Buchrezensionen, Rezensionen

About Ruby von Sarah Dessen [Rezension]

About RubyInhalt:
Der Roman „About Ruby“ von Sarah Dessen handelt von Ruby, die in einem sehr schwierigen Familienverhältnis aufwachsen musste.
Rubys Mutter ist alleinerziehend und mit dieser Situation überfordert. Sie flüchtet sich in Alkohol und überlässt vieles Ruby. Doch Ruby hatte eine große Schwester, Cora, die zum Studieren ausgezogen ist. Seitdem hatten die beiden Schwestern keinen Kontakt mehr zueinander und Ruby fühlt sich alleine gelassen.
Ungefähr zehn Jahre später wird Ruby auch von ihrer Mutter alleine gelassen. Zunächst versucht sie alleine zurechtzukommen, doch sie fliegt auf und muss zu ihrer Schwester ziehen; die inzwischen wohlhabend und verheiratet ist. Doch Ruby will nichts von Cora wissen und schon gar nicht auf ihre Hilfe angewiesen sein. Ruby bleibt letztlich keine andere Wahl und als sie Nate kennenlernt und Cora ihr Stück für Stück näher kommt, beginnt Ruby ihre Situation zu akzeptieren. Sie und Nate werden ein Paar, auch wenn sie das niemals so deutlich aussprechen.
Schnell wird ihr Glück getrübt, denn Nate hat Geheimnisse und Probleme, die er immer schlechter vor ihr verbergen kann. Ruby beginnt das Muster dieser Probleme zu durchschauen und wiederzuerkennen, denn sie ähneln ihren alten, die sie mit ihrer Mutter hatte. Es gleicht einem Albtraum, ihre Vergangenheit beginnt von vorne und wiederholt sich bei Nate. Kann Ruby ihm helfen oder wird sie ihn durch seine Probleme für immer verlieren?

Meine Meinung:
Sarah Dessen hat einen Schreibstil, der zu begeistern schafft. Es musste nicht einmal viel passieren, damit ich mich in der Handlung einfinden konnte.
Die Probleme, die Ruby mit ihrer Schwester und Mutter hat, sind sehr realistisch dargestellt und nicht um der Spannung willen, übertrieben und überzogen verkörpert worden. Das verleiht dem Roman eine hohe Authentizität und wirkte sich sehr positiv aufs Lesen aus.
Ich würde sogar sagen, dass der Zauber bei „About Ruby“ in dieser schlichten Eleganz liegt, die so authentisch, real wirkt, mit hohem Identifikationscharakter.
Das Verhältnis zwischen den „normalen“ Problemen einen Teenagers und denen, die Ruby zusätzlich aufgelastet wurden, bilden die zentrale Basis, den Mittelpunkt der Handlung.
Während Ruby zunehmend glücklicher wird und Hilfe von außen zulässt, verschlechtert sich Nates Situation immer drastischer. Die Beiden entfernen sich von einander. Obwohl sie an den entgegen gesetzten Punkten begonnen haben, haben sie irgendwann unwissentlich ihre Rollen getauscht. Dadurch kann es keinem von Beiden richtig gut gehen, weil man als LeserIn spürt, dass es zwischen den Beiden funkt.
Die Stärke, die Ruby sich im Laufe der Geschichte aufbauen konnte, wird wieder sehr instabil und unsicher.
Für Ruby und alle Beteiligten ist es ein ständiger Balanceakt zwischen Rubys Gefühlen, denen ihrer Schwester, denen von Nate, der Familie, Nates Familie usw.
Allerdings störten mich ein wenig die langen Kapitel, die ich viel kürzer gehalten hätte. Denn so entsteht ab und zu eine kleine Langatmigkeit, die durch kürzere Kapitel locker ausgeglichen worden wären.
Außerdem finde ich das Ende nicht wirklich passend. Es gibt zwar ein „Happy End“ und gegen solche Enden habe ich nichts, im Gegenteil. Doch dieser Roman überzeugte mich gerade durch seine Authentizität und normalerweise ist nicht alles am Schluss ganz plötzlich „Friede, Freude, Eierkuchen“! Beziehungsweise, wenn es so abläuft, hätte es nicht so abrupt kommen dürfen, wie in „About Ruby“.
Ich meine, wirklich alle Probleme sind am Schluss keine mehr, weil die Lösung quasi vom Himmel gefallen ist. Dort, wo keine Lösung kam, lösten sich die Probleme einfach in Luft auf und das hätte ich wirklich anders gestaltet. Ein großer Störfaktor. Das revidiert ein wenig meinen guten Eindruck, den ich während des ganzen Romans hatte. Es ist schade, dass das Ende dies wieder ein wenig abschwächte und ein Stück weit auslöschte.

Mein Fazit:
Nichtsdestotrotz hat Sarah Dessen einen spannenden Roman kreiert.
Er erzählt vom Übergang des nicht immer leichten Erwachsenwerdens, der die Probleme Rubys, aber auch von Teenagern allgemein sehr schön aufgreift und transparent beschreibt.
Mit filigraner Eleganz führt uns Sarah Dessen in die Gedanken der Menschen und deren Aktionen ein, die uns nicht immer richtig erscheinen oder nicht nachvollziehbar sind. Doch sie hat es geschafft, genau diese Punkte offen zu legen, denn am Ende habe ich die Charaktere in „About Ruby“ verstanden. Nicht zuletzt Ruby selbst, die sich nach einer langen, ungewollten Suche endlich selbst gefunden hat.
Eine Geschichte, die vom wahren Leben erzählt und von der Intensität zwischenmenschlicher Beziehungen zeugt. Grandios!

Bewertung

Advertisements

2 thoughts on “About Ruby von Sarah Dessen [Rezension]”

  1. Ich hab das gleiche über das Buch gedacht! Stil und Charaktere waren interessant und gut, aber insgesamt war es zu langatmig und das Ende zu Friede Freude Eierkuchen. Außerdem finde ich es total Quatsch dem Buch im Deutschen einen neuen englischen Titel zu geben.

    Gefällt mir

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s