen geschrieben zu haben. Das ist ja beinahe schon ein halbes Buch, oder?

In diesem Sinne wünsche ich euch noch einen schönen Abend, mal sehen ob und wie ich meine 100. Rezension noch feiere.

Lesefazit des Monats Dezember

Ja, ich weiß, ich bin extrem spät dran damit. Doch ich hatte vorher nicht die nötige Muse um mir die einzelnen Bücher herauszusuchen oder die Seitenzahlen und dann alles zu verlinken usw.

Doch jetzt endlich ist es soweit und hier folgt meine Auswertung für den Dezember 2010.

Dezember 2010
Um zur Rezension zu kommen, klick auf den Titel!
1. Lee Y.S., Mary Quin – Ein verhängnisvoller Auftrag 380 S.
2. Minte König, Bianka, Die dunkle Chronik der Vanderborgs 01 – Estelle  Dein Blut so rot
464 S.
3. Webb Holly, Rose und das Geheimnis des Alchemisten 01 320 S.
4. Wolf Klaus-Peter, Todesbrut 479 S.
5. Autorenteam, Tage wie diese 400 S.
6. Poole, Gabriella, Dark Academy 01 – Geheimer Pakt 304 S.
7. Fallon Jennifer, Gezeitenstern-Saga (2) – Die Götter von Amyrantha 574 S.
8. Gideon Samson, Der Himmel kann noch warten 157 S.
9. Wagner Antje, Schattengesicht 192 S.
10. Weingarten Lynn, Mottentanz 320 S.
Das ist ja noch recht passabel für mich. Folglich habe ich 10 Bücher gelesen und 10/10 rzensiert!

Insgesamt komme ich so auf eine Seitenzahl von 3590, im Vergleich zum vorigen Monat mit 6591 Seiten bin ich etwas abgesackt, doch mein Dezembermonat ist wirklich voll mit Klausuren und dergleichen Dingen gewesen. Da wir schon beinahe Ende Januar haben kann ich sagen, dass der aktuelle Monat viel besser aussieht! 😉

Cassia & Ky 01 – Die Auswahl von Ally Condie [Rezension]

Das System sagt, wen du lieben sollst – aber was sagt dein Herz?

Inhalt:
Cassia lebt in der Zukunft, in der einiges anders ist und verbessert wurde. So bekommt jeder Mensch individuelle Nahrung, speziell auf ihn abgestimmt und genau die Tätigkeit, die ihm am Besten liegt und den Partner, den das System bestimmt, damit die Kinder gesund und stark zur Welt kommen.
Als das System dann statt Cassias Partner Xander, einen anderen auf ihrem Bildschirm zu Hause anzeigt, bringt Cassia das sehr durcheinander. Denn sie kennt sowohl Xander, als auch den anderen Jungen. Es ist Ky, der schweigsame Junge, der erst als Kleinkind in ihre Gegend zog.
Die Funktionäre erklären ihr, dass das ein Versehen gewesen sein muss, da sie niemals mit Ky gepaart werden könnte, denn er ist eine Aberration, eine Abklassifizierung für einen Verstoß, den sein Vater begangen hat.
Doch Cassia beginnt zu zweifeln. Auch ihr Opa gibt ihr einiges zum Nachdenken auf, als er ihr ein verbotenes Gedicht überreicht, dass damals bei der Auswahl der 100 Gedichte gerettet worden ist. Es klingt rebellisch und Cassia merkt, dass das System, indem sie lebt, vielleicht doch nicht so gerecht ist, wie es ihr immer erschien. Denn sie fühlt sich immer mehr zu Ky hingezogen und sie kommen sich näher. Jeden Tag ein Stückchen, doch in aller Heimlichkeit, denn sie wissen, dass ihre Liebe, falls sie denn entstünde, verboten wäre. Doch wenn Cassia mit Ky zusammen ist, vergisst sie alles andere auf der Welt und spürt seine zarte und gute Seele, die derer aller anderen Menschen übertrifft.
Aber auch das System ist nicht so unfehlbar, wie es immer tut. Weit entfernt ist ein Krieg ausgebrochen, den sie nicht unter Kontrolle bringen können. In diesem Zug offenbart ihr eine Funktionärin, dass Cassia und Ky zwei Spieler eine Experiments sind. Kann das wahr sein? Lügt die Funktionärin bloß, um sich an Cassias rebellischem Verhalten zu rächen oder spricht sie die Wahrheit und die einzigartige Liebe, die Cassia fernab vom System zu haben glaubte, ist nichts weiter als eine geschickt eingefädelte Manipulation?
Wem kann sie noch trauen, wenn alles, woran sie glaubte nach und nach zusammenbricht und sie in ihrer Bewegungslosigkeit gefangen steckt?

