Auf der Leipziger Buchmesse 2014 – Tag 1

MessegeländeBei strahlendem Sonnenschein komme ich am 14. März 2014 gegen Mittag auf dem Leipziger Messegelände an und bekomme alleine von diesem Ausblick gute Laune. „Schnell“ gebe ich im Pressezentrum (ich habe mich verlaufen) mein Gepäck ab und stürze mich dann in die Menge: 

Menge

Für einen Freitag ist es sogar recht gut gefüllt, doch natürlich nicht vergleichbar mit einem Messewochenende ;)

Da ich in Frankfurt so viele Termine hatte, dass sie mir schon beinahe als Nudeln aus den Ohren wieder herauskamen, fahre ich in Leipzig nun das totale Kontrastprogramm: KEINE TERMINE!darkVillageSerieCoppenrath

Ich habe mir auch kaum Veranstaltungen herausgesucht, so dass ich mir erst einmal die Zeit nehme und viel herumschlendere.

Dabei entdecke ich bspw. meine heiß geliebte Buchserie „Dark Village“.

Auch an Kai Meyer komme ich an der Fantasy Leseinsel zufällig vorbei geschlendert, bleibe ein paar Minuten stehen, während ich versuche ein Foto zu schießen, wobei meine Kamera eine gefühlte Ewigkeit streikt, bevor das Bild von ihm im Kasten ist!

KaiMeyerFantasyLeseinsel

Doch selbst das lockere Stöbern kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich kein mir bekanntes Buch- oder Bloggergesicht entdecke. Tatsächlich fühle ich mich nach gut einer Stunde ein wenig einsam. Während ich zum Iron Buchblogger-Treffen aufbreche, verschicke ich schnell ein paar Nachrichten, um mir bekannte Gesichter zu finden, schließlich habe ich mich hier in Leipzig auf so einige BuchbloggerInnen gefreut! :)

Bevor das Iron Buchblogger-Treffen startet, gilt es erst einmal dieses Ungetüm namens WENDELTREPPE zu bezwingen. Beim Hoch- und Runtergehen wird einem da wirklich ganz anders…

TreppenaufgangLeipzig

 

Bei den eisernen Iron Buchbloggern, deren Ziel es ist, mindestens einmal wöchentlich zu bloggen und sich dabei ganz stark untereinander zu vernetzen, fühle ich mich unter Gleichgesinnten direkt richtig wohl. Aline_Ich_BrittTreffe endlich auch bekannte Gesichter, bspw. die liebe Aline, lerne Britt neu kennen (uns verband bisher nur eine Facebook-Freundschaft), Jennifer, Andrea, Sandra.

Bei der Vorstellungsrunde bin ich einerseits fasziniert, wie kunterbunt unterschiedlich die einzelnen Iron Buchblogger sind und andererseits erstaunt, wie viele die wöchentliche Artikel-Regelung als echte Motivations- und Bloghilfe ansehen.

LitVideoUnser Treffen hat einen Mittelpunkt und zwar eine Präsentation von LitVideo, die für Verlage Buchtrailer drehen/animieren, kurz: erstellen. LitVideo – deren Gründer sich uns auch kurz mal persönlich vorstellt, bevor er weiter geht, ist mir bereits bekannt, wurde ich doch vor einiger Zeit schon einmal von ihnen selbst auf ihre Videotrailer-Sammlung aufmerksam gemacht. Nachdem ich jedoch keine Antwort auf ein technisches Problem beim Einbinden der Trailer hatte, habe ich es aufgegeben. Ansonsten berichtet LitVideo uns, dass sie dynamische Widgets zum Einbinden für Buchblogs entwickeln wollen, dass im Frühjahr erste Aktionen geplant sind. LeanderWattig

Mit etwas Verspätung trifft auch Leander Wattig ein, den ich einst über Twitter “kennenlernte” und so auch zum ersten Mal live in Farbe sehe. Es ist schon toll, wenn sich in einem Raum Blogger versammeln, ergo Menschen mit gemeinsamen Interessen, die untereinander sofort wissen, wer da von was redet. LeanderWattig_CharlotteReimannDer Gesprächsstoff geht nie aus, vielmehr noch bedeutet es die totale Horizonterweiterung und ein nettes/lockeres Kontakte knüpfen. Doch, ich bin froh, dass ich – als die Iron Buchblogger im Oktober 2013 in den Startlöchern standen - mich sofort anmeldete und nun der vielversprechenden Weiterentwicklung beiwohne!

