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Love Cuts von Mette Finderup [Rezension]

Inhalt:
Sie sind Jugendliche, verstreut in ganz Dänemark. Manche kennen sich untereinander, andere nicht. Doch sie alles verbindet etwas:  Die Liebe!

Julie ist in Martin verliebt, den sie gar nicht richtig kennt. Sie schreibt Briefe an ihn, ohne diese jemals abschicken zu wollen. Eines Tages hat das ihre Mutter unwissentlich für sie übernommen und jetzt?
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Martin ist mit Helen zusammen. Dann bekommt er anonyme Liebesbriefe und will sich auf die Suche nach der Verfasserin machen.
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Helen bemerkt Martins Abwesenheit und desinteresse. Sie liebt ihn und will ihn nicht verlieren, doch wie soll sie mit einem anonymen Traumbild von Martins Fantasien mithalten können?
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Amanda ist mit Nicklas zusammen. Dem gewalttätigen Nicklas, von dem sie sich nur aus Angst nicht zu trennen vermag.
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Kasper rettet Amanda, die er aus der Schule kennt, vor dem Zugriff ihres Freundes. Doch damit hat das Abenteuer erst begonnen, sie müssen Nicklas entkommen.
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Nicklas ist außer sich vor Wut, dass Amanda ihn verlassen will, er verfolgt die Beiden.
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Mads sieht dieses schöne Unbekannte Mädchen und schenkt ihr seinen Pulli. Etwas später sieht er sie bei einer Talentshow im Fernsehen und weiß, er muss dorthin fahren.
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Nadja ist aufgeregt vor ihrem großen Auftritt auf der Bühne und verlässt sich darauf, dass ihr der Pulli von dem Fremden Glück bringen wird. Doch dann ist der Pulli verschwunden…
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Kira ist in ihren besten Freund Jakob verliebt, der viel mit anderen Mädchen rummacht…
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…Dabei schlägt sein Herz doch eigentlich auch insgeheim für sie, oder?
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Emma ist Kiras Cousine und in Lasse verknallt, der sie anlügt. Um sie loszuwerden erzählt Lasse, er sei schwul.
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Der Fremde sieht Emma im Park und irgendwie finden sie zusammen.
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Katrine hat sich auf ihren Mädelsabend gefreut, bis ihre Mutter ankündigte, dass ihre Freundin samt Lasse vorbeikommen wird, der neuerdings auch noch schwul sein soll.
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Meine Meinung:
Was kann ich großartig zu diesem allumfassenden Werk sagen? Dass es mich von den Socken gehauen hat? Ich nicht genug davon bekommen konnte und jeden einzelnen Satz genossen habe? Das wäre alles eine Untertreibung, denn Mette Finderup, hat einen weltbewegenden Roman geschrieben, der mich beinahe zu Tränen rührte.
Der Titel dieses Romans hätte besser nicht sein können, denn wie einem Film gleich, entwickeln sich aus verschiedenen Perspektiven, unterschiedliche Geschichten, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, sich aber dennoch an den einen oder anderen Stellen berühren, mal mehr und mal weniger. Eines führt zum Anderen und was Mette Finderup da kreiert hat, war bestimmt nicht leicht. Zunächst dachte ich, als ich in der Übersicht diese ganzen Personen gesehen habe, dass ich da niemals durchsteigen würde, doch gekonnt, geschickt, einfach nur brillant und meisterhaft hat die Autorin diese zerbrechliche Geschichte aufgebaut, sie ausgebaut, bis sie so stark war, dass sie jeden Rahmen zu sprengen vermochte.
„Love Cuts“ ist in vielerlei Hinsicht fantastisch.
Es behandelt die Liebe, in all ihren Facetten, Formen, Farben und Gestalten, die man sich nur vorstellen kann. Von liebevoll, bis intensiv, zu spaßig, nach homosexuell, zurück zur Gewalt usw. Krasse Gegensätze werden hier geschildert, alle in einer Geschichte verpackt und miteinander verknüpft.
Es hat mir besonders eines, sehr deutlich gezeigt:
Mir ist unterbewusst immer klar gewesen, dass Paare, in denen einer gewalttätig ist, sich auch lieben, irgendwie, auf ihre verquere Art und Weise. Doch da der Begriff „Liebe“ eher mit positiven Gefühlen assoziiert wird, verbindet man es nicht direkt mit Gewalt. Durch „Love cuts“ ist mir bewusst klar geworden, dass Liebe auch grausam sein kann, eine gefährliche Spirale, der man sich nicht zu entziehen wagt. Denn Amanda aus der Geschichte, liebt Nicklas zwar, weswegen sie unter Anderem noch nicht den Mut hatte ihn zu verlassen, doch sie spürt ebenso sehr, dass es sie zerstören würde, würde sie nicht gehen.
Es war sehr prickelnd zu lesen, wie sich einige unabhängige Geschichten wie zufällig miteinander berührten. Ich wusste nie abzuschätzen, wie intensiv oder flüchtig das nun passieren würde und darin liegt die wahre Magie dieses Romans.
Wie unterschiedlich die Menschen in „Love Cuts“ auch sein mögen, sie alle sind unleugsam durch eine Sache miteinander verbunden: Der Liebe, in allen Gestalten.
Wie ich bereits sagte, ist der Titel dieses Romans perfekt gewählt.
Das unterstreicht den Aufbau und die Struktur der Handlung, die in vielen kleinen Cuts abläuft und letztlich zusammenfindet.
Ich sage es auch noch einmal: Mette Finderup hat die schwere Aufgabe dieses Romans perfekt gemeistert und ich bin so begeistert, dass ich nicht genau weiß, wie ich das angemessen ausdrücken kann.

Mein Fazit:

„Love Cuts“ ist ein Buch über die ganz großen Gefühle, wobei die kleinen nicht zu kurz kommen und auch gesehen und gebührend beachtet werden.
Diese Gefühle werden durchleuchtet aus den verschiedensten Perspektiven und Einstellungen der Menschen, die diese Gefühlte durchleben.
„Love Cuts“ bescherte mir viele neue Erkenntnisse und die schönsten Lesestunden, die ich mir auszumalen vermag. Ein Roman, dem die zauberhafteste Magie innewohnt.
Es war schön, endlich einmal wieder etwas zu lesen, wo keine Fantasy im Spiel war, sondern das Leben, wie es wirklich ist und sein kann, geschildert zu bekommen.
Wenn „Love Cuts“ der letzte Roman wäre, den ich lesen dürfte oder könnte, wüsste ich, dass es sich gelohnt hätte und wäre trotz Leseverlust glücklich, eine so tief gehende Geschichte, gelesen haben zu dürfen.

Bewertung
~Eine der Top 10 Rezensionen des Monats auf Lovelybooks~
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4 thoughts on “Love Cuts von Mette Finderup [Rezension]”

Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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