Meine Meinung:
„Die Auswahl“ ist eines jener Bücher, die einen süchtig nach dem Lesen machen, denn ihr Inhalt scheint so rigoros, die Charaktere so authentisch und echt, dass man nicht anders kann, als möglichst schnell, möglichst viel über sie herauszufinden.
Hier traf dies alles zu, denn die sich zart entwickelnde Liebe zwischen Cassia und Ky, in einem System, in dem dies verboten ist, zumal Cassia ja mit Xander gepaart wurde, kommt so viel Lebendigkeit und so viele Emotionen herüber, dass ich meinte, sie greifen und einfach aus dem Buch pflücken zu können.
Ich vergleiche Bücher nicht gerne miteinander, doch teilweise erinnerte mich die Regierung aus „Die Auswahl“ an die in „Panem“. Es gibt zwar viele Unterschiede und sie ist auch nicht gleich, doch ihr Denken und ihre Handlungen liegen einer ähnlichen Basis zugrunde.
Zuerst haben mich magnetisch das Aussehen und der Klappentext von „Die Auswahl“ angezogen. Wenn man die Geschichte kennt, versteht man sofort den Bezug zur Gestaltung. Ein Mädchen, dass in einer Seifenblase gefangen ist, somit alles sieht, doch machtlos ist und nicht einzuschreiten vermag. Das einzige Manko, was ich bei der deutschen Version habe, ist die Farbwahl. Sie sieht zwar schön aus, doch im Gegensatz zum englischen, indem das Cover ein Mädchen mit grünem Kleid in einer Seifenblase ziert, passt das Grün besser zum Inhalt. Denn im Geschehen ist von einem grünen Kleid die Rede, nicht von einem türkis-farbenen. Außerdem nimmt der deutsche Titel meiner Meinung nach schon viel zu viel vorneweg. Im englischen heißt es „Matched“ und im Deutschen „Cassia und Ky 01 – Die Auswahl“. Da weiß man doch sofort, wo der Hase langläuft und das Cassia statt Xander ihrem Partner hinterherzulaufen, eben Ky hinterherlaufen wird. Das finde ich ein wenig schade, denn das verdirbt ein wenig den Überraschungsmoment. Doch das ist nur eine Kleinigkeit, die das Gesamtergebnis dieses Zukunftsromans nicht schwächen kann. Aber ich muss auch Etwas positives anmerken, denn „Cassia und Ky“, klingt sehr gut als Namenszusammensetzung.
Ich finde es immer wieder erschreckend sich solche Zukunftszenarios auszumalen. Anfangs kann man noch denken, das hat alles seinen Sinn und so schlecht ist dieses strenge System gar nicht, wenn man sich eben nur an die Regeln hält. Doch dieses „wenn“ ist sehr groß, denn auch, wenn man nicht gegen sie verstößt, kann es einem dort teuer zu stehen kommen.
Vor einigen Jahren habe ich diese Art Genre verachtet, weil ich es bescheuert fand soweit in die Zukunft blicken zu wollen, dass wir es vermutlich nicht einmal mehr erleben. Es kam mir so vor, als ob wir die Überraschung schon frühzeitig verderben würden, wenn wir zu viele Spekulationen anstellten. Doch heute denke ich, dass solche Romane recht wichtig sein können, damit wir in gewisser Weise vorbereitet sind und nicht in einer durchsichtigen, aber handlungsunfähigen Seifenblase feststecken werden.
Die Gefühle zwischen Cassia und Ky, sowie Xander sind auf eine feinfühlige und spannende Art zum Ausdruck gebracht worden. Sie führen eine Dreiecksbeziehung, denn ähnlich wie in Stephenie Meyers Romanen rund um die Vampire, ist klar, wem Cassia ihr Herz schenkt, doch Xander ist ihr bester Freund und somit liebt sie ihn auch, nur anders und will ihn nicht verletzen.
Ally Condies Werk hat mich wirklich tief beeindruckt. Denn sie schreibt mit einem Schreibstil wie auf Wolken ein düsteres Zukunftszenario, dessen einziger Lichtblick eine zart aufkeimende, verbotene Liebe zwischen zwei Menschen ist.
Die Struktur des Romans war verständlich, die Handlungen nachvollziehbar und die Charaktere waren zum Sterben und Anbetungswürdig gut. Ich habe mich nicht mehr von Ally Condies fesselnder Geschichte losreißen können und wurde wirklich nicht enttäuscht.
Mit erschreckender Logik hat sie eine ganze Welt kreiert, die zukünftig tatsächlich existieren könnte und das macht mir Angst. Doch letztlich ist und bleibt das alles erst einmal Fiktion und bis eine solche Zukunft eintritt, können wir beruhigt auf die Fortsetzung des Romans warten und die Trilogie abschließen.

