Buchrezensionen, Favoriten

Das Buch der 1000 Tage von Shannon Hale [Rezension]

Inhalt:
Es war einmal eine Dienerin…
Dashti ist die Dienerin Lady Sarens, der sie ewige Treue schwor. Deswegen lässt sie sich für sieben Jahre mit ihr in einen Turm sperren. Das ist die Bestrafung von Lady Sarens Vater für das Verschmähen des Heiratskandidaten Khan Khasar.
In der Zeit der Gefangenschaft werden sie besucht von Lady Sarens Verehrer mit dem sie sich Liebesbriefe schrieb und sich bereits heimlich verlobte. Durch eine Klappenöffnung, durch die sie auch Essen gereicht bekommen, befiehlt Lady Saren Dashti mit ihm zu reden. Dashti hat ein schlechtes Gewissen sich als eine Andere auszugeben, doch mit der Zeit kommen sie und Khan Tegu sich in ihren Gesprächen immer näher.
Irgendwann muss er gehen, der Winter bricht an und Dashti, die mit ihren Essensvorräten gut haushaltete, hatte keine Ratten und eine gefrässige Lady Saren mit eingeplant.
Die Vorräte drohen auszugehen und der Kontakt zur Außenwelt ist vollkommen abgebrochen, als seien die Beiden vergessen worden.
Dem Hungertod nahe schaffen sie es, nach cirka 3 Jahren dem Turm zu entfliehen. Doch die Freiheit birgt nicht das Erwartete, das Reich von Lady Sarens Vater ist zerstört, alle Menschen sind tot. Doch es kommt noch schlimmer, der grausame Khan Khasar droht alle Reiche zu erobern.
Khan Tegus Refugium ist noch verschont geblieben und so machen sich Herrin und Dienerin auf ihn zu finden. Die Herrin voller Ängste, die Dienerin voller Mut und Hoffnung. Da bleibt immer noch das kleine Problem der Verliebtheit von Dashti zu Tegu, wird das ein gutes Ende nehmen?

Meine Meinung:
„Das Buch der 1000 Tage“ ist die Geschichte von Dashti, die ich unheimlich lieb gewonnen habe.
Dashti, die als einfache Dienerin begann und sich vom normalen Mädchen durch einige unglückliche Ereignisse gezwungenermaßen zu einer mutigen und tapferen Frau entwickelt.
Sie ist nicht besonders klug, doch sie hat die Werte, die einen Menschen ausmachen. Besonders aber ist es Nächstenliebe, die sie ausmacht. Ihre fehlende Intelligenz bewirkt, dass sie dennoch ein Glanz umgibt, weil sie nicht nur aufopferungsvoll an alle Anderen, außer an sich denkt, sondern zusätzlich an alle glaubt und ausschließlich das Gute in ihnen sieht.
Ihre Erfahrungen und Eindrücke hält sie in Tagebucheinträgen fest. Diese Schreibweise brachte mich ihr näher und deswegen verstand ich auch ihre Denkweise und warum sie den Befehlen ihrer Herrin folge leistet, obwohl einige Anweisungen wirklich dämlich und schädlich sind. Sie ist Aratin und ihre Kultur heiligt die Menschen, die Natur, das Leben und besitzt sehr viel Wissen. Unterstützend zu dieser Kultur wirkt Dashtis Wesen, die mit bestimmten Traditionen aufwuchs. Sie ist in manchen Dingen sehr weise und bewandert, ohne es zu bemerken und das lässt einen mit diesem schönen Roman wirklich lächeln. Wegen dem Wissen, was die Araten besitzen, sind ihnen viele feindlich gesinnt. Anders gesagt werden sie für wertlos gehalten und höchstens als Sklaven für gut genug befunden, auch wenn das nie so offensichtlich gesagt wird.
Ich habe das Lesen wirklich genossen und die Geschichte floss dahin wie nichts. Ich habe etwas ganz anderes erwartet, etwas hochtrabenderes, wo man von Anfang an das Gefühl hat, die Situation ist beklemmend und ausweglos. Doch da die Protagonistin Dashti das genaue Gegenteil ist, wirkt diese Gefangenschaft im Turm nicht einmal mehr so grausam, wie sie es ohne Dashti sein würde. Das beweist nochmals ihren fröhlichen Charakter, der sich auf die gesamte Handlung niederschlägt. In spannenden Situationen kommt die Ernsthaftigkeit wiederum sehr gut herüber, weil auch die leicht naive Dashti von Trauer, Ernst, Freude usw. unterscheiden kann und ihre Tagebcheinträge sich dementsprechend verhalten.
Wie in typischer Tagebuchmanier sind auch hier Zeichnungen von Personen und Gegenständen eingebunden. Das bewirkt nicht nur, dass der Roman, die Handlung und Dashti umso authentischer wirken, nein, es hilft auch ungemein beim Lesen und beflügelt die Fantasie. So ist beispielsweise einmal der Turm, in den sie gesperrt werden detailgetreu abgebildet, was wirklich klasse war, denn so kam viel mehr Leben in die Geschichte. „Das Buch der 1000 Tage“ ist durch schwarz, weiße Illustrationen viel bunter und farbenfroher geworden.
Ich finde, dass das Cover zum Augenschließen und Träumen einlädt. Ich schloss (symbolisch) meine Augen und landete in einer modernen Märchenwelt, die mit Glanz und Glorie so gar nichts gemein hatte.

