Archiv für den Monat November 2010

Weihnachtsdekoration

Habt ihr euch schon gefragt, ob ihr hier richtig seid und ob das hier überhaupt noch LeseLust & LeseLiebe ist?
– ja, das hier ist LeseLust & LeseLiebe, allerdings habe ich, wie unschwer zu bemerken, einige Veränderungen vorgenommen.
Da ich pünktlich vorm 01. Dezember, also auch dem ersten Kalendertürchen noch einmal so richtig in Weihnachtsstimmung gekommen bin, konnte ich es mir nicht verkneifen, dies auch in meinem Blog zum Ausdruck zu bringen. Damit man sich hier auch gleich weihnachtlicher fühlt.
Das Bild, oben im Header, zeigt die Aussicht aus meinem Zimmer. Alle Dächer voller weißem Schnee! :D Allerdings wirkt das gesamte Bild besser, als diese kleine Auswahl für den Header. Besser gesagt, ich muss zugeben, dieses kleine sieht irgendwie nach nichts aus. Also, das jetzige Bild wechselt definitiv! Ich lasse es nur, weil ich den Artikel schon vorher geschrieben hatte! Deswegen stelle ich hier gleich noch einmal andere schöne Bilder von meiner schönen Aussicht aus dem Fenster hinein. Zusätzlich werde ich morgen noch ein schöneres Bild erstellen, was noch mehr nach Weihnachten anmutet und kleiner auch besser wirkt. (Ich habe bereits Kerzen vor meinen inneren Augen!)
Ich hoffe, dass ihr auch alle schön auf Weihnachten eingestimmt seid und wünsche schon einmal eine tolle, entspannte und gemütliche Weihnachtszeit euch allen, mit schönem einheitzendem Tee, Plätzen Lebkuchen und anderen Leckereien!

Update 01.12.2010: So, da WordPress nun so freundlich ist das Feature “Snow Falling” anzubieten und mir das fürs Erste weihnachtlich genug ist, verwende ich dieses mit Freuden und nehme mir vor ein weihnachtlicheres Bild ein anderes Mal zu erstellen, weil momentan mit Zeitdruck will mir das einfach nicht gelingen. Diesen Artikel werde ich dennoch hier so belassen ;)

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Advent, Advent, Advent… Adventsfreude

Advent, Advent ein Lichtlein brennt?
– ja, das kann ich wohl bestätigen, denn ich habe heute etwas gewonnen. Obwohl ich sagen sollte, dass da nicht nur ein einziges Lichtlein brennt, sondern ganz viele. Sie blenden meine Umwelt von meinem Inneren heraus! Gewonnen habe ich etwas… “Adventiges” ;), aber immer schön der Reihe nach:

Da anlässlich des 1. Advents in diesem Jahr ziemlich viele Aktionen gestartet werden und sich eine allgemeine weihnachtliche Stimmung breit zu machen beginnt, bin ich umso froher berichten zu können, dass mein 1. Advent in diesem Jahr schon einmal etwas ganz tolles geworden ist! Denn bei Bücherchaos habe ich das erste Türchen des 1. Advents gewonnen! Das hier war das Gewinnspiel Klick und hier seht ihr die Auflösung und den Gewinn Klick. Gewonnen habe ich ein Lesezeichen aus Metall, auf dem die 50 Bücher stehen, die man gelesen haben sollte und ein toller Magnet.
So bin ich trotz Lernstress zu einer super tollen Laune gekommen und bedanke mich riesig bei Franziska für diesen Gewinn.
Auch ich habe heute die erste Kerze auf unserem Adventsteller angezündet, die Gesellschaft von drei kleinen, frechen und süßen himmlischen Schwestern bekommt.
In diesem Sinne, wünsche ich auch euch noch einen tollen ersten Sonntagsadvent, genießt die Zeit und erholt euch mit euren Lieben bei einigen besinnlichen Stunden!

Alles Liebe von

Charlene (Charlousie)

Der mysteriöse Mr. Spines – Wings von Jason Lethcoe [Rezension]

Inhalt:
Edward landet mitten in einem Abenteuer, als er 1921 nach dem Tod seiner Mutter in einer Schule für schwererziehbare aufwächst und sein Rücken ganz merkwürdig zu kribbeln und zu jucken beginnt. Er hat Probleme mit dem Sprechen und stottert, weswegen er von Hänseleien nicht verschont bleibt. Doch irgendetwas ist seit diesem Kribbeln merkwürdig. Edward wird verfolgt, von einem grausamen Mr. Scruggs. Dann wachsen Edward Flügel und das Kribbeln ist verschwunden. Mr. Scruggs will ihm die Flügel abschneiden, doch in letzter Sekunde wird Edward von Mr. Spines und seinen Helfern gerettet. Von nun an sind sie auf der Flucht und Edward erfährt, dass in ihm weit mehr steckt, als ein gewöhnlicher Junge.
Das ist nicht alles und von Zweifeln und Misstrauen gegenüber seinen mysteriösen Rettern geplagt, flieht Edward auch vor ihnen und begeht damit einen folgenschweren Fehler. Er rennt direkt in die Arme des Feindes, die ihn suchen und böse Pläne mit ihm haben.
Doch was steckt wirklich hinter Edwards Flügeln und den magischen Geschehnissen der letzten Zeit?

Meine Meinung:
Ich hatte mir im Vorfeld über dieses schöne Kinderbuch keine großen Gedanken gemacht. Ich habe das Cover sehr schön gefunden und es deswegen sehr gerne lesen wollen, weil mir auch der Titel sehr zusagte.
Die Figuren sind sehr bildlich beschrieben und man kann sie sehr gut im Kopf behalten. Die Namen sind ausgefallen und lassen diese außergewöhnliche Geschichte noch eindrucksvoller wirken.
Die Geschichte beginnt mitten drin, wodurch die Vergangenheit Edwards erst im Laufe der Handlung geklärt wird.
Das Mysterium was ihn und den Mr. Spines umgibt lässt die Spannung in den Fingern beim Lesen kribbeln. Bis zum Ende sind nicht alle Geheimnisse und Rätsel aufgedeckt, da Edward ein sehr eigensinniger Charakter ist, der sich auf niemanden verlassen kann, oft wegläuft und versucht, sich auf eigene Faust durchzuschlagen, um dann wiederum gerettet werden zu müssen. Dadurch können ihn keine großen Tatsachen enthüllt werden, weil sich einfach nie eine richtige Gelegenheit dazu bietet.
Da die Sichtweisen von ihm und Mr. Spines häufig wechseln, wissen die LeserInnen mehr, als Edward, was gut ist, um nicht der vollkommenen Verwirrung zu unterliegen.
Ich denke, dass sich dieses Kinderbuch sehr gut zum Vorlesen eignet und junge Kinder einen magischen Glanz in den Augen bekommen werden, wenn sie von den Abenteuern Edwards hören, der sehr sympathisch wirkt.
Auch Ältere können gut und gerne einmal in diese Welt abtauchen, um nicht zu vergessen, was es heißt ein Kind zu sein.
Allerdings war mir die Geschichte ein wenig zu kurz. Ich hatte gerade das Gefühl so richtig eingestiegen zu sein, als sie auch schon wieder aufhörte. Ich weiß, dass es einen zweiten Teil geben wird “Flight”, doch “Wings” hätte für meinen Geschmack noch ein wenig über den Einleitungscharakter hinausgehen können.
Das Layout dieses Buches hat mich aber alles in allem, wie auch die Handlung verzaubert. Die Gestaltung der Buchstaben hat mir außerordentlich gut gefallen.
Nicht zuletzt befindet sich im Anschluss an die Geschichte noch ein sehr ausführliches Glossar, in dem es noch so einiges zu entdecken gibt und eine kleine Leseprobe aus dem zweiten Band stimmt einen schon einmal ein in die fortführenden Abenteuer des mysteriösen Mr. Spines und Edwards.
Wer weiß, was ihr in diesem Buch noch alles entdecken werdet?