Mein Fazit:

Mich hat dieser Roman sofort von den Socken gehauen. Ich wollte während des Lesens immer mehr und immer mehr und mehr und mehr und konnte einfach nicht mehr aufhören, weil diese Story diesen einzigartigen Suchtfaktor besitzt.
Ich kann sie wirklich allen LeserInnen empfehlen, egal welches Genre sie bevorzugen, denn diese schlafraubende Geschichte sollte man einmal gelesen haben.
Der Plot wuchs über sich selbst hinaus und war immer wieder aufs Neue für Überraschungen gut und die Handlung ist trotz bleibender Spannung, zunächst einmal in sich abgeschlossen.
Die Stimmung, die der Handlung zugrunde lag kam perfekt herüber und ich habe mich wirklich so gefühlt, als sei ich Cassia und würde all diese Dinge am eigenen Leib erfahren.
Wer wissen will, was wir in der Zukunft vermeiden sollten, dem ist dringend geraten einen Blick in dieses Buch zu riskieren, denn er/sie wird sofort darin kleben bleiben und mit dem Lesen nicht mehr aufhören können!
Ich danke der Autorin aus tiefstem Herzen für diese unter die Haut gehende Geschichte, die dort immer noch kribbelnd ihre Bahnen zieht und mich nicht mehr in Ruhe lässt.

Bewertung

Hier kommt ihr zur offiziellen Buch-Fanseite von „Cassia & Ky – DIe Auswahl!

Vielen Dank an den Fischer-Verlag für die Zusendung dieses Vorableseexemplars!

Die Kinder des Dschinn – Der Spion im Himalaya von P.B. Kerr [Rezension]

Achtung: Hier folgt eine etwas unorthodoxe und leicht verquere Rezension zu einem tollen Buch, die absichtlich so verfasst wurde, da sie genau das widerspiegeln soll, was das Buch erzählt. Wem es gefällt, der wird das Buch lieben, wer es „affig“ finden mag, bitte Finger weg.  😉

Inhalt:
John und Philippa Gaunt steht eine weitere Dschinnprüfung bevor, auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden und als Teil ihrer Ausbildung. Die Prüfung besteht darin einen Menschen auf der Welt zu erwählen, dem drei Wünsche erfüllt werden sollen. Doch ihre Wahl muss weise getroffen sein, denn nur die edelsten und am wenigsten egoistischen Menschen wissen auch mit der Macht von drei Wünschen umzugehen.
Doch dann entdeckt ihr Onkel Nimrod, dass das Glücksbarometer manipuliert und verfälscht wurde, denn irgendjemand versucht das Gleichgewicht zwischen Glück und Unglück zu zerstören, um die Hüter von machtvollen und alten Geheimnissen zu wecken; um dann wiederum diese unbezahlbaren Geheimnisse an sich zu reißen und eine Weltherrschaft zu beginnen. Voller Wehmut und Trauer denken alle an den klugen Mister Raksahas zurück, der immer einen Rat wusste, im letzten Gefecht jedoch von einem Terrakotakrieger absorbiert wurde. Können die 14-jährigen Dschinns mit tatkräftiger Unterstützung von Onkel Nimrod und dem exzentrischen, englischen Butler Groanin ihre Aufgabe bewältigen?
Ihr gefährliches Abenteuer beginnt…