Mein Fazit:

Shannon Hale hat einen bewundernswerten Roman geschrieben, indem Dashti das zurückbekommt, was sie den Anderen gegeben hat und noch viel mehr, denn am Ende findet sie ihre große Liebe, doch ob sie zusammenkommen werden…?
Märchen sind meiner Meinung nach viel zu selten geworden, dabei lehren sie uns die am Meisten zu Herzen gehenden Botschaften. Botschaften, die uns zeigen, wie wichtig manches im Leben ist, was auf den ersten Blick unscheinbar erscheinen mag.
„Das Buch der 1000 Tage“ ist für mich ein sehr gelungenes und modernes Märchen von einer Autorin, die sich darauf versteht LeserInnen vom ersten Atemzug an zu fesseln und vollkommen einzulullen, bis man ihre Geschichte einfach lieben muss.
Ein unwiderstehlicher Charme, den ihr euch nicht entgehen lassen solltet, denn wenn ihr wissen wollt, was die Macht der Liebe bewirken kann, würdet ihr nicht eher ruhen, als bis ihr diesen Roman gelesen habt!

Bewertung

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Ab 12 Jahren
Taschenbuch, Broschur,
320 Seiten, 12,5 x 18,3 cm
40 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-570-40039-5
€ 7,99 [D] | € 8,30 [A] | CHF 14,50

Direkt zum Buch auf das Emblem klicken!

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3 thoughts on “Das Buch der 1000 Tage von Shannon Hale [Rezension]”

  1. Es ist schon eine Weile her, dass ich das Buch gelesen habe, aber mich hat es nicht so beeindruckt. Ich hatte davor The Goose Girl von Shannon Hale gelesen und das hat mir viel, viel besser gefallen. Irgendwie fand ich dieses ein wenig zu unspektakulär und abenteuerlos. Hat Dashti im Deutschen eigentlich eine bestimmte ARt zu schreiben? Ich glaube nämlich im Englischen hat sie immer ein paar Begriffe benutzt, um ihre Abstammung deutlicher zu machen.

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    1. Hmm, ich finde schon, dass ihre Abstammung gut herüber kam, besonders da sie immer wieder diese heilenden Lieder sang. Wenn sie besondere Begriffe verwendete, haben die sich so in den Text eingefügt, dass ich sie gar nicht bemerkte! Das andere Buch von ihr habe ich noch nicht gelesen, aber wenn es gut ist, überlege ich mir das noch einmal ganz doll, weil ich „Das Buch der 1000 Tage“ echt toll fand! Liebe Grüße

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      1. Ja, mach das unbedingt. Wie gesagt, The Goose Girl kann ich nur empfehlen. Princess Academy habe ich noch nicht gelesen, aber es klingt auch gut und meine Schwester hat es bereits für gut befunden.

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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