Mein Fazit:
Ich habe “Wings” sehr gerne gelesen, die flüssige und einem Kinderbuch angemessene Sprache genossen und sehr gerne in Jason Lethcoes Geschichte geschmökert.
Für Kinder ist dieses Buch ein wahrer Schatz und gerade jetzt zur Weihnachtszeit ein wahres Highlight zum Vorlesen. Bei Kerzenlicht und Lebkuchen herrscht sofort die richtige Atmosphäre um den Glanz in der Luft wahrzunehmen, wenn auf einmal ein 14-jähriger Junge namens Edward aus einer Geschichte in unsere reale Welt tritt.
Ich ziehe einen Stern ab, weil die Geschichte länger hätte sein können und ich mich riesig auf die Fortsetzung freue!

Bewertung

 

Vielen Dank an den arsedition-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars!

Das Buch der 1000 Tage von Shannon Hale [Rezension]

Inhalt:
Es war einmal eine Dienerin…
Dashti ist die Dienerin Lady Sarens, der sie ewige Treue schwor. Deswegen lässt sie sich für sieben Jahre mit ihr in einen Turm sperren. Das ist die Bestrafung von Lady Sarens Vater für das Verschmähen des Heiratskandidaten Khan Khasar.
In der Zeit der Gefangenschaft werden sie besucht von Lady Sarens Verehrer mit dem sie sich Liebesbriefe schrieb und sich bereits heimlich verlobte. Durch eine Klappenöffnung, durch die sie auch Essen gereicht bekommen, befiehlt Lady Saren Dashti mit ihm zu reden. Dashti hat ein schlechtes Gewissen sich als eine Andere auszugeben, doch mit der Zeit kommen sie und Khan Tegu sich in ihren Gesprächen immer näher.
Irgendwann muss er gehen, der Winter bricht an und Dashti, die mit ihren Essensvorräten gut haushaltete, hatte keine Ratten und eine gefrässige Lady Saren mit eingeplant.
Die Vorräte drohen auszugehen und der Kontakt zur Außenwelt ist vollkommen abgebrochen, als seien die Beiden vergessen worden.
Dem Hungertod nahe schaffen sie es, nach cirka 3 Jahren dem Turm zu entfliehen. Doch die Freiheit birgt nicht das Erwartete, das Reich von Lady Sarens Vater ist zerstört, alle Menschen sind tot. Doch es kommt noch schlimmer, der grausame Khan Khasar droht alle Reiche zu erobern.
Khan Tegus Refugium ist noch verschont geblieben und so machen sich Herrin und Dienerin auf ihn zu finden. Die Herrin voller Ängste, die Dienerin voller Mut und Hoffnung. Da bleibt immer noch das kleine Problem der Verliebtheit von Dashti zu Tegu, wird das ein gutes Ende nehmen?

Meine Meinung:
„Das Buch der 1000 Tage“ ist die Geschichte von Dashti, die ich unheimlich lieb gewonnen habe.
Dashti, die als einfache Dienerin begann und sich vom normalen Mädchen durch einige unglückliche Ereignisse gezwungenermaßen zu einer mutigen und tapferen Frau entwickelt.
Sie ist nicht besonders klug, doch sie hat die Werte, die einen Menschen ausmachen. Besonders aber ist es Nächstenliebe, die sie ausmacht. Ihre fehlende Intelligenz bewirkt, dass sie dennoch ein Glanz umgibt, weil sie nicht nur aufopferungsvoll an alle Anderen, außer an sich denkt, sondern zusätzlich an alle glaubt und ausschließlich das Gute in ihnen sieht.
Ihre Erfahrungen und Eindrücke hält sie in Tagebucheinträgen fest. Diese Schreibweise brachte mich ihr näher und deswegen verstand ich auch ihre Denkweise und warum sie den Befehlen ihrer Herrin folge leistet, obwohl einige Anweisungen wirklich dämlich und schädlich sind. Sie ist Aratin und ihre Kultur heiligt die Menschen, die Natur, das Leben und besitzt sehr viel Wissen. Unterstützend zu dieser Kultur wirkt Dashtis Wesen, die mit bestimmten Traditionen aufwuchs. Sie ist in manchen Dingen sehr weise und bewandert, ohne es zu bemerken und das lässt einen mit diesem schönen Roman wirklich lächeln. Wegen dem Wissen, was die Araten besitzen, sind ihnen viele feindlich gesinnt. Anders gesagt werden sie für wertlos gehalten und höchstens als Sklaven für gut genug befunden, auch wenn das nie so offensichtlich gesagt wird.
Ich habe das Lesen wirklich genossen und die Geschichte floss dahin wie nichts. Ich habe etwas ganz anderes erwartet, etwas hochtrabenderes, wo man von Anfang an das Gefühl hat, die Situation ist beklemmend und ausweglos. Doch da die Protagonistin Dashti das genaue Gegenteil ist, wirkt diese Gefangenschaft im Turm nicht einmal mehr so grausam, wie sie es ohne Dashti sein würde. Das beweist nochmals ihren fröhlichen Charakter, der sich auf die gesamte Handlung niederschlägt. In spannenden Situationen kommt die Ernsthaftigkeit wiederum sehr gut herüber, weil auch die leicht naive Dashti von Trauer, Ernst, Freude usw. unterscheiden kann und ihre Tagebcheinträge sich dementsprechend verhalten.
Wie in typischer Tagebuchmanier sind auch hier Zeichnungen von Personen und Gegenständen eingebunden. Das bewirkt nicht nur, dass der Roman, die Handlung und Dashti umso authentischer wirken, nein, es hilft auch ungemein beim Lesen und beflügelt die Fantasie. So ist beispielsweise einmal der Turm, in den sie gesperrt werden detailgetreu abgebildet, was wirklich klasse war, denn so kam viel mehr Leben in die Geschichte. „Das Buch der 1000 Tage“ ist durch schwarz, weiße Illustrationen viel bunter und farbenfroher geworden.
Ich finde, dass das Cover zum Augenschließen und Träumen einlädt. Ich schloss (symbolisch) meine Augen und landete in einer modernen Märchenwelt, die mit Glanz und Glorie so gar nichts gemein hatte.