Meine Meinung:
Der erste Band rund um die „Kinder des Dschinn“ Reihe erschien 2004. Ich begann zu dieser Zeit mit dem Lesen, war ca. 10 Jahre alt und von den Charakteren und dieser ungewöhnlichen Geschichte begeistert.
Zuerst waren „Die Kinder des Dschinn“ als eine Trilogie angesetzt. Als dann ein vierter Teil erschien, wollte ich ihn natürlich lesen, fand es nur frech aus einer Trilogie eine Reihe zu machen. Beim fünften Band dachte ich nicht weiter nach und jetzt beim sechsten „Kinder des Dschinn“-Abenteuer freue ich mich einfach nur über jeden neuen Band, denn diese Bände tragen einen wichtigen und erheblichen Teil meiner Kindheit in sich.
Eine Reihe wie jede andere?- Nein!, denn P.B Kerr schreibt beschwingt, locker, lustig und fröhlich von ernsten Angelegenheiten, die in die Hände von minderjährigen gegeben werden. Dabei fühlt man sich selbst wie eine Heldin, denn wenn zwei 14-jährige Zwillinge immer und immer wieder die Welt retten können (gut sie haben Dschinnkräfte, doch die sind letztlich ja doch nur Fiktion ;)), warum sollte man das selbst dann nicht auch können? Beziehungsweise dazu in der Lage sein über den eigenen Schatten zu springen und den Mut für die Dinge zu finden, die man immer schon einmal machen wollte?
In diesen Büchern wird das Unwirkliche und Unglaubliche Wirklichkeit.
Ich mag an dieser Reihe und besonders am neuen Band, dass dem Autor nie die Ideen ausgehen und er so herrlich grundverschiedene Charaktere und Typen auf ein Feld wirft, die sich eigentlich nicht besonders leiden können, dann aber gezwungen sind zusammenzuhalten.
Da ist Onkel Nimrod, ein mächtiger und guter Dschinn, der in feinen, roten Anzügen durch die Gegend läuft und einen auf „weise“ mimt. (Er ist nicht unerheblich klug, doch neigt er zu Übertreibungen). Begleitet wird er von seinem einarmigen, englischen Butler Groanin, der Reisen hasst und über alles und jeden flucht. Zu dumm, dass ein Dschinn beinahe ununterbrochen auf Reisen ist und Groanin dann gerade bei so einem arbeiten muss! Ich lache mich beinahe jedes Mal kringelig, wenn Groanin im Urlaub mal wieder seine Babynahrungsgläßchen hervorzieht, weil die keine verdorbenen Keime oder Bakterien enthalten können und ungefährliche, sterile Nahrung sind. (Um mal eine Eigenart dieses Butlers zu nennen).
John und Philippa sind auf den ersten Blick sehr normal, bis sie ihre übernatürlichen Dschinnkräfte auspacken, mit denen sie noch nicht vollständig umzugehen wissen und dadurch ungewollt die eine oder andere Katastrophe auslösen. Mit dem Ziel Gutes zu tun, verheddern sie sich und das hat katastrophales zur Folge, wirkt aber nur authentischer, denn sie sind zwar Dschinn, doch auch die, wie wir Menschen, haben so ihre Fehler.
Ja, ich mag diese Reihe wirklich, denn sie vermittelt mir ein geborgenes, heiteres und einmaliges Gefühl, wie keine andere Serie es zu tun vermag und ich hoffe sehr, dass sie noch fortgesetzt wird und ich noch mehr Schimpftiraden von Groanin dem Butler, Onkel Nimrod und den Kindern über mich ergehen lassen kann!

Mein Fazit:
P.B Kerr hat sich mal wieder selbstübertroffen und mich mit seiner bestialisch guten Ideenumsetzung geködert und gebannt. Am liebsten würde ich jetzt noch einmal alle sechs Bände durchlesen, nur um etwas von diesem mir vertrauten Flair zu spüren.
„Die Kinder des Dschinn“ ist eine Reihe, die einem nicht so schnell aus dem Kopf geht und etwas wirklich geheimnisvolles, mysteriöses und unschlagbares besitzt, dem keiner nachziehen kann.
Nur (entschuldigung) Dummköpfe könnten sich das entgehen lassen.
Mit den besten Grüßen lege ich euch diese Reihe ans Herz und hoffe, dass ihr darin genauso ein zu Hause finden werdet, wie ich es getan habe!

