Meeresflüstern von Patricia Schröder [Rezension]


Der Inhalt:

Elodies Vater ist gestorben. Das Leben sollte weitergehen, nicht so für Elodie. Sie kann ihn nicht vergessen, den Schmerz, den sein Fehlen hinterlässt nicht überwinden. Damit die Lücke in ihrer Gefühlswelt sich endlich schließt, fährt sie für ein halbes Jahr zu ihrer Großtante nach Guernsey. Obwohl sie seit ihrer Geburt Angst vor dem Wasser und ganz besonders dem Meer hat, findet sie die Vorstellung verlockend, ihrem Alltag zu entfliehen und all die damit verbundenen Erinnerungen an ihren Vater abzustreifen.

Allerdings ahnt niemand, dass auf Guernsey nichtmenschliche Wesen unterwegs sind, die früher oder später auch auf Elodie aufmerksam werden, denn niemand hat ihr erzählt, dass ihre Familie schon lange ein Geheimnis hütet und dieses Geheimnis ist unabänderlich mit dem Auf und Ab der Meeresgezeiten verbunden…

Ein Cover zum Versinken, so dass die nur mittelprächtige Geschichte verstärkt schmerzt

Mir hat es noch nie mehr leid getan als bei „Meeresflüstern“, dass mich ein Buch nicht von sich überzeugen konnte. Es war nicht komplett schlecht, es hat mich weder gelangweilt, noch genervt, aber der von Patricia Schröder beschriebene Sog des Meeres blieb aus.

Jedes Mal wenn ich auf das Cover blicke, scheine ich darin zu versinken, weil ich nie ein fantastischeres und schöneres Cover gesehen habe, doch der Inhalt kann mit der äußerlichen Schönheit nicht konkurrieren.

Anfangs hatte ich massive Probleme mich auf die Geschichte zu konzentrieren. Ich nahm die Worte war, allerdings fehlten dazu die Bilder in meinem Kopf, die sich ansonsten recht mühelos bei mir einstellen.

Genau das ist auch meine Hauptkritik am ganzen Werk: Die Gefühle der Protagonistin Elodie haben mich niemals besonders berührt und obwohl ich den Schreibstil Patricia Schröders genoss und viele schöne Metaphern darunter waren, drang diese Geschichte niemals unter meine Haut.

Gefühle, die als kleine Wellen am Strand verebbten und keine Flut in Gang setzten

Die Charaktere mögen gut ausgearbeitet sein, doch auch bei ihnen fand ich keinen rechten Anknüpfungspunkt. Der Handlungsaufbau, allen voran die Thematik des Meeres sprachen mich sehr an, weil die Autorin mit verschiedenen Perspektiven arbeitet, von denen man nicht von Beginn an weiß, wem man sie als Leserin zuzuordnen hat.

Die Atmosphäre eines kleinen Dorfes oder auch Ortes hat die Autorin wiederum sehr gut aufleben lassen, so dass ich „Meeresflüstern“ nett fand und es ganz gerne las, mich aber nie die Sehnsucht oder ein Verlangen packte, jetzt sofort weiterlesen zu müssen.

Somit ist „Meeresflüstern“ absolut nicht dafür geeignet sich eine Nacht um die Ohren zu schlagen, für einen regnerischen Tag hingegen eine gute Beschäftigung.

Die Autorin verknüpft interessante Ansätze miteinander und wartet mit neuen Ideen auf. Bei der Ausarbeitung schien es aber an irgendetwas zu fehlen, was ich beim Lesen wohl spürte. *

So ist auch die Handlung nicht vollkommen abgeschlossen und das Geheimnis, was mich am dringendsten interessierte, haben die Figuren zunächst mit sich ins Meer genommen.

Mein endgültiges Urteil:

Mir tut es in der Seele weh, wenn ich „Meeresflüstern“ angucke, dass dieses Kunstwerk von Cover eine Geschichte beheimatet, die weder berauschend, noch einmalig, noch unvergesslich oder sehnsüchtig war.

Ich denke, dass ein jüngeres Publikum begeisterter sein könnte, doch ich habe mich mit Patricia Schröder neuestem Werk nicht identifizieren können.

Inhaltlich vergebe ich also 3 Sterne und für die Gestaltung 5, so dass ich insgesamt auf 4 Sterne komme. Vielleicht reicht es manchen auch als Kaufgrund, dass die Aufmachung dieses Buches einem den Atem verschlägt.

Bewertung

 

Thematik:

Meer (Faszination. Sog, Anziehung- und Abstoßung)

Dorfmentalität

Schmerzbewältigung (Tod)

Geheimnisse

Familienbande

Nixen

Umwelt

Morde
Freundschaft

Allgemeine Buchinformationen:

Meeresflüstern

ISBN: 9783649603191

Coppenrath Verlag

Format: 14,2 cm x 21 cm

Seiten: 416

ab 14 Jahren

16,95 €

Zu “Meeresflüstern” beim Coppenrath-Verlag

*Ich frage mich beispielsweise auch, wieso Patricia Schröder nicht einmal die Sprache auf Guernsey thematisiert. Denn so wie ich es verstanden habe, fliegt die Protagonistin über England und bleibt auch im Englischsprachigen Raum, aber das wird komplett ignoriert… Dafür aber ist die Theorie extrem interessant, dass das Meer uns das heimzahlen wird, was wir ihm mit Chemikalien etc. seit Jahren antun!
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Über Charlousie leselustleseliebe

Ich lebe · liebe · lese · Ich schreibe · Ich rezensiere · Ich blogge http://leselustleseliebe.wordpress.com/ Eine verrückte, bloggende, verträumte, Buchliebhaberin, die zwischen den Worten wohnt. Wenn du mehr erfahren willst, folge mir auf Twitter, Like me on facebook, besuch mich auf LeseLust & LeseLiebe oder nimm mit mir Kontakt bei Lovelybooks auf ;-)

Veröffentlicht am 26/01/2012 in Buchrezensionen, Rezensionen und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 21 Kommentare.