Mein Fazit:

Shannon Hale hat einen bewundernswerten Roman geschrieben, indem Dashti das zurückbekommt, was sie den Anderen gegeben hat und noch viel mehr, denn am Ende findet sie ihre große Liebe, doch ob sie zusammenkommen werden…?
Märchen sind meiner Meinung nach viel zu selten geworden, dabei lehren sie uns die am Meisten zu Herzen gehenden Botschaften. Botschaften, die uns zeigen, wie wichtig manches im Leben ist, was auf den ersten Blick unscheinbar erscheinen mag.
„Das Buch der 1000 Tage“ ist für mich ein sehr gelungenes und modernes Märchen von einer Autorin, die sich darauf versteht LeserInnen vom ersten Atemzug an zu fesseln und vollkommen einzulullen, bis man ihre Geschichte einfach lieben muss.
Ein unwiderstehlicher Charme, den ihr euch nicht entgehen lassen solltet, denn wenn ihr wissen wollt, was die Macht der Liebe bewirken kann, würdet ihr nicht eher ruhen, als bis ihr diesen Roman gelesen habt!

Bewertung

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Ab 12 Jahren
Taschenbuch, Broschur,
320 Seiten, 12,5 x 18,3 cm
40 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-570-40039-5
€ 7,99 [D] | € 8,30 [A] | CHF 14,50

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Rebellion der Engel von Brigitte Melzer [Rezension]

Rebellion der Engel

Rebellion der Engel

„`Rebellion der Engel´ist im wahrsten Sinne des Wortes ein himmlisches Lesevergnügen.“

Inhalt:
Der Fantasy-Roman „Rebellion der Engel“ von Brigitte Melzer handelt von Rachel Underwood, deren Mutter zu Beginn der Geschicht bei einem Autounfall stirbt. Seitdem verhält sich ihr Vater abweisend und Rachels Gebete für einen Schutzengel werden nicht erhört.
Einige Jahre später lebt sie in Ruby Falls und führt mit ihrer besten Freundin Amber einen Buchladen. An ihrem 25. Geburtstag sind sie im Auto unterwegs, um zu feiern. Da sieht Rachel im Rückspiegel einen Mann wie aus dem Nichts auftauchen und verliert die Kontrolle über den Wagen.
Sie stirbt bei diesem Unfall, kann aber noch wiederbelebt werden. Seitdem ist nichts mehr so, wie es war. Ihr Kater Popcorn spricht mit ihr, sie beginnt Engel sehen zu können, abends wird sie von unheimlichen Fremden verfolgt.
Inmitten dieses Chaoses macht ihr der neue, junge und dynamische Reverend Kyle schöne Augen, dabei hat Rachel heimliche Gefühle für die Stimme in ihrem Kopf, die zu ihrem Schutzengel, Akashiel gehört.
Mit der Zeit wird klar, dass Rachel zwischen den Fronten der Engel steht. Zwischen denen des Himmels und den gefallenen unter Lucifers Führung. Sie alle haben Pläne für Rachel, die nicht in ihrem Interesse sind und höchstwahrscheinlich mit ihrem Tod enden werden.
Einzig und alleine Akashiel, ihr energiegeladener Schutzengel, ist um sie besorgt und versucht sie vor seinesgleichen zu bewahren. Nicht ohne Probleme jedoch, denn auch er fühlt sich stärker zu ihr hingezogen, als erlaubt ist, denn Beziehungen zwischen Menschen und Engeln sind untersagt. Ist Kyle wirklich der, der er zu sein ausgibt oder steckt auch er mitten im Krieg zwischen den Engeln und versucht Rachel für sich einzunehmen?

Meine Meinung:

Ich sollte doch meinen, dass dieser Roman über Engel den anderen seiner Art gleicht, aber dem ist nicht so. Irgendetwas besaß er, dass mich magisch anzog, verzauberte, auf eine gewaltige Reise ins Reich des Paranormalen mitnahm und voll von Emotionen und Gefühlen wieder ausspuckte.
Brigitte Melzer hat manche Inhalte an Star Wars und Star Trek angelehnt und auch wenn ich von diesem nicht der größte Fan bin, waren es doch gute Vergleiche und Metaphern, die mir die gesamte Geschichte noch einmal näher brachten.
Auch wenn es ein wenig unfair sein mag, da der Monat November noch nicht vollengs herum ist, kann ich nicht anders als „Rebellion der Engel“ zum derzeitigen Buch des Monats zu küren; zu meinem Buch des Monats.
Zu sehr hat die Geschichte gestrahlt, die Charaktere zeugten von einzigartigem und ruhmreichen Glanz und die Fantasy Elemente waren so ausgeklüngelt und aussagekräftig, dass ich mich bei diesem Roman wie zu Hause gefühlt habe. Es war so, als ob ich eine lange, unbewusste Reise angetreten war, die hier und jetzt bei Brigitte Melzers Geschichte endete, weil von Anfang an feststand, dass sie das Ziel dieser Reise sein würde. – wie könnte ich da anders, als diesem Roman den ehrenvollen Titel „Buch des Monats“ mit Freuden zu überreichen?
Brigitte Melzer hat zu hundert Prozent meinen Geschmack getroffen und wirklich alles in diesem Roman so ins Verhältnis gesetzt und solche Charaktere gewählt, wie ich es nicht besser hätte machen können und mir niemals anders gewünscht hätte!
Ich kann versuchen Seitenweise die Genialität dieses Romans zu umschreiben, ihm mit Adjektiven zu schmeicheln, doch niemals kann irgendein Wort das beschreiben, was diesen Roman wirklich ausmacht. Deswegen muss es genügen, wenn ich versuche es einfacher zu sagen und kompakter.
Die Geschichte startet mit dem Anfang von Rachels Leben, dem einschneidenen Tod ihrer Mutter. Das hängt bereits mit vielen Emotionen zusammen und ich hatte keine Probleme, mich ins Geschehen einzufinden. Im Gegenteil, die Welt, in der die kleine Rachel lebt ist authentisch, ebenso der weitere Verlauf und Aufbau der Handlung.
Die Dialoge waren erfrischend, die Charaktere wirklich ausgereift und geheimnisvoll. Was man als LeserIn noch nicht wissen sollte, wusste man nicht und was uns offenbart werden sollte, ist auch durchgedrungen. Aber erst dann, wenn es gewollt worden ist, keinen Moment vorher oder später.
Die Balance zwischen den inhaltlichen Aspekten, den Rahmenbedingungen, dem Handlungsverlauf, der Beschreibung eines Charakters, der Spannung und den Beziehungen zwischen den Personen, sowie der Dynamik, Kreativität, Action, Spannung, Romantik, Emphatie, List und Tücke und Tiefgang ist perfekt gehalten worden. Normalerweise ist mir irgendetwas davon zu viel oder es kommt meiner Meinung nach zu kurz. Doch hier war alles stimmig, rund und perfekt abgeschlossen.
Mehr als einmal habe ich mich gefragt, wie es denn wäre, wenn wir tatsächlich von Schutzengeln umgeben wären. Wir würden es nicht bemerken, sind dafür nicht sensibel genug, aber alleine schon der Gedanke, der ist aufregend.
Die Gestaltung des Covers ist zum Einen sehr schlicht, zum Anderen wunderschön und dem Inhalt angemessen. Dennoch hätte mich kein Cover der Welt auf den Inhalt vorbereiten können, der mich hier erwartete und geradezu lüstern packte und gefangen hielt.
Die aufkeimende Liebe zwischen Rachel und Akashiel ist gleichermaßen betörend wie schrecklich, da man doch weiß, dass es mit ihnen kein gutes Ende nehmen kann, ohne dass es für dein Einen oder Anderen erhebliche, schlimme Konsequenzen haben wird. Engel sind hier ganz anders dargestellt, als es in alten Überlieferungen oder der Bibel übermittelt ist. Hier sind sie modern, an High Tech und fortschrittliche Tchnologien gewöhnt und arbeiten sogar mit Internet und Notebooks. Eine abwechslungsreiche, energiegeladene und spannende Geschichte im Krieg der Engel, bei dem Rachel, eine scheinbar unbeteiligte Person bloß versucht ihr Leben zu leben und irgendwie mit Akashiel weiter zu kommen…

Mein Fazit:
Dieser Roman hat mich vollkommen in seiner ganzen Schönheit und Gesamtheit überzeugen können. Es ist beinahe schon so, als sei ich verliebt in diesen Roman, in die Perfektion, mit der Brigitte Melzer diese wunderbare Welt der Engel vermischt mit der Realität und unserer Welt erschaffen hat.
Vielen, lieben Dank an die Autorin Brigitte Melzer, dass sie diesen Roman geschrieben und dieses Wunder hat wahr werden lassen.
Ich würde „Rebellion der Engel“ auf keinen Fall verpassen wollen und wenn es eine Fortsetzung gäbe, würde ich mich vermutlich tot freuen, doch bis es soweit kommt, schwelge ich in den Erinnerungen der Magie und möglichen übernatürlichen Zügen unseres Lebens, die wir vielleicht im Laufe der Jahrhundert zu sehen verlernt haben.

Bewertung

Vielen, lieben Dank an den Otherworld-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars!

Kalix 02- Fluch der Werwölfe von Martin Millar [Rezension]

Inhalt:
„Kalix – Fluch der Werwölfe“ von Martin Millar ist der zweite Band um die Werwölfin Kalix MacRinnalch. Nachdem sie im ersten Band wegen Mordes am Thronnachfolger Serapen verbannt wurde, versucht sie sich nun in London durchzuschlagen. Sie wohnt bei zwei Studenten und hat die Auflage im College einen Förderkurs zu besuchen, da sie weder lesen noch schreiben oder rechnen kann. Das frustriert sie sehr und sie geht auch nur hin, weil sie das Geld, das sie dafür von ihrer Mutter bekommt, benötigt, um ihr Laudanum zu bezahlen, von dem sie abhängig ist. Währenddessen formieren sich die Werwolfjäger vom Neuen und gewinnen an Stärke. Kalix hat mit ihrer Laudanum Sucht und Depressionen zu kämpfen, als sich die Ereignisse überstürzen und ihr Ex-Freund tot aufgefunden wird.
Kalix MacRinnalch will Rache üben und unbedingt den Mörder finden.
Ihre Schwester, die Zauberin soll von der Feuerkönigin Malveria verkuppelt werden, weil diese eine Wette über ihr Liebesleben eingegangen ist, nicht ahnend, dass sie dabei einem Werwolfjäger auf dem Leim geht.
Zu allem Überfluss wird hinter Malverias Rücken auch noch mächtig intrigiert, die sich hauptsächlich für ihre Mode und ihr Aussehen interessiert und ihre Herrschaft droht von einer ihrer engsten Vertrauen gestürzt zu werden.

Meine Meinung:

Ich habe beim Lesen lange überlegen müssen, warum ich so gefesselt und fasziniert von diesem Roman gewesen bin. An den Werwölfen an sich kann es nicht gelegen haben, die gibt es häufiger, auch in Verbindung mit anderen Fabelwesen. Dass mich der Schreibstil und die Charaktere fesselten war für mich ebenfalls nichts neues. Woran lag es dann? – Letztlich ist die Erklärung so einfach, wie naheliegend, dass ich wirklich unverhältnismäßig lange für die Lösung gebraucht habe. Es ist der Umstand, dass einmal keine Vampire ihr Unwesen trieben. Ich bin ausschließlich Geschichten gewohnt, in denen diese Beiden als gemeinsame Konstellation vorkommen und sich in irgendeiner Art und Weise bekriegen.
Alleine deswegen bin ich von „Kalix – Fluch der Werwölfe“ schon begeistert, weil es eine super gelungene Geschichte ist, die auch ohne Vampire fesselt und bannt. Das zeigt doch einmal mehr, dass es auch ohne die Blutsauger geht.
Ich war geplättet von Martin Millars Erzählstil. Er hat eine für mich vollkommen neue Art Dinge zu beschreiben und eine Handlung voran zu treiben; nämlich in rasantem Tempo. Normalerweise sind 700 Seiten ein ordentliches Stück Arbeit, wie man meinen möchte, doch Martin Millar vollbrachte das Wunder, dass sie schnell an mir vorüberzogen und ich kaum Zeit zum Luft holen hatte.
Die Perspektiven wechseln mit jedem Kapitel und setzen immer neue Akzente. Gleichzeitig spielen sich in einem einzigen Roman, in einer einzigen Handlung sehr viele kleinere Geschichten ab, die irgendwie miteinander verknüpft sind und mal größere oder weniger große Ausmaße annehmen. Nichts ist hier dem Zufall überlassen, sondern komplett ausgebaut und lesenswert.
Ebenso faszinierte mich das Ausbleiben an romantischen Szenen. Normalerweise benötige ich so etwas immer, weil ich das am Spannendsten finde, doch hier fiel mir das nicht einmal richtig auf; erst zum Schluss, als ich noch einmal intensiver über die Geschichte rund um Kalix nachdachte. Statt Liebe bekommt man hier rohe Gewalt präsentiert und eine Protagonistin, so unsympathisch, dass man sie dennoch wieder gerne haben muss, weil sie es wirklich nicht leicht hat und so ist, wie sie ist.
„Kalix – Fluch der Werwölfe“ ist mein erster Roman von Martin Millar und definitiv nicht mein letzter. Anderen Rezensionen habe ich entnommen, dass der zweite Band um Kalix nahtlos an den ersten anknüpft. Da ich den ersten nicht gelesen habe, nicht einmal von seiner Existenz gewusst habe, ärgere ich mich ein wenig. Denn ich habe die Handlung auch ohne das vorherige Hintergrundwissen verstanden, allerdings wäre der erste Band für mich nicht mehr besonders spannend, da ich alles schon weiß und mir so das Lesen schenken kann. Wobei Kalix so toll ist, dass ich mich deswegen eben ärgere.
Zunächst hat mich das Cover nicht sonderlich angesprochen, doch dann habe ich mich damit anfreunden können und finde inzwischen, dass es typisch Kalix ist und eigentlich doch sehr gut passt.
Als ich dieses monströs gute Buch ausgelesen hatte, habe ich Kalix sehr nachgetrauert, denn selten habe ich einen so impulsiven Schreibstil wie diesen erlebt.
Hinten auf dem Buchrücken steht:

“Kalix MacRinnalch die ungewöhnlichste Fantasy – Heldin Englands!“

Dem kann ich nur zustimmen. Dieses Buch ist gleichzeitig das Abgedrehteste, Wunderbarste, Außergewöhnlichste, Brutalste und Witzigste, was ich seit Langem gelesen habe!

Mein Fazit:

Mit viel Charme hat Martin Millar eine außergewöhnliche Geschichte über das Dasein als Werwölfin beschrieben, die unglücklicherweise zwischen zwei Fronten geraten ist. Dabei ist der Fokus nicht nur auf die Protagonistin Kalix gelegt worden, sondern auch auf viele andere Figuren, was viel Leben und Spannung in die Handlung bringt.
Wer sich ein einzigartiges Meisterwerk nicht entgehen lassen will, sollte sich „Kalix – Fluch der Werwölfe“ nicht entgehen lassen, denn es gibt dir mehr, als du dir vorstellen kannst.

Bewertung

Vielen Dank an den Fischer-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars!

Leben ist auch keine Lösung von Lia Hills [Rezension]

„Wir wissen nicht, wann wir sterben müssen, aber unsere Körper wissen das.“ S. 145.

Inhalt:
Wills Mutter stirbt bei einem Autounfall. Von da an ist für Will nichts mehr so, wie es war. Zunächst verliebt er sich zum ersten Mal so richtig; in das Mädchen Taryn. Sie kommen zusammen und werden ein Paar. Doch ihr Glück wird vom Tod der Mutter überschattet. Will verändert sein Verhalten, wird viel nachdenklicher und beginnt vieles für wertlos zu halten.
Er geht in die 12. Klasse und wichtige Prüfungen stehen an, doch er kann und will nicht lernen, irgendwie ist das nicht mehr wichtig genug. Stattdessen kauft er sich Spraydosen, um aussagekräftige Sätze, die für ihn noch etwas bedeuten zu verbreiten und der Welt zu erzählen.
Will sucht einen Hohlraum zwischen Leben und Tod. Er begleitet seine Handlungen mit existenziellen Fragen wie nach dem Sinn des Lebens, der richtigen Wahrheit und natürlich dem Tod, vorrangig dem seiner Mutter.
Er zieht sich mehr und mehr in sich und seine Gedankenwelt zurück, bis er bemerkt, dass er nicht nur seine Mutter verloren hat, sondern auch noch Taryn zu verlieren droht.
Dann eröffnet sie ihm auch noch, dass sie möglicherweise schwanger sein könnte…

Meine Meinung:
„Leben ist auch keine Lösung“ von Lia Hills beschreibt in einer kurzen und knackigen Geschichte die Sorgen eines Jungen nach dem Tod seiner Mutter. Er ist ruhelos und verliert scheinbar seinen einzigen Anker.
Durch viele philosophische Zitate wird seine Gedanken und Gefühlswelt sehr deutlich. Er ist alleine und mit dem Tod seiner Mutter ist es beinahe so, als ob auch ein Stück von ihm mit ihr mitgestorben sei. Taryn ist die einzige, die ihm in diesem Leben noch etwas bedeutet. Wobei er sich fragt, was das Leben überhaupt im Allgemeinen noch für einen Wert darstellt. Was macht ein Leben aus? Was genau ist der Wandel zwischen Leben und Tod?
Dabei beschäftigt es ihn sehr, ob es überhaupt vertretbar ist, so glücklich verliebt zu sein, nachdem seine Mutter so tragisch verunglückte. Will sieht es beinahe schon als eine Art Verrat an.
Lia Hills hat mit ihrem ersten Roman für junge Erwachsene einen riesigen Meilenstein gelegt. Sie beschäftigt sich mit einem sehr schwierigen und eigentlich nicht definierbaren Thema. Eine Mischung aus dem Sinn des Lebens und die Frage nach dem Warum, wenn es um den Tod geht. Der Roman „Leben ist auch keine Lösung“ ist nicht besonders lang, beinhaltet aber die wichtigsten Kernaussagen, damit man sich mit Will identifizieren kann, seine problematischen Gedanken versteht und die Beziehung zwischen ihm und Taryn schlüssig wird.
Mehr als einmal habe ich beim Lesen innehalten müssen, um neben Wills Überlegungen über das Leben, meinen eigenen Gedanken nach zu gehen. Das bedeutet also, dass die Botschaft von „Leben ist auch keine Lösung“ bei mir angekommen ist.
Lia Hills Roman ist keine leichte Kost und bestimmt nicht nebenher zu lesen, damit man die Tiefe der Handlung erkennen kann. Bisher hat mir noch kein Buch wirkliche „Lösungen“ zum Sein nahelegen können, doch Lia Hills hat schon einige gute Ansätze angesprochen, die ich für mich noch einmal vertiefen werde. Unkompliziert und beinahe wie von selbst entwickelt sich die Handlung und mit ihr der Protagonist weiter. Denn auch wenn er es nicht bemerkt, mit den Fragen, die er sich stellt, die sich im übrigen wie ein Leitfaden durch das gesamte Geschehen ziehen, erhält er einige neue Ansichten und löst sich Stück für Stück von seinem zerrütteten, alten Ich.
Das machte im wesentlichen die Spannung aus, weil ich mich fragte, wo Will wohl am Schluss landen wird, da ihm einiges immer unwichtiger und unbedeutender vorkam, was aber tatsächlich durchaus von großer Wichtigkeit ist. (Man nehme die Schule für sein weiterführendes Leben).
Das Cover spiegelt sehr gut den Konflikt zwischen dem Tod der Mutter und Wills Leben wider.
Mit ein wenig Fantasie könnte der Titel sowohl „Leben ist auch keine Lösung“, als auch „Lieben ist auch keine Lösung“ heißen, was ein Grundelement der Handlung ist und die LeserInnen im Prinzip schon auf die Geschichte vorbereitet.