Bewertung

Auf der anderen Seite des Meeres von Siobhan Dowd [Rezension]

Inhalt:
Holly Hogan ist ein wirklicher Problemfall. Seitdem sie ein Kleinkind ist lebt sie im Heim und kommt mit ihrer Situation nicht gut zurecht. Ihre einzige Bezugsperson ist Mirko geworden, ihr Betreuer. Doch dann erzählt er ihr, dass er sich woanders hinversetzen lässt, doch auch Holly eine große Chance hat, denn ein älteres Ehepaar würde sie gerne bei sich aufnehmen.
Eigentlich will Holly das nicht, denn sie hat sich in Templeten House, dem Kinderheim gut eingewöhnt, aber ohne Mirko will sie nicht bleiben.
Also versucht sie es mit Fiona und Ray, dem Ehepaar. Eines Tages findet Holly bei Fiona eine blonde Perücke, die sie irgendwie cool findet. Als Holly es irgendwann nicht mehr aushält, läuft sie weg. Sie setzt sich die Perücke auf, erfindet einen neuen Namen für sich und ist fortan unterwegs als Solace auf dem Weg nach Irland, zu ihrer Mutter.
Denn das glaubt Holly wirklich, dass ihre Mutter in Irland auf sie wartet und sie sie nur finden muss. Mit wenig Geld, einem noch kleineren Plan und nur mit ihrer neuen, fragwürdigen Identität bewaffnet startet Holly voll durch. Doch was wird sie am Ende ihrer Reise erwarten? Oder noch schlimmer, wird sie das Ende überhaupt noch erleben?

Meine Meinung:
Siobhan Dowd ist eine große Meisterin ihres Werkes. Mit „Auf der anderen Seite des Meeres“ hat sie einen gestochen scharfen Roman kreiert, an den so schnell kein anderer Roman heranreichen kann. Sie verfasst eine Geschichte so mühelos, wie andere einen Schal stricken und das mit solcher Intensität, der ich mich nicht zu entziehen vermochte. Ich weiß kaum, wie ich das in Worte kleiden kann, was ich beim Lesen empfunden habe, denn das war eine Menge.
Siobhan Dowd schreibt so, wie das Leben wirklich ist. Sie hat in den Kopf von Holly reingeguckt und so durcheinander und aggressiv wie Holly ist, ist es auch die Geschichte, denn schließlich geschieht die aus ihrer Sichtweise. Als Solace tat Holly wahrlich verrückte Sachen und hat ein Selbstbewusstsein wie für zehn normale Menschen. Manchmal kann das sehr nützlich sein, doch meistens ist das eher gefährlich und leichtsinnig, wenn sie den Leuten mit ihren „tschaka-tschaka“ Hüften vor der Nase herumwedelt.
Insgesamt habe ich diese psychisch labile Person jedoch beneidet. Denn sie schafft es, sich aus ihren Fesseln zu befreien, ohne groß über die Konsequenzen nachzudenken. Sie tut es einfach, weil sie spürt, dass sie in ihrer derzeitigen Situation nicht glücklich sein kann. Dabei wählt sie nicht den Weg, den viele andere gehen würden. Andere würden lieber über die Ursachen ihres Unglücklichseins nachdenken, um diese dann zu lösen. Doch während andere noch nachdenken, handelt Holly schon und kommt gar nicht erst in die Versuchung vor der Situation zu fliehen.
Siobhan Dowd hat in einem lockeren, unbeschwerten und kontinuierlichen Schreibstil einmal mehr bewiesen, dass sie die Menschen versteht und genau weiß, wie sie das alles in eine Geschichte packen kann, um damit anderen Menschen Mut zu machen und ihnen zu helfen.
Hollys Geschichte ist rührend, traurig, aber auch glücklich. Sie mag zwar teilweise sehr naiv sein, aber Siobhan Dowd wusste dies zu nutzen und geschickt auszubauen.
Ich verheddere mich bei dieser Rezension gerade mit den Wörtern und will so viel sagen, weiß nur nicht wie, denn in mir schreit es unaufhörlich, dass ich nie Etwas schöneres, tragischeres besseres gelesen habe, wie „Auf der anderen Seite des Meeres“. Ich wünschte wirklich ich könnte mehr von Siobhan Dowd lesen, doch leider ist dies nicht mehr möglich und das macht mich sehr traurig, weil immer die Menschen sterben müssen, die es nicht verdient haben und noch so großartiges hätten vollbringen können.
Aber ich bin der Autorin dennoch so unglaublich dankbar, dass sie immerhin vier wunderbare Romane kreiert hat, bei denen ich gar nicht zu benennen weiß, welcher mir am Besten gefiel.

Mein Fazit:
„Auf der anderen Seite des Meeres“ ist vieles. Es ist brutal, es ist ehrlich, es ist traurig, es ist sehr verrückt, es ist quietschlebendig und es ist vor allen Dingen eines: Ein Roman aus dessen Geschichte der Stoff für unsere Träume gemacht ist, also tut es euch an und versäumt dieses Leseabenteuer nicht, denn wenn ihr etwas beim Lesen spüren wollt, findet ihr hier jede Menge Gefühl!