Das Highlight des heutigen Tages steht mir nun bevor (was ich zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht weiß!)

DanWells_LeseInsel

Ich treffe weitere BloggerInnen, staube Komplimente für meine Tasche ab ;) und stolpere mehr durch Zufall in die Lesung von Dan Wells. Wobei wir da keiner x-beliebigen Lesung beiwohnen. Vielmehr ist es ein Interview, das zu höchst ekstatischem Amüsement führt.Dan Wells Zitat 1

Dan Wells besitzt einen herrlich selbstironischen und nachtschwarzen Humor. Die besten Zutaten für ein Autoreninterview, wenn es über Beauty Produkte und vor allen Dingen Handcreme hoch hergeht. Nicht zu vergessen, dass Dan Wells immer wieder Hermine Granger aus “Harry Potter” verteidigt und betont, dass eigentlich ihr all der Ruhm gebühren würden.

DanWellsLeseInsel2

Wie sieht ihr typischer Autorenalltag aus?“ – fragt der Interviewer, während Dan Wells in die Menge funkelt und belustigt meint, dass wir ihn nach der Antwort hassen würden. Denn nachdem er solidarisch gemeinsam mit seiner Familie früh am morgen aufstehen würde – dramatische Kunstpause – verschlüge es ihn danach wieder ins Bett. Eine Stunde würde er sich mit seinem Smartphone nun gemütlich durch die sozialen Netzwerke zappen… Ja, ja, AutorIn müsste man sein :Dzitatstrichzitat_Wells

Ich lache, lache und lache.

bloggerinnen_Wells

Ich kann außerdem die Finger vom zweiten „Partials“-Band nicht lassen (der erste subbt noch) und lasse es mir auch gleich mit den weisen Worten „Life isn’t fair“ signieren. Wusstet ihr, dass sich ein Autor auch gerne mal über die absteigende Qualität seiner i‘s auslässt? Dan Wells tut dies äußerst ausführlich, schließlich beinhaltet der Satz „Life isn’t fair“ gleich drei i’s. Da bewahrheitet sich seine Aussage in eben jenem Moment, in dem er sie 500 Mal in ein Buch kritzelt. Ob nun mit oder ohne verhunzten i’s. Selbst schuld, oder? ;)

 DanWellssigniert

 

Bereits jetzt fühle ich mich im schon im aller höchsten Messerausch. Wärme, die den Körper flutet, vermischt sich mit freudiger Aufregung und Aufgedrehtheit. Randomhouse_BloggertreffenGute Voraussetzungen für das Randomhouse Bloggertreffen Blog’N’Talk, bei dem so viele Blogger, Autoren und Verlagsmitarbeiter anwesend sein werden, dass ich sie nie und nimmer zählen kann.

In dem riesigen Trubel verwackeln gut 70% meiner Fotos. Ein paar schöne Schnappschüsse kann ich dennoch ergattern.

randomhouseBlogNtalk

lächeln bitte

Außerdem führe ich interessante Gespräche mit Verlagsmitarbeitern, Autoren und Bloggern. Wusel orientierungslos und zwischendurch ziemlich überfordert von A zu B über C nach Z und lande dann bei D! Moment, ist das richtig so? KEINE AHNUNG! :)

Dann stehe ich auf einmal Nina BlazonAusrufezeichen gegenüber. Denke an all die Bücher, die ich von ihr bereits in jüngsten Jahren verschlungen habe und gebe mich plötzlich ganz schüchtern. So kenne ich mich gar nicht. Traue mich kaum zu fragen, ob ich mit ihr ein Bild schießen darf, denn mal ehrlich: DAS IST NINA BLAZON! Die Frau, die mich als Kind und Jugendliche mit ihren Geschichten sooft zum Träumen brachte! Doch ich bekomme mein Foto. Irgendwie und… es ist der WAHNSINN!