Mein Fazit:
Lia Hills Roman bietet eine schlüssige Handlung über einige philosophische Fragen und Definitionen über Leben, Wahrheit und Tod.
Mit viel Tiefgang und einem starken Protagonisten baut sie diese Elemente geschickt in eine Geschichte ein, die sich sehr gut, sehr flüssig und sehr gefühlvoll lesen ließ.
Mich hat ihr Buch überrascht und ich wäre froh, wenn es nicht das letzte Buch von ihr wäre, was ich lesen würde.

Vielen Dank dem script5-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars!

Bewertung

Lucy und die Jungs – TraumRaumWohnung von Alexa Hennig von Lange [Rezension]

Inhalt:
Der Roman „Lucy und die Jungs – TraumRaumWohnung“ von Alexa Hennig von Lange handelt von der 16-jährigen Cecilia, genannt Lucy, die als Wunderkind und Genie verschrien ist und endlich einmal anfangen will zu leben. Damit beginnt sie, indem sie ihre teure Geige, eine Stradivari, zerstört, ihre braven Kleinmädchen Zöpfe radikal abschneidet und in eine Wohngemeinschaft mit vier anderen Jungen zieht.
Sie hat es satt, nach der Pfeife ihrer Mutter zu tanzen, die bereits die große Geigenkarriere ihrer Tochter geplant hatte.
In der WG probiert Lucy zum ersten Mal aus, wie sie bei Jungen ankommt und flirtet dafür mit Ruben, ihrem Versuchsobjekt. Sie ist erstaunt, dass er sie scheinbar sehr attraktiv findet.
Doch außer Ruben zeigt auch Tom an ihr Interesse und den kann sie auch besonders gut leiden und versucht sich bei ihm ebenfalls im flirten. Die richtig großen Gefühle sind es zwar nicht, doch sie will Erfahrungen sammeln. Andie ist ein wenig alternativ angehaucht und filmt die Abenteuer der WG Mitbewohner.
Zum Schluss kommt Lucy Jeremy näher und sie fühlt sofort, dass das Liebe sein muss, was sie für ihn empfindet.
Doch darum geht es eigentlich gar nicht mehr, denn Lucy wird klar, dass sie nicht die einzige ist, die Probleme mit ihren Eltern hat und dass sie es vielleicht doch nie so schlecht gehabt hat, wie sie immer dachte.

Meine Meinung:
„Lucy und die Jungs – TraumRaumWohnung“ ist zwar nicht das große Buch der Offenbarung, doch es hat einen hohen Unterhaltungswert, vermischt mit realistischen Elementen aus dem Alltag, weswegen es auch einiges an Potenzial zum Nachdenken besitzt. Denn eigentlich ist es nichts anderes als die Suche von einem bisher überbehüteten Mädchen, das endlich die Kraft findet auszubrechen; auch wenn dafür einige Opfer wie die Geige erbracht werden müssen. Lucy ist ein Mädchen, das es endlich schafft, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und mitzubestimmen.
Einerseits ist sie hochintelligent, so hat sie in der Schule beispielweise keine Probleme und ist beinahe schon überfliegermäßig gut, doch gleichzeitig ist sie sehr naiv, weil sie keine Ahnung hat, was sie im wahren Leben erwartet und wie sie dies zu bewerkstelligen hat.
Alexa Hennig von Lange hat eine witzige, kreative und sehr lesenswerte Geschichte geschrieben, die ich sehr genießen konnte.
Leider mag das Cover und auch der Titel auf viele abschreckend wirken, hat es auf mich anfangs auch, denn so kitschig und jugendlich das Cover auch sein mag, der Inhalt ist um vieles besser, als das Äußere den Anschein erwecken mag.
Aufgelockert wird die Handlung durch Bilder und besonders gestaltete Textseiten. Bei einigen habe ich lachen müssen, weil die Sätze und Bilder so gelegt worden sind, dass sie mit dem ersten Gedanken einen etwas anderen Sinn ergaben, als der ausgeschriebene Satz letztlich ist. Das war eine sehr gute Idee, die bei manchen Büchern den Lesefluss stört, hier aber den Charakter von Lucy gut unterstreicht und ebenso den Schreibstil der Autorin.
Das Buch an sich liegt sehr gut in der Hand und fühlt sich toll an, so dass ich das Lesen nochmals um einiges besser fand. Ich würde mir wirklich wünschen, dass sich zukünftig mehr Bücher so griffig anfassen lassen würden.
Die verschiedenen Charaktere, die Alexa Hennig von Lange in Szene setzt sind sehr gut beschrieben und nachvollziehbar. So ist es beispielweise sehr verständlich, warum scheinbar alle Mitbewohner der WG einen Narren an Lucy gefressen haben.
Ebenso deutlich werden ihre Gefühle und Beweggründe, warum sie so jung ausgezogen sind und nun in dieser mehr oder weniger großen Bruchbude ohne Eltern hausen.