  1. Hm, dann denke ich, dass es doch eher weniger was für mich ist….dabei hat mich das hübsche Cover schon gelockt…

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  2. Schöne Rezension. :)
    Das ist natürlich schade…Ich finde das Cover aber auch total super. :)
    Aber gut, dass es trotzdem noch vier Sterne bekommen hat. :)
    Auf meiner Wunschliste bleibt es trotzdem ganz oben stehen. :)

    Lieben Gruß,
    Jessica

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    • Es schadet auf jeden Fall nicht und vielleicht wird es dir ja auch besser gefallen, wenn du es mal von der Wunschliste auf den SuB befördert hast?! :P
      Dir auch ganz liebe Grüße!,
      Charlousie

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      • Wuuuiiii, danke für dein glückwünschen, Charlousie! :D Ich habe das Buch tatsächlich bei Blogg-dein-Buch gewonnen. :D
        Freue mich schon. :)

        Lieben Gruß & ein tolles Wochenende,
        Jessica

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        • Hallo liebe Jessi!! Das ist ja GROSSARTIG!!!! Freue mich riesig für dich und hoffe jetzt nur noch, dass es dir mehr gefallen wird als mir. Mach dich einfach nur auf das Cover gefasst und nimm dir MINDESTENS eine Stunde Zeit, um das ganze Buch komplett anzugucken! :P ;-) :D
          Dein Wochenende dürfte damit ja wohl gerettet sein, Dankeschön, ich wünsche dir trotzdem noch einmal ein tolles zur Sicherheit,

          alles Liebe,
          Charlousie

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  3. Das Cover reizt mich ungemein, wage mich einfach mal unbefangen an die Geschichte.

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  4. Ja wirklich Schade, mir erging es da leider wie dir. Die Optik ist ein Genuss, der Inhalt leider nicht wirklich ein Muss. Mir blieben am Ende dann auch einfach zu viele Fragen offen und die minimale Lovestory ist wirklich eher für ganz junge Leser geeignet. Leider konnte das zauberhafte Cover mich persönlich dann zu keiner höheren Sternezahl verleiten – da war ich nicht so bestechlich wie du. :)

    Wieder mal eine sehr schöne Rezi, die es für mich “leider” auf den Punkt bringt.

    LG Reni

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    • Ha! Der ist auch gut! “Cover ein Genuss, Inhalt leider nicht wirklich ein Muss” ;-)

      Stimmt, so kann man es auch nennen. Ich habe mich bestechen lassen. Aber ich habe wirklich beim Lesen immer wieder die Schönheit bestaunt und einfach mal das Lesen unterbrochen um mir das schöne Lesebändchen noch einmal näher anzuschauen oder die Glitzerpartikel oder oder oder. Deswegen ist die Rezension auch so unauffällig auffällig mit vielen (überzeugenden) Bildern geschmückt ;-)

      Ich glaube auch, dass 10-12-Jährige begeistert sein werden oder LeserInnen, die noch nicht viel in diesem Genre lasen und dann vielleicht auch leichter zu “verzaubern” sind. Leider nicht das Beste Buch von der lieben Frau Schröder!

      VLG,
      Charlousie

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  5. Danke dir, Charlousie. :)
    Jaaaa, ich bin schon seeeeehr gespannt auf das Cover. :)

    LG Jessica

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  6. Fand’ das Buch leider auch nicht soooo gut. Wird bei mir wohl auch vier von fünf Bewertungspunkten bekommen. ;)
    Hatte mir etwas mehr versprochen. ;)

    LG Jessica

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    • Ja, das hatte ich mir auch. Kann dir von der Autorin aber “Jolande” empfehlen. Fand das besser und die Gestaltung ist zwar nicht ganz so bombastisch wie bei “Meeresflüstern”, aber auch schööööööööön!
      Ich hab für den Inhalt ja auch nur 3 Sterne vergeben und echt nur aufgrund der Gestaltung 100 (nicht vorhandene) Augen zugedrückt! :)
      Aber ehrlich: Lohnt es sich aber nicht doch wenigstens ein BISSCHEN, dass das Cover so “WOOOOM” ist?? ;-)

      Viele, liebe Grüße und DANKESCHÖN für deine ganzen lieben und vielen Kommentare UND, dass du dir die ganzen Rezensionen auch durchgelesen hast!! :D

      Hab du noch einen tollen, tollen Samstag,
      Charlousie

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      • Vor “Jolande” stand ich in der Bücherei auch schon öfters.. vielleicht nehme ich es mir dann beim nächsten Mal mal mit. ;)
        Doch, ich finde schon, das sich das lohnt. Wegen dem Cover konnte ich aber auch keine schlechte Bewertung geben. ;D
        Mach’ ich gerne. :)

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        • Dann ist die Strategie des Verlages ja wohl voll aufgegangen! Aber bei mir hat es auch gefruchtet. Ich konnte dieser Schönheit nichts schlechtes reinwürgen.

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Danke für deinen Besuch! Über einen Kommentar würde ich mich freuen! ♥ Leselustige Grüße von Charlousie

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