NinaBlazon_ich

Der Tag ist im Ausklingen begriffen, ich klinke mich bei Anka ein, die die mehr als große Güte besitzt, mich noch in ihrer Unterkunft mit einzuquartieren. Doch während die Messebesucher gen Ausgang strömen, bewegen wir uns noch zu einer specialigen Darbietung von Sebastian Fitzek, der “Noah” vorstellt.Showmaster_Fitzek Eine Lesung, die von LIVE-Musik untermalt wird, ist schon ein höchst delikater Genuss. Obwohl ich nicht im Thriller-Genre heimisch bin, bin ich perplex von der krassen und gruselig gänsehautfördernden Darbietung aller Akteure vor uns auf der Bühne. Auch Anka scheint sehr begeistert zu sein und lässt sich im Anschluss ihr Buch signieren. Die Chance auf ein Foto nutzen wir natürlich auch!

Fitzek_ichSchließlich schlendern wir durch die zwielichtige und sehr leer gefegte Halle vom Gelände herunter und genießen das in Dunkelheit getauchte Ambiente. Das hatten wir so auch noch nicht. ;)LeipzigMessedunkel

Der Messetag wird von Anka und mir mit einer sehr mundenden Pizza und dem Blog- und Bücher- frönenden Austausch bis tief in die Nacht abgerundet.

Liebe Anka, noch einmal herzlichen Dank, dass du mich kurzfristig aufnehmen konntest und mir somit diesen wunderbaren Messetag ermöglicht hast <3 !

Der Bericht vom zweiten Tag folgt!

Death von Melvin Burgess [Rezension]

zitatstrichegrünVerzweifelt lief Vince rückwärts auf die Wand zu, warf sich so hart dagegen, wie er nur konnte, und jagte so selbst das letzte Fitzelchen Atemluft aus seinem Peiniger; aber Christian besaß die Kraft und die Leidenschaft eines Wahnsinnigen und klammerte sich weiter an ihn und während sie kreuz und quer durch das Zimmer hopsten, knurrte er ihm ins Ohr: „Ich verpass dir die Vier, ich verpass dir die Vier. C4! C4! Yee-ha!“

S. 272, Melvin Burgess – „Death“ © Chicken House

Death»Der Inhalt«

Adam hat nichts. Kein Geld, kaum Träume, vordergründig aber keine Perspektive. Seit sein Vater durch einen Unfall arbeitsunfähig geworden ist und sie auf die Unterstützung seines älteren Bruders angewiesen sind, weiß Adam, dass er entweder Karriere im Fußballspielen machen oder ganz, ganz tief fallen wird.

Doch dann ist da dieses angeblich letzte Konzert von Jimmy Earle, auf dem er Lizzie besser kennenlernt. Lizzie aus reichem Hause, in der er nicht nur verliebte Gefühle, sondern auch gute Pläne für die Zukunft sieht. Als Jimmy Earle dann seinen vermeintlich letzten Auftritt hinlegt und die Leute wie verrückt die Droge DEATH schlucken, bei der am Ende nichts als der Tod steht, spürt Adam, dass sich etwas Großes verändern wird.

»Schwelende Spannungsglutherde«

Melvin Burgess hat mit „Death“ einen extrem packenden Thriller verfasst, der verschlungenen, sumpfigen, zwielichtigen und definitiv undurchsichtigen Pfaden folgt. Im Laufe der Handlung verpufft Spannung um Spannung, um Spannung um Spannung in kleinen Glutherden, die im Hintergrund weiterglühen und am Ende dem großen Finale als Anstachelung und Nahrung dienen.

Was war ich nicht gefangen und komplett unfähig „Death“ auch nur länger als ein paar Minuten ruhen zu lassen.

Intrigant, berechnend und manipulativ hat Melvin Burgess eine Geschichte angelegt, in der er als Autor die fette schwarze Spinne zu sein scheint, die ein riesengroßes Netz gesponnen hat, in das sowohl die Charaktere als auch wir LeserInnen uns unaufhörlich verstricken.