Mein Fazit:
Ich bin richtig begeistert von dieser leichten Lektüre und habe mehr bekommen, als ich erwartet hatte. Die Autorin hat einen gelungenen Roman über die Probleme des Erwachsenwerdens und der Suche nach der eigenen Identität geschaffen.
In einem angemessenen Rahmen, in dem nichts zu kurz kommt, ist Lucys Geschichte umgesetzt worden und hat mich zum Lachen, Schmunzeln und Nachdenken gebracht.
Jungen würden sich mit dieser Geschichte eventuell nicht so sehr anfreunden können, weil Lucy schon einige typische Mädchenprobleme hat, doch ich hatte einen großen Spaß und das ist die Hauptsache.
Ich vergebe die volle Punktzahl, denn auch wenn Alexa Hennig von Langes Werk nicht hoch intellektuell sein mag, Bücher wie ihre, die muss es auch geben und sind mindestens genauso wichtig. Was einer der Gründe war, warum ich es trotz fragwürdigem Aussehen und Titel lesen wollte.
Ich bin gespannt, wie es mit Lucy weiter gehen wird und erwarte sehnsuchtsvoll die Fortsetzung.

Bewertung

 

ORIGINALAUSGABE
Ab 13 Jahren
Gebundenes Buch,
Pappband, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
30 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-570-16073-2
€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 26,90*

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About Ruby von Sarah Dessen [Rezension]

About RubyInhalt:
Der Roman „About Ruby“ von Sarah Dessen handelt von Ruby, die in einem sehr schwierigen Familienverhältnis aufwachsen musste.
Rubys Mutter ist alleinerziehend und mit dieser Situation überfordert. Sie flüchtet sich in Alkohol und überlässt vieles Ruby. Doch Ruby hatte eine große Schwester, Cora, die zum Studieren ausgezogen ist. Seitdem hatten die beiden Schwestern keinen Kontakt mehr zueinander und Ruby fühlt sich alleine gelassen.
Ungefähr zehn Jahre später wird Ruby auch von ihrer Mutter alleine gelassen. Zunächst versucht sie alleine zurechtzukommen, doch sie fliegt auf und muss zu ihrer Schwester ziehen; die inzwischen wohlhabend und verheiratet ist. Doch Ruby will nichts von Cora wissen und schon gar nicht auf ihre Hilfe angewiesen sein. Ruby bleibt letztlich keine andere Wahl und als sie Nate kennenlernt und Cora ihr Stück für Stück näher kommt, beginnt Ruby ihre Situation zu akzeptieren. Sie und Nate werden ein Paar, auch wenn sie das niemals so deutlich aussprechen.
Schnell wird ihr Glück getrübt, denn Nate hat Geheimnisse und Probleme, die er immer schlechter vor ihr verbergen kann. Ruby beginnt das Muster dieser Probleme zu durchschauen und wiederzuerkennen, denn sie ähneln ihren alten, die sie mit ihrer Mutter hatte. Es gleicht einem Albtraum, ihre Vergangenheit beginnt von vorne und wiederholt sich bei Nate. Kann Ruby ihm helfen oder wird sie ihn durch seine Probleme für immer verlieren?

Meine Meinung:
Sarah Dessen hat einen Schreibstil, der zu begeistern schafft. Es musste nicht einmal viel passieren, damit ich mich in der Handlung einfinden konnte.
Die Probleme, die Ruby mit ihrer Schwester und Mutter hat, sind sehr realistisch dargestellt und nicht um der Spannung willen, übertrieben und überzogen verkörpert worden. Das verleiht dem Roman eine hohe Authentizität und wirkte sich sehr positiv aufs Lesen aus.
Ich würde sogar sagen, dass der Zauber bei „About Ruby“ in dieser schlichten Eleganz liegt, die so authentisch, real wirkt, mit hohem Identifikationscharakter.
Das Verhältnis zwischen den „normalen“ Problemen einen Teenagers und denen, die Ruby zusätzlich aufgelastet wurden, bilden die zentrale Basis, den Mittelpunkt der Handlung.
Während Ruby zunehmend glücklicher wird und Hilfe von außen zulässt, verschlechtert sich Nates Situation immer drastischer. Die Beiden entfernen sich von einander. Obwohl sie an den entgegen gesetzten Punkten begonnen haben, haben sie irgendwann unwissentlich ihre Rollen getauscht. Dadurch kann es keinem von Beiden richtig gut gehen, weil man als LeserIn spürt, dass es zwischen den Beiden funkt.
Die Stärke, die Ruby sich im Laufe der Geschichte aufbauen konnte, wird wieder sehr instabil und unsicher.
Für Ruby und alle Beteiligten ist es ein ständiger Balanceakt zwischen Rubys Gefühlen, denen ihrer Schwester, denen von Nate, der Familie, Nates Familie usw.
Allerdings störten mich ein wenig die langen Kapitel, die ich viel kürzer gehalten hätte. Denn so entsteht ab und zu eine kleine Langatmigkeit, die durch kürzere Kapitel locker ausgeglichen worden wären.
Außerdem finde ich das Ende nicht wirklich passend. Es gibt zwar ein “Happy End” und gegen solche Enden habe ich nichts, im Gegenteil. Doch dieser Roman überzeugte mich gerade durch seine Authentizität und normalerweise ist nicht alles am Schluss ganz plötzlich „Friede, Freude, Eierkuchen“! Beziehungsweise, wenn es so abläuft, hätte es nicht so abrupt kommen dürfen, wie in „About Ruby“.
Ich meine, wirklich alle Probleme sind am Schluss keine mehr, weil die Lösung quasi vom Himmel gefallen ist. Dort, wo keine Lösung kam, lösten sich die Probleme einfach in Luft auf und das hätte ich wirklich anders gestaltet. Ein großer Störfaktor. Das revidiert ein wenig meinen guten Eindruck, den ich während des ganzen Romans hatte. Es ist schade, dass das Ende dies wieder ein wenig abschwächte und ein Stück weit auslöschte.

Mein Fazit:
Nichtsdestotrotz hat Sarah Dessen einen spannenden Roman kreiert.
Er erzählt vom Übergang des nicht immer leichten Erwachsenwerdens, der die Probleme Rubys, aber auch von Teenagern allgemein sehr schön aufgreift und transparent beschreibt.
Mit filigraner Eleganz führt uns Sarah Dessen in die Gedanken der Menschen und deren Aktionen ein, die uns nicht immer richtig erscheinen oder nicht nachvollziehbar sind. Doch sie hat es geschafft, genau diese Punkte offen zu legen, denn am Ende habe ich die Charaktere in „About Ruby“ verstanden. Nicht zuletzt Ruby selbst, die sich nach einer langen, ungewollten Suche endlich selbst gefunden hat.
Eine Geschichte, die vom wahren Leben erzählt und von der Intensität zwischenmenschlicher Beziehungen zeugt. Grandios!

Bewertung

Love Cuts von Mette Finderup [Rezension]

Inhalt:
Sie sind Jugendliche, verstreut in ganz Dänemark. Manche kennen sich untereinander, andere nicht. Doch sie alles verbindet etwas:  Die Liebe!