Bewertung

Sephira; Ritter der Zeit – Die Bruderschaft der Schatten von Corina Bomann [Rezension]

Inhalt:
Laurina überlebt als einzige Schiffbrüchige und wird von Gabriel am Strand gefunden. Sie ist verletzt und bis ihre Wunden heilen, nimmt er sie bei sich auf. Doch dann gerät Laurina in etwas hinein, was Gabriel vermeiden wollte. Denn er gehört einer nicht ungefährlichen Organisation an, die Assassinen nicht unähnlich sind und für den Preis der Unsterblichkeit dem Emir Malkuth unterstellt sind, der hohe Ziele verfolgt und seine Macht auszunutzen droht.
Laurina könnte endlich die lang ersehnte Lamie werden, die die Ritter brauchen, um weitere Unsterbliche zu erschaffen, doch wollen sie den Emir wirklich noch weiter unterstützen?
Wird Laurina die Ausbildung zur Lamie packen und am Ende die Prüfung überleben bei der es heißt: Alles oder nichts, ein Kampf um Leben und Tod…

Meine Meinung:

Ich begann dieses Buch mit recht niedrigen Erwartungen, denn obgleich mich das Cover sehr ansprach und es sich richtig toll anfühlt, blieben bei mir wegen des Klappentext noch ein paar Zweifel. Dann las ich den Prolog und war schon rettungslos in der Geschichte versunken. Bei manchen Büchern reicht eine Seite, um zu wissen, dass man mit diesem Buch am liebsten verschmelzen würde und für immer eins werden möchte und andere brauchen ein paar hundert Seiten Anlauf Zeit. Doch hier bei „Sephira – Ritter der Zeit“ schlug mein Herz sofort höher und ich konnte mich nicht mehr entziehen.
In diesem Roman findet man einen gut durchmischten Topf aus unterschiedlichen Genres und verschiedenen Elementen, die viel Abwechslung bieten und mit Herz und Flamme, Leib und Seele geschrieben wurden.
Die Charaktere reifen im Laufe der Handlung und waren mir von Anfang an sympathisch. Ein Hauch aus Mystik, Liebe und Geheimnissen zog sich mit jedem Satz immer enger um die Geschichte, bis ich keinen Ausweg mehr wusste und nur noch hoffen konnte, dass alles sein gutes Ende nehmen würde.
Ein intensives Leseerlebnis, dass mich wirklich alles vergessen ließ, denn ich nahm das Buch in die Hand und legte es erst aus der Hand, bis ich es durchgelesen hatte!
Corina Bomann hat eine vielschichtige Geschichte gesponnen, die sich mit Politik, den Traditionen eines uralten Ritterclans und Glaubensfragen, beziehungsweise Glaubenskonflikten in Jerusalem und Umgebung auseinander setzt.
Dabei hat mir sehr gut gefallen, dass man nicht nur auf bestimme Personen, die Protagonisten in der Handlung angewiesen ist, sondern auch Randfiguren transparenter werden und das Werk dadurch größer und besser, irgendwie echter wirkt. Es konzentriert sich nicht alles auf Laurina und Gabriel, die ich wirklich sehr lieb gewonnen habe. Durch Perspektivwechsel wurden mir auch Einblicke in die bösen Charaktere geboten, was die Spannung noch einmal anstachelte und immer mehr Öl in die Flammen goss. Ich weiß nicht, ob hiervon noch eine Fortsetzung geplant ist, doch ich würde es mir sehr wünschen, denn für mich ging die Geschichte viel zu schnell zu Ende.

Mein Fazit:
Vom ersten Moment an hatte mich die Autorin hier im Sack und ich habe jede Seite genossen, die in spannendsten Sätzen und schilerndsten Farben genutzt und dargestellt wurden.
Mit Intensität und Authentizität bin ich hier gefangen genommen worden und wünschte, ich hätte noch mehr davon, denn ein so umhauendes und sprachlich, sowie inhaltlich gelungenes, geniales Werk habe ich hier definitiv nicht erwartet! Unbedingt lesen, denn ich übertreibe nicht, wenn ich schreibe, dass dieses Buch zu einem eurer Favoriten aufsteigen wird und sich die Investition mehr als lohnen wird.

Bewertung

Vielen Dank an den Ueberreuter-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars!

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