»Der Autor als fette Spinne im vergifteten Handlungsnetz?«

DEATH selbst ist im Roman „Death“ eine Droge, die sieben Tage Hochgefühl verspricht, an deren Ende allerdings nichts als der Tod steht. In den schwierigen Zeiten Englands sind viel zu viele Jugendliche motiviert, diese Droge auch zu schlucken, weil sie lieber noch einmal wirklich leben wollen, anstatt jahrelang ein tristes Dasein zu fristen. Sätze wie: „Bis ans Ende meines Lebens“ bekommen da eine ganz andere Bedeutung, wenn nur noch 5 Tage übrig bleiben. death_c

Doch DEATH wird letztlich als gezieltes Werkzeug eingesetzt, denn was wäre der Roman ohne verschiedene Seiten, die jeweils ein Ziel vor Augen haben? In „Death“ möchte ‘jemand’ gerne die Regierung zum Aufwecken zwingen, wenn nicht sogar komplett umkrempeln.

Dies hängt im direkten Zusammenhang mit den Protagonisten, die von ihrem Glück genauso wenig ahnen, wie wir LeserInnen.

Überhaupt hat Melvin Burgess durch den Fokus auf gleich mehrere Personen aus verschiedenen Lagern ordentlich Tempo in die Erzählung gebracht und nie durchblicken lassen, wann eine Hoch- und wann eine Talfahrt anstand.

»Ein brutaler Schocker!«

Warnen muss ich LeserInnen mit schwachen Nerven. Wäre „Death“ ein Film und kein Buch, ich hätte bei den brutalen Szenen vermutlich weggucken müssen, denn da vertrage ich nichts. Doch in meiner Vorstellungskraft verdränge ich bei Prügeleien, Messerstechereien, Schlägereien, handfesten Abreibungen und dergleichen einfach das Blut, knackende Knochen bzw. sämtliche Blessuren, die ich mir in echt kaum angucken könnte. Und ich versichere euch, diese Sachen kommen in schillernden Beschreibungen nicht gerade zu kurz. Wer also auf solche Szenen steht, der sollte definitiv schon einmal zu „Death“ greifen. Wem dabei übel wird, die Finger davon lassen.

Denn obwohl meine Vorstellungskraft mich schützende Grenzen kennt, ist die Wahnsinnigkeit eines Irren, der ständig „C4“ oder „C3“ schreit ein Grund für mehr als nur Gänsehaut. Was es mit diesen „C“-Sachen auf sich hat, solltet ihr unbedingt beim Lesen herausfinden ;).

Melvin Burgess Schreibstil ist relativ kühl und rational, was die Ernsthaftigkeit und Komplexität dieser Geschichte nur unterstrichen hat.

»Mein Fazit«

In „Death“ prescht Melvin Burgess mit einer hochdramatischen, packenden und extrem thrillerlastigen Geschichte voran, deren stahlseidenen Spannung ich mich nicht entziehen konnte, die mich zum Fingernägel kauen animierte und die ich allen empfehlen würde, die ein paar Stunden in einer brutalen, krassen aber lesenswerten Welt abtauchen wollen; realistische und ernsthafte Erzählungen mögen oder auch nur einmal etwas Anderes suchen. Denn Melvin Burgess deckt all diese Bereiche tatsächlich ab. „Death“ eine an Nervenkitzel kaum zu übertreffende Story!

WölkchenMond(Favourite)

BibliografischeDaten

von Melvin Burgess
übersetzt von Kai Kilian
Softcover
Seiten 352
Alter ab 14 Jahren
ISBN 978-3-551-52061-6
D: 14,99 €
Zu „Death“ bei Chicken House

Das geheime Vermächtnis des Pan von Sandra Regnier [Rezension]

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PAN»Der Inhalt«

Felicity Morgan weiß, dass ihre nicht zu bändigenden Haare, ihre Kleidergröße L mit der Tendenz zu XL und ihr sozialer Stempel als Loser sie nicht zum heiß begehrten Objekt machen. Warum dann der neue – Lee FitzMor – ausgerechnet ihr nicht mehr ihr von der Seite weichen will, nachdem er in den ersten paar Minuten noch die andere Felicity Stratton abgeknutscht hat, will ihr nicht aus dem Kopf. Obwohl sie einerseits von seiner Freundlichkeit genervt ist und jeden Moment damit rechnet, dass er zu Felicitys Strattons StarClub zurückrennen wird, genießt sie andererseits seine Aufmerksamkeit auch.