Julie ist in Martin verliebt, den sie gar nicht richtig kennt. Sie schreibt Briefe an ihn, ohne diese jemals abschicken zu wollen. Eines Tages hat das ihre Mutter unwissentlich für sie übernommen und jetzt?
Cut
Martin ist mit Helen zusammen. Dann bekommt er anonyme Liebesbriefe und will sich auf die Suche nach der Verfasserin machen.
Cut
Helen bemerkt Martins Abwesenheit und desinteresse. Sie liebt ihn und will ihn nicht verlieren, doch wie soll sie mit einem anonymen Traumbild von Martins Fantasien mithalten können?
Cut
Amanda ist mit Nicklas zusammen. Dem gewalttätigen Nicklas, von dem sie sich nur aus Angst nicht zu trennen vermag.
Cut
Kasper rettet Amanda, die er aus der Schule kennt, vor dem Zugriff ihres Freundes. Doch damit hat das Abenteuer erst begonnen, sie müssen Nicklas entkommen.
Cut
Nicklas ist außer sich vor Wut, dass Amanda ihn verlassen will, er verfolgt die Beiden.
Cut
Mads sieht dieses schöne Unbekannte Mädchen und schenkt ihr seinen Pulli. Etwas später sieht er sie bei einer Talentshow im Fernsehen und weiß, er muss dorthin fahren.
Cut
Nadja ist aufgeregt vor ihrem großen Auftritt auf der Bühne und verlässt sich darauf, dass ihr der Pulli von dem Fremden Glück bringen wird. Doch dann ist der Pulli verschwunden…
Cut
Kira ist in ihren besten Freund Jakob verliebt, der viel mit anderen Mädchen rummacht…
Cut
…Dabei schlägt sein Herz doch eigentlich auch insgeheim für sie, oder?
Cut
Emma ist Kiras Cousine und in Lasse verknallt, der sie anlügt. Um sie loszuwerden erzählt Lasse, er sei schwul.
Cut
Der Fremde sieht Emma im Park und irgendwie finden sie zusammen.
Cut
Katrine hat sich auf ihren Mädelsabend gefreut, bis ihre Mutter ankündigte, dass ihre Freundin samt Lasse vorbeikommen wird, der neuerdings auch noch schwul sein soll.
Cut

Meine Meinung:
Was kann ich großartig zu diesem allumfassenden Werk sagen? Dass es mich von den Socken gehauen hat? Ich nicht genug davon bekommen konnte und jeden einzelnen Satz genossen habe? Das wäre alles eine Untertreibung, denn Mette Finderup, hat einen weltbewegenden Roman geschrieben, der mich beinahe zu Tränen rührte.
Der Titel dieses Romans hätte besser nicht sein können, denn wie einem Film gleich, entwickeln sich aus verschiedenen Perspektiven, unterschiedliche Geschichten, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, sich aber dennoch an den einen oder anderen Stellen berühren, mal mehr und mal weniger. Eines führt zum Anderen und was Mette Finderup da kreiert hat, war bestimmt nicht leicht. Zunächst dachte ich, als ich in der Übersicht diese ganzen Personen gesehen habe, dass ich da niemals durchsteigen würde, doch gekonnt, geschickt, einfach nur brillant und meisterhaft hat die Autorin diese zerbrechliche Geschichte aufgebaut, sie ausgebaut, bis sie so stark war, dass sie jeden Rahmen zu sprengen vermochte.
„Love Cuts“ ist in vielerlei Hinsicht fantastisch.
Es behandelt die Liebe, in all ihren Facetten, Formen, Farben und Gestalten, die man sich nur vorstellen kann. Von liebevoll, bis intensiv, zu spaßig, nach homosexuell, zurück zur Gewalt usw. Krasse Gegensätze werden hier geschildert, alle in einer Geschichte verpackt und miteinander verknüpft.
Es hat mir besonders eines, sehr deutlich gezeigt:
Mir ist unterbewusst immer klar gewesen, dass Paare, in denen einer gewalttätig ist, sich auch lieben, irgendwie, auf ihre verquere Art und Weise. Doch da der Begriff „Liebe“ eher mit positiven Gefühlen assoziiert wird, verbindet man es nicht direkt mit Gewalt. Durch „Love cuts“ ist mir bewusst klar geworden, dass Liebe auch grausam sein kann, eine gefährliche Spirale, der man sich nicht zu entziehen wagt. Denn Amanda aus der Geschichte, liebt Nicklas zwar, weswegen sie unter Anderem noch nicht den Mut hatte ihn zu verlassen, doch sie spürt ebenso sehr, dass es sie zerstören würde, würde sie nicht gehen.
Es war sehr prickelnd zu lesen, wie sich einige unabhängige Geschichten wie zufällig miteinander berührten. Ich wusste nie abzuschätzen, wie intensiv oder flüchtig das nun passieren würde und darin liegt die wahre Magie dieses Romans.
Wie unterschiedlich die Menschen in „Love Cuts“ auch sein mögen, sie alle sind unleugsam durch eine Sache miteinander verbunden: Der Liebe, in allen Gestalten.
Wie ich bereits sagte, ist der Titel dieses Romans perfekt gewählt.
Das unterstreicht den Aufbau und die Struktur der Handlung, die in vielen kleinen Cuts abläuft und letztlich zusammenfindet.
Ich sage es auch noch einmal: Mette Finderup hat die schwere Aufgabe dieses Romans perfekt gemeistert und ich bin so begeistert, dass ich nicht genau weiß, wie ich das angemessen ausdrücken kann.

Mein Fazit:

„Love Cuts“ ist ein Buch über die ganz großen Gefühle, wobei die kleinen nicht zu kurz kommen und auch gesehen und gebührend beachtet werden.
Diese Gefühle werden durchleuchtet aus den verschiedensten Perspektiven und Einstellungen der Menschen, die diese Gefühlte durchleben.
„Love Cuts“ bescherte mir viele neue Erkenntnisse und die schönsten Lesestunden, die ich mir auszumalen vermag. Ein Roman, dem die zauberhafteste Magie innewohnt.
Es war schön, endlich einmal wieder etwas zu lesen, wo keine Fantasy im Spiel war, sondern das Leben, wie es wirklich ist und sein kann, geschildert zu bekommen.
Wenn „Love Cuts“ der letzte Roman wäre, den ich lesen dürfte oder könnte, wüsste ich, dass es sich gelohnt hätte und wäre trotz Leseverlust glücklich, eine so tief gehende Geschichte, gelesen haben zu dürfen.

Bewertung

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