Steckt vielleicht mehr hinter seinen Annäherungsversuchen? Eventuell eine Prophezeiung, von der Felicity noch nicht einmal etwas ahnt?

»Die spitze Zunge der Protagonistin«

Das geheime Vermächtnis des Pan“ bietet eine rundum erfrischend andere Geschichte als man sie bisher so von den meisten Jugendbüchern gewohnt ist.

Eine fesche, freche und gleichzeitig auch mit Minderwertigkeitskomplexen behaftete Protagonistin, die das banalste Geschehen jedes Mal mit ihrer spitzen Zunge kürt.

»Ein falscher Kuss«

Sandra Regnier gestaltet eine ungewöhnliche Grundsituation, in der ein Kuss alles bedeuten kann und der Protagonist schenkt ihn ausversehen der Falschen. Die Richtige bekommt das blöderweise mit und möchte nun verständlicherweise auch nicht mehr viel mit ihm zu tun haben.

Also muss der Schönling, der von der gesamten, weiblichen Welt angehimmelt wird, alle Register auffahren, um sich die Aufmerksamkeit von Felicity Morgan zu sichern, die ihm Korb um Korb erteilt. Irgendwann lässt sie ihn doch ein wenig an sich heran, was kein Wunder ist, denn auch wir LeserInnen merken schnell, dass Lee FitzMor kein Bad Guy ist.

»Ein dichter Schreibstil und echte Urkomik«

Ich habe mich von Sandra Regniers dichtem Schreibstil dermaßen gefangen nehmen lassen, dass ich gar nicht bemerkt habe, wie die Zeit beim Lesen PAN_Zitatwolke2verflog und wie tief ich mich gedanklich und mit einem farbenfrohen und sehr realistischen Kopfkino in die Erzählung hineinkatapultieren konnte.

Sandra Regnier schafft in „Das geheime Vermächtnis des Pan“ eine komplexe Handlung, der ich voller Staunen folgte und die von den witzigen, bissigen und zum herrlich amüsierenden Dialogen zwischen den Figuren lebt. Felicity ist nicht die 0815 Protagonistin, die alle schön finden, die beliebt oder reich ist. Sie ist zwar Außenseiterin, dann aber wieder doch nicht, weil sie einen tollen Freundeskreis besitzt, in den ich ebenfalls furchtbar gerne abtauchte. So bewegt sich die Autorin an den Grenzen zu Klischees, reizt diese vielleicht aus, hat es jedoch nicht nötig, sich dieser zu bedienen.

Selten finde ich in einem Buch eine so runde, logische und abgerundete Geschichte vor, wie in „Das geheime Vermächtnis des Pan“, dass dann auch noch mit dieser bis zum Himmel schreienden Urkomik aufwarten kann.

»Geplatzte Spannungsbomben«

Es ist ein herrliches Gefühl, in der Unwissenheit der Gesamtsituation zu schwelgen, ebenso wie Felicity selbst, denn dass hinter allem mehr (Spannung) dahintersteckt, ist abzusehen.

Der Auftakt „Das geheime Vermächtnis des Pan“ lässt auch schon so einige Bomben platzen und ich frage mich, welche da wohl noch am Wegesrand der weiteren Handlung lauern mögen? Von den bisherigen Bomben bin ich einfach nur geplättet und habe Sandra Regniers Geschichte deswegen in beinahe einem Atemzug verschlungen.

»Mein Fazit«

Sandra Regnier hat mich als neuen begeisterten Fan gewonnen. Ihre liebreizende Geschichte, die zwischen Komik und Ernsthaftigkeit hin und her pendelt und vor allen Dingen Charaktere besitzt, in die ich mich ununterbrochen verlieben könnte, sind Argumente für sich.

Welch Frevel, keinen zweiten Blick auf „Das geheime Vermächtnis des Pan“ zu werfen, dem ich rettungslos verfallen bin.

WölkchenMond(Favourite)

BibliografischeDaten

Seiten 416
Alter ab 14 Jahren
ISBN 978-3-551-31380-5
8,99 €
Zu „Das geheime Vermächtnis des Pan“ bei Carlsen

 

Vor uns die Nacht von Bettina Belitz [Rezension]

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ZitatWolkeVorUnsDieNacht

Vor uns die Nacht»Der Inhalt«

Ronia möchte sich aus dem goldenen Käfig ihres Lebens befreien. Aber wie, wenn sie mitten in ihrem heiß geliebten Studium der Archäologie steckt und ihre Familie im Pfarrhaus seit jeher ihren eigenen Traditionen und Regeln folgt?

Wie, wenn sie ihren besten Freund Jonas hat, der seit jeher in sie verliebt ist, obwohl sie seine Liebe nicht erwidern kann?

Wie, wenn sie eine beste Freundin hat, die von ihr zu erwarten scheint, dass Ronia sich in ihre Rolle fügt, die sie schon immer innehatte?

Doch dann begegnet sie River. Einem jungen Mann, der aussieht wie ein junger griechischer Gott und der einen mehr als desaströsen Ruf besitzt. Ronia lässt sich von dem Gerede nicht abschrecken und stürzt sich – endlich – Hals über Kopf in ein Abenteuer, das gefährliche Züge annimmt.

»Der Teufel in uns«

Bettina Belitz „Vor uns die Nacht“ hat mir in erschreckend klaren und brutal ehrlichen Beschreibung die Gedanken ihrer Protagonistin Ronia nahegebracht, in welcher ich mich unentwegt verlieren konnte.

ZitatwolkeVorUnsDieNacht2In diesem Werk verbindet die Charaktere mehr als eine tragische Liebesgeschichte. Bettina Belitz spielt immer wieder mit dem Teufel in uns selbst und zeigt auf subtile, aber äußerst eindringliche Weise, welche Beziehungsmodelle grundlegend existieren, dass es aber falsch ist, sich daraus eines heraus zu pflücken.

Vielmehr transportiert „Vor uns die Nacht“ die Botschaft, dass wir immer auf uns selbst hören sollten. Dass wir erspüren, was wir wirklich wollen und dass dann realisieren sollten – auch wenn es nicht mit dem Gedankengut der Mehrheit konform geht. Was für die Masse funktioniert hat, kann einen selbst zerbrechen lassen.

»Poetik, die zum Himmel aufsteigt«

Besonders tief versunken bin ich im einmaligen und so typischen Bettina Belitz Schreibstil. Da wirkt jeder Satz wie der Teil einer bis ins kleinste Detail perfekt ausgefeilten Kür, bei der ich das Glück hatte, sie genießen zu dürfen.

Hervorgerufen durch diesen herrlich lockeren, intensiven und ernsten Schreibstil habe ich mich der Hauptfigur Ronia unglaublich nahe fühlen können. Denn das hat Bettina Belitz Art zu Schreiben bewirkt: Lebendigkeit. Auch die Handlung konnte manchmal noch so langsam vor sich hin plätschern, ich habe es kaum wahrgenommen oder auch nur als langsam empfunden, weil diese bezaubernden Metaphern und die zum Himmel aufsteigende Poetik in die Unendlichkeit hätten fliegen können. Wie ein köstliches Eis, das niemals schmilzt.

Auch der Plot von „Vor uns die Nacht“ wusste so richtig zu überraschen. Ich konnte den Plot zwar zu keiner Zeit so richtig voraus ahnen, doch was die Autorin uns da alles an Zutaten aufs Brot schmiert, hat auch meine Ansätze von Vorstellungen bei Weitem übertroffen!

»Mein Fazit«

Bettina Belitz verleiht der Geschichte in „Vor uns die Nacht“ Flügel und zaubert eine authentische Geschichte, bei der ich denke, dass sie zu gut ist, um wahr zu sein oder gar von dieser Welt zu stammen.

Ein weiteres, exquisites Werk aus ihrer Feder, das mich verzaubert hat und das für sich alleine stehend meine absolute Leseempfehlung ist.

WölkchenMond(Favourite)

BibliografischeDaten

Bettina Belitz
Vor uns die Nacht
1. Auflage 2014
384 Seiten, 15.0 x 22.0 cm
ISBN 978-3-8390-0159-2
Hardcover mit Schutzumschlag, Spotlack und Silberprägung
17,95 € (D)
18,50 € (A)
Zu „Vor uns die Nacht“ bei script5

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